Lebensdaten
1589 bis 1631
Geburtsort
Graz
Beruf/Funktion
Großherzogin von Toskana ; Erzherzogin von Österreich
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136431070 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Maria Magdalena von Österreich
  • Maria Maddalena
  • Maria Magdalena
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Zitierweise

Maria Magdalena, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136431070.html [13.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. Hause Habsburg;
    V Erzhzg. Karl II. v. Innerösterreich ( 1590, s. NDB XI);
    M Maria ( 1608, s. NDB 16);
    B Kaiser Ferdinand II. ( 1637, s. NDB V), Leopold V. ( 1632), Bischof v. Passau u. Straßburg, Landesfürst v. Tirol (s. NDB 14), Karl ( 1624). Hochmeister d. Dt. Ordens (s. NDB XI);
    Schw Anna|(1573-98, Kg. Sigmund III. v. Polen, 1566–1632). Marie Christine (1574–1621, Fürst Sigmund Bathory v. Siebenbürgen, 1572–1613), Kgn. Margarethe v. Spanien u. Portugal ( 1611, s. NDB 16), Konstanze (1588–1631, ⚭ Kg. Sigmund III. v. Polen, 1566–1632);
    - 1608 Ghzg. Cosimo II. v. Toskana (1590–1621). S d. Ghzg. Ferdinand I. v. Toskana (1549–1609) u. d. Christine v. Lothringen (1565–1637); Schwägerin Claudia Medici (1604–48, s. NDB III, 1626 Erzhzg. Leopold V., 1632, s. NDB 14);
    5 S, 2 T Ghzg. Ferdinand II. v. Toskana (1610–70), Kardinal Giovanni Carlo (1611–63). Kardinal Leopoldo (1617–75), d. beiden im 30j. Krieg in kaiserl. Kriegsdienst stehenden Prinzen Francesco (1614–34) u. Mattia (1613–67), Anna (1616–76, 1646 Erzhzg. Ferdinand Karl v. Tirol, 1628–62), Margarita (1612–79, 1628 Hzg. Eduardo Farnese v. Parma, 1612–46).

  • Leben

    Großherzog Ferdinand I. v. Toskana bemühte sich, zu Frankreich und Österreich gleichermaßen gute Beziehungen zu unterhalten. 1600 vermählte er seine Nichte Maria mit Kg. Heinrich IV., der für seine antihabsburg. Politik bekannt war, 1608 seinen Sohn Cosimo mit M. Diese war – wie ihr Bruder Ferdinand II. – geprägt durch die streng gegenreformatorisch-kath. Haltung ihrer Mutter und durch das Bewußtsein der Auserwähltheit des habsburg. Kaiserhauses. Nach dem frühen Tod ihres Gemahls 1621 führte M. für ihren minderjährigen Sohn Ferdinand in der Toskana die Regierung in entschieden habsburg. Sinn, in ständigem Gegensatz zu ihrer zu Frankreich hinneigenden Schwiegermutter. Noch kurz vor seinem Tod hatte Ghzg. Cosimo II. seinem kaiserlichen Schwager Hilfstruppen für die bevorstehende große Auseinandersetzung zwischen dem kath.-frühabsolutistischen und dem ständisch-kalvinist. Lager gesandt. Die Entscheidung vom Weißen Berge ist daher von M. als der gottgewollte Sieg der „Pietas Austriaca“ über „Ketzer und Rebellen“ interpretiert worden. In diesem Sinne ließ sie die Fassade der 1622 von ihr gekauften, in „Villa del Poggio Imperiale“ umbenannten Villa Baroncelli mit dem habsburg. Wappen schmücken und im Innern von Matteo Rosselli mit einer Reihe von Freskenzyklen versehen.

    Die Hochschätzung und Förderung Galileis durch ihren Gemahl setzte M. - ebenso wie ihre Schwiegermutter und der Thronfolger – fort. Ferdinands II. (letztlich gescheiterte) Bemühungen, eine Liga zur Erhaltung der Neutralität der ital. Staaten während des Dreißigjährigen Krieges zu bilden, verfolgte M. mit Skepsis. Auf Einladung ihres kaiserlichen Bruders und wohl auch, um in Wien die vorteilhafte Verheiratung eines ihrer Kinder zu betreiben, reiste sie 1631 nach Norden, hielt sich im Oktober am Innsbrucker Hof ihres Bruders Leopold auf, starb aber dann unterwegs in Passau.

  • Literatur

    A. Wandruszka, Ein Freskenzyklus d. „Pietas Austriaca“ in Florenz, in: MÖSTA 15, 1962;
    ders., Aus Oenipons wurde Cenipeus, Zu d. österr. Städtebildern in u. b. Florenz, in: Röm. Hist. Mitt. 23, 1981;
    ders. in: B. Hamann (Hrsg.), Die Habsburger, 1988 (P): A. Coreth, Pietas Austriaca, 21982;
    E. Galasso Calderara, La Granduchessa M. d'Austria, 1985;
    P. Redondi, Galilei – d. Ketzer, 1989;
    Wurzbach VII.

  • Portraits

    Gem. v. F. Pourbus d. J. (Wien, Kunsthist. Mus.), Abb. in: Porträtgal. z. Gesch. Österreichs v. 1400 bis 1800, 1976, u. in: B. Hamann (Hrsg.), Die Habsburger, 1988.

  • Autor/in

    Adam Wandruszka
  • Empfohlene Zitierweise

    Wandruszka, Adam, "Maria Magdalena" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 206 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136431070.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA