Lebensdaten
1521 bis 1575
Geburtsort
Frankfurt/Oder
Sterbeort
Frankfurt/Oder
Beruf/Funktion
kurmärkischer Historiograph
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 124664121 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Iustus, Wolfgang
  • Jobst, Wolfgang
  • Iustus, Wolfgang
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Zitierweise

Jobst, Wolfgang, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd124664121.html [15.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Hieronymus ( 1540), Kaufm., 1535 Bgm. v. F.;
    M Ottilia ( 1525), T d. Peter Wernitzer gen. Schwab, Bgm. u. Buchführer in F. u. d. R. Wins;
    Schw Regina ( 1540 Prof. Jodokus Willich, 1552, Polyhistor, s. ADB 43);
    - N. N.;
    2 S, u. a. Wolf ( n. 1600), Kanzleischreiber d. Regierung in Küstrin.

  • Leben

    J. studierte nach Lateinschulbesuch in Frankfurt an der dortigen Universität, dann Sommer 1543 in Leipzig und wurde 1541 in Frankfurt/Oder artistischer Bakkalar und 1544 Magister, stark gefördert durch seinen Schwager J. Willich, dessen Collegium musicum J. wie auch sein Freund Wolfg. Figulus angehörten. Nach Willichs Tod, 1552, gab J. dessen hinterlassene „Ars magirica“ mit C. Geßner in Zürich heraus. Um sich den Zugang zu den sog. höheren Professuren zu bahnen, studierte J., der bereits 1548 Dekan der Artisten war, Medizin, promovierte 1559 zum Dr. med. und wurde bald darauf Professor der Physik, was er bis zu seinem Tod blieb (Rektor 1551, 1555 u. 1563).

    J.s bleibende Leistungen lagen auf den Gebieten der Genealogie und Landesgeschichte. Er verfaßte die älteste Landesbeschreibung der Mark Brandenburg. Christoph Enzelt baute mit seiner altmärk. Chronik (1579) ebenso wie A. Angelus mit seinem „Breviarium Marchicarum rerum“ (1593) und den „Annales Marchiae Brandenburgicae“ (1598) auf J.s Vorarbeiten auf. Wenn auch seine kritische Ader nur gering entwickelt war und er zu einer systematisch sichtenden Urkundenauswertung noch nicht vordrang, so hat J. doch immerhin gegenüber den tastenden, mehr poetisch-stilistischen Geschichtsschreibungsversuchen der Frankfurter Humanisten als erster durch Darbietung geschichtlicher Realien in Einzelheiten, besonders auch solcher wirtschaftlicher Art, die meist auf gut fundierten Überlieferungen beruhten, mit die Grundlagen für die unter H. Conrings Einfluß geschriebenen historischen Werke Joh. Christ. Beckmanns über die Mark Brandenburg, „Musterarbeiten ihrer Zeit“ (Wegele), geschaffen. Beckmann nutzte J.s Arbeiten als wertvolle Quellenschriften und anerkannte durch 2malige Neuherausgabe (1676, 1706) von J.s früher Frankfurter Stadtbeschreibung von 1561 unter Beifügung eigener „Accessiones“ dessen Werk. J.s Beschreibung der Kurmark von 1571 erlitt zwei Plagiate, die 1617 und 1618, widerrechtlich einmal unter dem Namen Christ.|Theod. Schosser, das zweite Mal unter dem des Joachim Dubravius, zu Magdeburg erschienen. Die genealogischen Arbeiten J.s über die brandenburg. Kurfürsten erfuhren nach seinem Tode durch R. Reineccius weiteren Fortgang und Anerkennung (1580/81). Der von J. erstmals 1554 u. ö. herausgegebene Katalog der europ. Hochschulen, ihrer Gründer und ihrer namhaftesten Professoren fand allseits beifällige Aufnahme.

  • Werke

    Weitere W Chronologia omnium illustrium medicorum tam veterum quam recentiorum, 1556;
    Kurtze Beschreibung d. alten löbl. Stad Franckfurt, 1561;
    Genealogia d. Chur. u. Fürstl. Haus zu Brandenburgk … 634-1562, 1562;
    Chronologia, Von Erbauung u. Ankunfft namhaffter Stedte, Schlösser u. Klöster, 1563, 1575, 1585 u. d. T.: Parvum Theatrum urbium, hrsg. v. A. Saur;
    Chronologia temporum, 1566;
    De antiquitate et origine familiar. Marchion. Brandenburg, 1569;
    Genealogiae VII. Insignium familiarum March. et Elect. Brand., 1571;
    Ein kurtzer Auszug u. beschreibung d. gantzen Churfürstentumbs d. Marck zu Brandenburgk …, 1571, 21572;
    Genealogia od. Stam u. Geburtlinia, d. … Fürsten u. Hertzogen in Pommern, Stettin, d. Cassuben u. Wenden, auch in Rügen u. Pommerellen …, 1573.

  • Literatur

    J. Ch. Beamanus, Notitia Universitatis Francofurtensis, 1707, S. 72;
    M. F. Seidels Bilder-Slg., hrsg. v. G. G. Küster, 1751, S. 76 (W, L, P);
    F. X. v. Wegele, Gesch. d. Dt. Historiogr., 1885, S. 320, 347;
    H. Grimm, Alt-Frankfurter Buchschätze, 1940, S. 33 f.;
    ders., Meister d. Renaissancemusik an d. Viadrina, 1942.

  • Autor/in

    Heinrich Grimm
  • Empfohlene Zitierweise

    Grimm, Heinrich, "Jobst, Wolfgang" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 446 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd124664121.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA