Lebensdaten
erwähnt 1336, gestorben 1363
Beruf/Funktion
Bischof von Brixen
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136668089 | OGND | VIAF: 80973945
Namensvarianten
  • Matthäus
  • Matthäus an der Gassen
  • Matthäus
  • mehr

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Zitierweise

Matthäus an der Gassen, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136668089.html [27.02.2021].

CC0

  • Genealogie

    Aus Tiroler Ministerialenfam. (früher irrtüml. mit d. Fam.namen Konzmann bezeichnet);
    V Heinrich ( v. 1335);
    M Diemut.

  • Leben

    Der Pfarrer von Imst und Domherr von Brixen schloß sich früh der Partei der Luxemburger in Tirol an. Er wurde Kaplan des Grafen Johann Heinrich von Mähren, des ersten Gemahls der Margarethe Maultasch; dank des Einflusses von Johann Heinrichs Bruder Karl, dem nachmaligen Kaiser, wurde M. am 20.11.1336 zum Bischof von Brixen gewählt. Nach der Vertreibung Johann Heinrichs wechselte M. auf die Seite der Wittelsbacher über und schloß sich dem neuen Landesfürsten Ludwig dem Brandenburger an. 1342 kaufte er Burg und Gericht Neurasen im Pustertal und hielt sich dann auf der Brixener Burg Veldes in Krain auf, um die politische Entwicklung in Tirol, das von der Kurie mit dem Interdikt belegt worden war, abzuwarten. 1348 mußte er mit Ludwig dem Brandenburger den Bündnisvertrag von Klausen eingehen, der 1350 erneuert wurde. Am 16.7.1350 schloß er mit dem luxemburg. Amtmann von Belluno, Konrad Göbel, einen Vertrag über die Rückeroberung von Burg Andraz und Buchenstein (Livinallongo), das Jakob Guadagnini von Avoscano unterstand. Nach der Eroberung von Burg Andraz fiel Buchenstein wieder an die Brixener Kirche zurück. M. erwarb auch Teile des Gerichtes Thurn an der Gader und 1356 nach einer Fehde mit Heinrich von Gernstein dessen Burg und Gericht bei Latzfons. Beim Übergang Tirols an die Habsburger versäumte M. die Gelegenheit, die verlorengegangene weltliche Herrschaft der Brixener Kirche wiederherzustellen; vielmehr belehnte er Rudolf IV. von Österreich am 5.2.1363 mit den Brixener Lehen. Seither blieb Brixen zwar formalrechtlich ein Reichsfürstentum, de facto aber war es ein Bestandteil der Gfsch. Tirol, die seit 1342 auch als Reichslehen bezeichnet wurde, während vorher nur die Bistümer Brixen, Trient und Chur als Reichsfürstentümer, die Grafen von Tirol indes als Lehnsmänner der Bischöfe angesehen worden waren.

  • Literatur

    F. A. Sinnacher, Btrr. z. Gesch. d. bischöfl. Kirche Säben u. Brixen in Tyrol V, 1827;
    Alfons Huber, Gesch. d. Vereinigung Tirols mit Österreich u. d. vorbereitenden Ereignisse, 1864;
    F. H. Haug, Ludwig V. d. Brandenburgers Regierung in Tirol (1342–61), in: Forschungen u. Mitt. z. Gesch. Tirols u. Vorarlbergs III, 1906, S. 257-308, IV, 1907, S. 1-53, V, 1908, S. 133-44;
    A. Vittur, Enneberg in Gesch. u. Sage, 1912;
    K. Haid, Die Besetzung d. Bistums Brixen in d. Zeit v. 1250-1376, 1912;
    L. Santifaller, Das Brixner Domkapitel in seiner persönl. Zusammensetzung im MA, 1924 f.;
    ders., Zur Gesch. d. Bistums Bressanone, 5.: Eine Urk. d. Hzg. Rudolf IV. v. Österreich f. d. Bischof v. Bressanone, in: Schlern 7, 1926, S. 159 f.;
    J. Tröster, Stud. z. Gesch. d. Episkopates v. Säben/Brixen im MA, Diss. Wien 1948 (ungedr.);
    A. Sparber, Die Brixner Fürstbischöfe im MA, 1968, S. 115-19;
    W. Baum, Dt. u. Slowenen im Krain, 1982;
    ders., Nikolaus Cusanus in Tirol, 1983;
    ders., Eine Denkschr. d. Nikolaus v. Kues üb. d. Rechtsgesch. v. Buchenstein, in: Schlern 61, 1987, S. 92-113;
    J. Gelmi, Die Brixner Bischöfe in d. Gesch. Tirols, 1984;
    J. Riedmann, Das MA, in: Gesch. d. Landes Tirol I, 1985, S. 265-661.

  • Autor/in

    Wilhelm Baum
  • Empfohlene Zitierweise

    Baum, Wilhelm, "Matthäus an der Gassen" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 392 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136668089.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA