Lebensdaten
erwähnt 973, gestorben 982
Sterbeort
Capo Colonne (Unteritalien)
Beruf/Funktion
Bischof von Augsburg
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 130302171 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Heinrich I.
  • Heinrich
  • Heinrich I.
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Zitierweise

Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd130302171.html [13.12.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Gf. Burchard, begütert in Geisenhausen Kr. Vilsbiburg (vielleicht personengleich mit Burchard, um 972, Mgf. v. d. Ostmark u. Burggf. v. Regensburg, s. ADB III);
    M N. N., T d. Hzg. Arnulf v. Bayern ( 937, s. NDB I); Verwandte Heinrich I. ( 955) u. Heinrich II. ( 995), Herzöge v. Bayern (beide s. NDB VIII), Hzg. Burchard II. v. Schwaben ( 973, s. NDB III*).

  • Leben

    Über H.s vorbischöfliche Zeit fehlen Nachrichten. Mit Hilfe des Herzogs Burchard von Schwaben und einiger hochstiftisch-augsburgischer Ministerialen, die sich von ihm Vorteile erhofften, gewann er das widerstrebende Domkapitel von Augsburg, ihn zum Bischof zu wählen. Am 22.9.973 wurde er von Kaiser Otto II. zu Bodfeld mit dem Bistum belehnt und bald darauf von dem Mainzer EB Ruotpert in Mainz konsekriert. – H. war wissenschaftlich gebildet, redegewandt, sangeskundig, gastfreundlich, eifrig in Erfüllung seiner bischöflichen Verpflichtungen. Aber er konnte auch herrisch und gewalttätig auftreten. Gegen seine Hörigen war er streng. Den Grafen Manegold und Hupald II., Neffen seines Vorgängers Ulrich, wollte er widerrechtlich Lehen entziehen, kam aber nicht zum Ziel, da diese Rückhalt am Kaiser hatten. Mit dem neuen Herzog von Schwaben (seit 973) und Bayern (seit 976), dem Kaiserneffen Otto, verstand er sich schlecht. Dagegen machte er gemeinsame Sache mit seinem Vetter Herzog Heinrich II. dem Zänker, als dieser, im Bunde mit Herzog Heinrich von Kärnten, 977 daranging, das ihm vom Kaiser entzogene Herzogtum Bayern mit Gewalt zurückzuholen. Während Heinrich der Zänker Passau nahm, besetzte H. das herzogliche bayerische Neuburg/Donau. Der „Aufstand der drei Heinriche“ brach jedoch rasch zusammen. Auf einem Fürstentag zu Magdeburg Ende März 978 wurden die beiden weltlichen Empörer in die Verbannung geschickt, H. aber zu Haft in Kloster Werden a. d. Ruhr verurteilt. Auf Fürsprache des Herzogs Otto von Schwaben und Bayern, mehrerer Bischöfe und des Augsburger Bistumsklerus wurde er bereits 978 Mitte Juli auf dem Reichstag zu Dortmund begnadigt. Innerlich gewandelt kehrte er in sein Bistum zurück. Er ließ den Dom von Augsburg neu bedachen, baute über den Lech, vielleicht bei Hochzoll, eine Brücke auf Sankt Afra im Feld zu (Kreis Friedberg) und verfügte deren zollfreie Benützung für jedermann. 980 machte er aus seinem väterlichen Erbe Schenkungen an den Augsburger Dom zur Nutznießung für die Kanoniker und an das bischöfliche Eigenkloster Sankt Mang in Füssen. Anschließend unternahm er eine Bußwallfahrt nach Rom, vielleicht im Gefolge des Kaisers (Oktober 980). Im Herbst 981 führte er im Verband eines großen Aufgebotes aus dem Reich persönlich 100 Panzerreiter zur Verstärkung des kaiserlich Heeres nach Italien. Er fiel im Kampf gegen die Araber bei Capo Colonne.

  • Literatur

    Jbb. d. Dt. Gesch., Otto II.;
    F. Zoepfl, Das Bistum Augsburg u. s. Bischöfe im MA, 1955, S. 77-79;
    W. Volkert, Die Regg. d. Bischöfe u. d. Domkapitels v. Augsburg I, 1964, S. 90-99, Nr. 160-173.

  • Autor/in

    Friedrich Zoepfl
  • Empfohlene Zitierweise

    Zoepfl, Friedrich, "Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 336 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd130302171.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA