Lebensdaten
1850 bis 1928
Geburtsort
Gernrode (Eichsfeld)
Sterbeort
Dresden
Beruf/Funktion
Kamerafabrikant
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 133288617 | OGND | VIAF: 11030677
Namensvarianten
  • Ernemann, Johann Heinrich
  • Ernemann, Heinrich
  • Ernemann, Johann Heinrich
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Zitierweise

Ernemann, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd133288617.html [13.04.2021].

CC0

  • Genealogie

    M Catharina Ernemann ( 1850 Weber Johannes Günther), T des Bernh. E., Leinenweber, später Pferdehändler;
    Dresden 1875 Therese Grafe (ev.);
    2 S, 3 T, u. a. Alexander s. (1).

  • Leben

    Nach wechselvollen Wanderjahren übernahm E. 1876 in Dresden ein gutgehendes Textilhandelsgeschäft, das er wieder verkaufte. 1889 erwarb er eine kleine Tischlerei in Dresden, deren Inhaber beim Bau von Kameras in Zahlungsschwierigkeiten geraten war; sie wurde Grundstock der späteren E.-Werke. Damals befand sich die Photographie noch in ihren Anfängen. E. baute einen preiswerten Amateurapparat in dem damaligen Mindestformat 9 X 12 cm, wobei er als erster Fabrikant an die Stelle einer gewöhnlichen Glaslinse ein periskopisches Objektiv in Messingfassung setzte und zwischen beiden Objektivgliedern einen Metallverschluß anbrachte. Er ersetzte die Handarbeit weitgehend durch Maschinen, verbilligte dadurch die Kosten und steigerte die Präzision der Kameras. Angegliedert wurden einige Spezialbetriebe, um sich von Zulieferanten möglichst unabhängig zu machen. 1898 nahm E. durch Eingliederung der Görlitzer Camerafabrik E. Herbst & Firl die Herstellung von Apparaten für klinische, wissenschaftliche, reproduktionstechnische und kriminalistische Aufnahmen auf. Er verstand es, sich des Rats und der Erfahrungen von Wissenschaftlern und Praktikern zu bedienen. Ihm gelang dadurch die erste konstruktiv glückliche Lösung eines brauchbaren Kinoapparates für Amateure, dem die Fabrikation von Kinoprojektoren für Normalfilm und Vergrößerungsapparaten der verschiedensten Modelle folgte. 1907 wagte sich E. als erster sächsischer Betrieb an die schwierige Aufgabe der Fabrikation von Photo- und kinematographischen Objektiven. Seit 1919 wurden Trockenplatten in einem speziellen photochemischen Werk in Bannewitz bei Dresden hergestellt. Neben der Erfindung der Bromsilbergelatine-Trockenplatte (1871), die seit 1880 praktische Verwendung fand, sowie des Rollfilmes (1890), trug die von E. konstruierte Präzisionskamera zur umfassenden Verbreitung und Anwendung der Photographie bei, die seit der Jahrhundertwende ihren Einfluß auf das gesamte Kulturleben ausübt.|

  • Auszeichnungen

    Dr.-Ing. Ehren halber;
    KR.

  • Literatur

    BJ X (Tl. 1928, L);
    K. Händly, H. E. u. s. Werk, o. J.

  • Autor/in

    Walter Schulz
  • Empfohlene Zitierweise

    Schulz, Walter, "Ernemann, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 604 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd133288617.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA