Lebensdaten
1656 bis 1727
Geburtsort
Sankt Vith (Eifel)
Sterbeort
Düren
Beruf/Funktion
Dramatiker ; Jesuit ; Schulmann ; Philosoph ; Philologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 128976292 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Aler, Paul
  • Aler, Paulo
  • Aler, Paulus

Orte

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Zitierweise

Aler, Paul, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd128976292.html [24.10.2019].

CC0

  • Leben

    Am 6.11.1676 trat A. zu Trier in den Jesuitenorden ein. Hauptschauplatz seiner Wirksamkeit war das Tricoronatum (Dreikronengymnasium) in Köln, an dem er auch seine wissenschaftliche Ausbildung erhalten hatte (Magister Artium). Nach seiner Lehrtätigkeit in den Gymnasialklassen und der Vollendung seiner theologischen Studien lehrte er Philosophie und Moraltheologie und leitete 13 Jahre die lateinische Kongregation. Als Subregent (1690–1703) und Regent (= Studienpräfekt, 1703–1713) übte er einen tiefgehenden Einfluß auf die Geschicke des Tricoronatum aus (Zeitalter A.s). Er errichtete ein modernes Schultheater (begonnen März 1700) mit szenischen Verwandlungen, Maschinen und Flugapparaten, wo er seine Dramen und Opern aufführen ließ. Starr von Charakter wachte er streng über die Aufrechterhaltung der durch die vielen Kriege bedrohten studentischen Sitten, war auch ebenso unbeugsam in der Wahrung der Rechte der Anstalt gegenüber den anderen Gymnasien und der Universität. Im Jahre 1713 ging er als Dogmatikprofessor nach Trier (1713–17) und setzte seine Tätigkeit in Münstereifel und Aachen fort, bis er, durch einen Schlaganfall völlig gelähmt, 1727 seine Laufbahn in Düren beschloß.

  • Werke

    13 lat. u. dt. Dramen u. Opern; Ars poetica, Köln 1683 u. ö.; Gradus ad Parnassum, ebenda 21706, 71724 (in Anlehnung an den Pariser Novus synonymorum thesaurus); Philosophia tripartita, 3 T., ebenda 1710-24; Ein dt.-lat. Wörterbuch, Köln 1724 u. ö.; s. a. Kosch, Kath. Dtld. I, 1933, S. 28.

  • Literatur

    ADB I;
    J. Hartzheim, Bibl. Coloniensis, Köln 1747, S. 263-65 (W);
    Sommervogel I, S. 160-67, VIII, S. 1603 f. (W), Suppl., S. 331, Nr. 990;
    A. Fritz, P. A., in: Das Marzellen-Gymnasium in Köln 1450 bis 1911, 1911, S. 123-40;
    B. Duhr, Gesch. d. Jesuiten in d. Ländern dt. Zunge IV, 1928, S. 31-33;
    N. Scheid, Das lat. Jesuitendrama im dt. Sprachgebiet, in: Lit.wiss. Jb. d. Görresges. 5, 1930, S. 73-75;
    J. Kuckhoff, Die Gesch. d. Gymnasium Tricoronatum, 1931, S. 458-519;
    Dictionnaire d’Histoire et de Géographie Ecclésiastiques II, 1914, Sp. 129 f.;
    LThK;
    L. Koch 1934;
    Kosch, Lit.-Lex. I.

  • Autor/in

    Wilhelm Kratz SJ
  • Empfohlene Zitierweise

    Kratz SJ, Wilhelm, "Aler, Paul" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 191 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128976292.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Aler: Paul A., Philosoph, Philologe und Poet, geb. zu St. Veit im Luxemburgischen 9. Nov. 1656, zu Düren 2. Mai 1727. Gebildet auf dem Gymnasium zu Köln, ward er 1676 Magister und in den Jesuitenorden aufgenommen. 1676—91 lehrte er in Köln Philosophie, Theologie und Humaniora; 1701 ward er zu Trier Professor der Theologie, 1703 Regens am Kölner Gymnasium und 1713 Regens der Gymnasien zu Aachen, Münster, Trier und Jülich. — Unter seinen philosophischen Werken ist das umfangreichste die „Philosophia tripartita (logica, physica, metaphysica)“. Unter den philologischen ist es der vielgebrauchte und vielgedruckte „Gradus ad Parnassum“, welcher hauptsächlich seinen Namen erhalten hat. Es ist unter diesem Titel ein „Synonymorum, epithetorum thesaurus“ mindestens seit 1687 in Köln gedruckt worden; die erste Ausgabe, welche, vermehrt mit einem „Artis poeticae compendio“ Aler's Namen trägt, scheint von 1699. — Besonderes Interesse aber wandte A. den dramatischen Aufführungen des Gymnasiums zu. Er richtete ein Theater ein mit scenischen Verwandlungen, Maschinen, Flugapparaten für ganze Chöre etc. und schrieb dafür eine Reihe von lateinischen und deutschen Tragödien: „Trag. tres de Josepho" 1703—5; „De Tobia trag. duae", 1706; „De Bertulfo et Ansberta“, 1708; „De Genovefa“, 1709; „Von der Mutter und ihren beiden Söhnen bei den Maccabäern“, 1710. Dazu noch „Dramata musica“, d. h. Schauspiele mit Arien und Chören: „Regina gratiae Maria“, 1696; „Regina pacis Maria“,1697; „Julius Maximinus“, 1697 (erschien deutsch in einer Umarbeitung unter dem Titel „Ursula Coloniensis, tragoedia“, 1710) und „Urania“, 1700.

    • Literatur

      Harzheim, Bibl. Colon. p. 263.

  • Autor/in

    Kern.
  • Empfohlene Zitierweise

    Kern, "Aler, Paul" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 335-336 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128976292.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA