Lebensdaten
1887 bis 1958
Geburtsort
Schedewitz bei Zwickau
Sterbeort
Senftenberg bei Krems (Niederösterreich)
Beruf/Funktion
Jurist
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 13414273X | OGND | VIAF: 110481625
Namensvarianten
  • Kreller, Hans
  • Kreller, Hans Christoph
  • Kreller, Hans Christof

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Zitierweise

Kreller, Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd13414273X.html [20.04.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Emil (1844–1915), KR, Ing., Textilindustrieller, Vorsitzender d. Aufsichtsrats d. Kammgarnspinnerei Sch., S e. Rittergutsbes. in Woischlitz;
    M Julie, T d. Textilindustriellen Aloys Dautzenberg in Sch.;
    1) Dresden 1918 Elisabeth (1894–1946), T d. Paul Kohlschütter, GR im sächs. Finanzmin., u. d. Helene Meusel, 2) 1947 Hildegard Elisabeth Spalteholz.

  • Leben

    Seit 1906 studierte K. Rechtswissenschaft an den Universitäten Grenoble, Berlin, Freiburg i. Br. und Leipzig. Er legte 1910/11 und 1915 in Leipzig und Dresden die beiden juristischen Staatsprüfungen ab und wurde 1915 in Leipzig promoviert. Im Leipziger Seminar von Ludwig Mitteis entstand K.s|bedeutendes Erstlingswerk „Erbrechtliche Untersuchungen auf Grund der graecoaegypt. Papyrusurkunden“ (1919) sowie seine Habilitationsschrift über die lex Rhodia (Untersuchungen zur Quellengeschichte des röm. Seerechts, in: Zs. f. d. ges. Handelsrecht 85, 1921, S. 257 ff.). Aus dem Weltkrieg kehrte K. als hochdekorierter Artillerieoffizier zurück. Schon 1921 wurde der Dozent für Röm. Recht und Juristische Papyruswissenschaft auf ein Extraordinariat für Römisches, Bürgerliches und Wirtschaftsrecht an der Univ. Tübingen berufen. Er geriet dort unter den Einfluß der Interessenjurisprudenz und wandte seine Aufmerksamkeit auch der Zivilrechtsdogmatik, insbesondere der neuen Wissenschaft vom Arbeitsrecht zu. 1926-31 wirkte K. als o. Professor in Münster. 1931 wurde er als Nachfolger Max Rümelins nach Tübingen, 1941 als Nachfolger Leopold Wengers nach Wien berufen. 1935-44 leitete K. die Redaktion der romanistischen Abteilung der Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte und hat in dieser schwierigen Zeit erfolgreich für die Erhaltung der Zeitschrift und des Faches gewirkt.

    Der Schwerpunkt von K.s Forsthertätigkeit lag im römischen Recht und galt vornehmlich der Rekonstruktion von Prozeßformeln des prätorischen Edikts sowie der textkritischen Exegese klassischer Juristenfragmente. K. war ein Pionier der modernen Textstufenforschung, die sich um die Trennung von klassischem Text, nachklassischen Überarbeitungsschichten und justinianischer Endfassung der Digestenfragmente bemüht. Sein Interesse am modernen Arbeitsrecht, an der Reform des deutschen Bürgerlichen Gesetzbuches und an dogmatischen Fragen des österr. Privatrechts hat nicht nur seine wissenschaftliche Fragestellung im röm. Recht, sondern auch seine Unterrichtstätigkeit in diesem Fach befruchtet. Eine Kriegs- und Nachkriegsgeneration österr. Juristen wußte K.s Verknüpfung von röm. Recht und moderner Privatrechtswissenschaft zu schätzen, wie sie zuletzt in seinem Lehrbuch „Röm. Recht II: Grundlehren des Gemeinen Rechts“ (1950) richtungsweisend formuliert worden ist.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Österr. Ak. d. Wiss. (korr. 1951, wirkl. 1954).

  • Werke

    Weitere W u. a. Unters. d. Entwurfs e. Allg. Arbeitsvertragsgesetzes, in: Archiv f. d. civilist. Praxis 122, 1924, S. 1 ff., 123, 1925, S. 263 ff., 125, 1926, S. 1 ff.;
    Zum Judicium mandati, in: Festgabe Heck-Rümelin-Schmidt, 1931, S. 118 ff.;
    Röm. Rechtsgesch., 1936, 21948;
    Das Edikt de negotiis gestis in d. Gesch. d. Geschäftsbesorgung, in: Festschr. Koschaker II, 1939, S. 193 ff.;
    Das Edikt de negotiis gestis in d. klass. Praxis, in: ZSRGR 59, 1939, S. 390 ff.;
    Formula fiduciae u. Pfandedikt, ebd. 62, 1942, S. 143 ff.;
    Pfandrechtl. Interdikte u. formula Serviana, ebd. 64, 1944, S. 306 ff.;
    Qu.stellen z. röm. Recht, 1946, 21953;
    Stud. z. Aufbau d. Digestentitels De hereditatis petitione, in: Studi de Francisci 3, 1956, S. 285 ff.;
    Spatium quoddam temporis, Eine Studie üb. d. Ursprung v. Parallelstellen in d. Digesten, in: Scritti Ferrini 4, 1949, S. 148 ff.

  • Literatur

    A. Steinwenter, in: Jura 9, 1958, S. 139-42;
    ders., in: Alm. d. Österr. Ak. d. Wiss., 1958, S. 342-48 (W, P);
    M. Kaser, in: ZSRGR 75, 1958, S. XV-XXIII;
    T. Mayer-Maly, in: Studia et Documenta 24, 1958, S. 460-64 (W).

  • Portraits

    Bleistiftzeichnung v. F. Günther, 1957 (Inst. f. Röm. Recht d. Univ. Wien).

  • Autor/in

    Herbert Hausmaninger
  • Empfohlene Zitierweise

    Hausmaninger, Herbert, "Kreller, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 2 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13414273X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA