Dates of Life
1859 – 1950
Place of birth
Bad Soden
Place of death
Honnef/Rhein
Occupation
Eisenhüttenmann
Religious Denomination
evangelisch
Authority Data
GND: 135728541 | OGND | VIAF: 38141095
Alternate Names
  • Dahl, Franz

Relations

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Places

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Citation

Dahl, Franz, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135728541.html [25.04.2024].

CC0

  • Genealogy

    V Joh. Jakob (1830–98), Kaufm., S des Joh. (1799–1832), Gastwirt, u. der Susanne Keller (1790–1871) in Bad Soden;
    M Wilhelmine (1836–93), T des Frdr. Goldenberg aus Malstadt; ledig.

  • Biographical Presentation

    Nach Besuch der Höheren Bürgerschule in Soden und der dortigen Gewerbeschule begann D. 1878 seine hüttenmännische Laufbahn auf der Burbacher Hütte als Puddler, Walzer und Geschirrschmied. Fleiß und Begabung verhalfen ihm hier innerhalb von elf Jahren zu Ruf und Ansehen. Damals stand der Flußstahl im lebhaften Kampf mit dem bisherigen Schweißstahl. D. erkannte gefühlsmäßig die Bedeutung des neuen Verfahrens, weshalb er 1890 seine Stellung aufgab, um unter Verzicht auf die Hälfte seines Einkommens auf der Gutehoffnungshütte in Oberhausen das Walzen des Flußstahls im Profilwalzwerk kennen und die damit verbundenen Schwierigkeiten beherrschen zu lernen. Mit den neu gewonnenen Erfahrungen kehrte er 1891 in das Saargebiet zurück und leitete bei den Röchlingschen Eisen- und Stahlwerken den Ausbau des Walzwerkes. Zu seinen eigentlichen Leistungen, die ihm ein bleibendes Andenken in der Geschichte der Eisen- und Stahlindustrie sichern, kam D. aber erst durch seine Verbindung mit August Thyssen. Dieser berief ihn 1894 zur Leitung des zur Gewerkschaft Deutscher Kaiser gehörigen und seit 1891 in Betrieb befindlichen Eisen-, Stahl- und Walzwerkes in Bruckhausen. Jetzt war D. am rechten Platz. Getragen vom vollen Vertrauen Thyssens konnte er seine konstruktiven und organisatorischen Fähigkeiten voll entfalten. So entwickelte sich das Werk, das ursprünglich aus einem Siemens-Martin-Stahlwerk und einem kleinen Walzwerk bestand, rasch zu einem großen gemischten Betrieb durch Errichtung von Hochöfen, eines Thomas- und Blockwalzwerkes, einer Hüttenkokerei und einer elektrischen Zentrale. Die Gesamtanlage, der D. seit 1904 als Generaldirektor vorstand, wurde zu einem Muster wirtschaftlicher Standortsverteilung. In vielleicht noch höherem Maße gilt dies für das Stahlwerk Thyssen AG in Hagendingen, mit dessen Bau nach den Plänen D.s im Jahre 1910 begonnen wurde und das 1912 in Betrieb kam. Eine Glanzleistung war nach Ansicht der Fachwelt die Raumverteilung, welche die gesamte Anlage zu einem aufs engste ineinander eingreifenden Organismus machte. Eine große Leistung D.s stellte ferner die 1912 begonnene Errichtung des Hüttenwerks Caen (Nordfrankreich) dar.

    Auch der Gewerkschaft Deutscher Kaiser galt unverändert seine Fürsorge. Er stattete das 1919 in „August Thyssen-Hütte“ umbenannte Werk immer erneut mit vorbildlichen Einrichtungen aus und reihte es so in die Zahl der ganz großen Hüttenwerke des Ruhrgebietes ein. 1920 zog er sich auf seinen Ruhesitz in Honnef/Rhein zurück, ohne deshalb die Verbindung mit der Eisenindustrie zu verlieren. Unter seinen Fachgenossen erfreute er sich höchsten Ansehens als Eisenhüttenmann im allgemeinen und als Walzwerker im besonderen. Seit 1907 war er Vorsitzender des Technischen Ausschusses beim Stahlwerksverband bis zu dessen Auflösung 1945. In dieser Stellung war er maßgeblich an einer Einstufung der Walzwerkerzeugnisse sowie an der Verbesserung der Eisenbahn-Oberbaustoffe beteiligt. Viele Jahre hindurch gehörte er dem Vorstandsrat des Vereins Deutscher Eisenhüttenleute an. - Dr. Ingenieur Ehren halber der TH Berlin (1919); Carl-Lueg-Denkmünze (1920) des Vereins deutscher Eisenhüttenleute.

  • Literature

    Stahl u. Eisen 70, 1950, S. 632 (P);
    Nekr. aus d. rhein.-westfäl. Industriegebiet, Jg. 1939-51, S. 186 f.

  • Portraits

    Ölgem. v. Fritz Reusing, 1929 (im Bes. d. Wirtschaftsvereinigung Eisen- u. Stahlindustrie, Düsseldorf).

  • Author

    Hugo Racine
  • Citation

    Racine, Hugo, "Dahl, Franz" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 475 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135728541.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA