Lebensdaten
1882 bis 1959
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Sozialpolitiker
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 137149344 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lehmann, Helmut

Orte

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Zitierweise

Lehmann, Helmut, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137149344.html [19.11.2018].

CC0

  • Leben

    Nach Volks- und Mittelschulbesuch und einer Zimmermannslehre war L. 1900-03 Rechtsanwaltsgehilfe, dann Krankenkassen- und Gewerkschaftsangestellter. 1900 wurde er Mitglied des Zentralverbandes der Büroangestellten, 1903-07 war er Abteilungsleiter der AOK Berlin, 1904 Initiator und Vorsitzender des Vereins der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter Berlins, dadurch Mitbegründer der Arbeiterjugendbewegung in Preußen, 1907-14 Sekretär des Verbandes der Büroangestellten, 1914-24 hauptamtlicher Sekretär des Hauptverbandes Deutscher Krankenkassen, 1924-33 geschäftsführender Vorsitzender des Hauptverbandes Deutscher Krankenkassen, des größten Krankenkassenverbandes in der Weimarer Republik (mit freigewerkschaftlich-sozialdemokratischer Orientierung). L. galt als „Krankenkassenkönig“, hatte als Geschäftsführer des größten Spitzenverbandes und als Mitglied des Beirates des Zentralverbandes der Angestellten (1921–33) maßgebenden Einfluß auf die Fortentwicklung und Durchführung der Krankenversicherung und entwickelte sich zu einem führenden Sozialpolitiker der SPD, der er seit 1903 angehörte. 1933 wurde er amtsenthoben und vorübergehend inhaftiert, von 1944 bis Kriegsende war er erneut in Haft.

    Im Juli 1945 wurde L. stellvertretender Leiter der Versicherungsanstalt Berlin und baute danach die Zentralverwaltung für Arbeit und Sozialfürsorge auf, deren Vizepräsident er bis 1950 war. Hier hatte er maßgeblichen Anteil an der Reform der Sozialversicherung in der sowjetischen Besatzungszone („Einheitsversicherung“). 1950-58 war er Vorsitzender des Zentralvorstandes der Sozialversicherung. 1945 bereitete L. die Vereinigung von SPD und KPD mit vor und arbeitete mit am Entwurf der Grundsätze und Ziele des Parteistatuts der SED; 1946-58 war er Mitglied des Parteivorstandes bzw. des ZK der SED und hatte weitere Partei- und Staatsfunktionen inne.

  • Werke

    Ärzte u. Krankenkassen. 61932;
    Die Beziehungen zw. Unfall- u. Krankenversicherung, 1927;
    Hdb. d. Krankenversicherungsrechts, 71932 (3 Bde.);
    Verwaltung d. Krankenversicherung,|2 Bde., 1928;
    Die Soz.versicherung in d. Sowjet. Besatzungszone Dtld.s, 1949;
    Wie d. Arbeiterjugendbewegung entstand, in: Dtld.s junge Garde, hrsg. v. Zentralrat d. FDJ, Bd. 1: Erlebnisse aus d. Gesch. d. Arbeiterjugendbewegung v. d. Anfängen b. z. J. 1945, 1959.

  • Literatur

    Die Ortskrankenkasse 1959, S. 137 f. (P);
    Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung, Biogr. Lex., 1970, S. 276 f.;
    Rhdb. (P).

  • Autor/in

    Florian Tennstedt
  • Empfohlene Zitierweise

    Tennstedt, Florian, "Lehmann, Helmut" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 81 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137149344.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA