Lebensdaten
1837 bis 1906
Geburtsort
Blankenburg (Harz)
Sterbeort
Freiberg (Sachsen)
Beruf/Funktion
Eisenhüttenmann ; Professor in Freiberg
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 12402002X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ledebur, A.
  • Ledebur, Karl Heinrich Adolf
  • Ledeburs, Adolf

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Zitierweise

Ledebur, Adolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd12402002X.html [24.10.2017].

CC0

  • Genealogie

    V Georg Wilh. Christian ( 1856), Postmeister in B.; M Luise Friederike Charlotte Wilhelmine Kunze; Ilsenburg 1866 Maria (1843–91), T d. Oberhütteninsp. Eduard Schott in Ilsenburg u. d. Karoline Kitzsteiner; Gvv d. Ehefrau Benedikt Sch. (1763–1846), Hofrat, Dir. d. Jacobsonschen Inst. in Seesen; Schwager Walter Schott (* 1861), Bildhauer in Berlin; 2 T.

  • Leben

    L. besuchte das Gymnasium in B., ging mit 17 Jahren aus der Prima ab und unterrichtete sich privat in Mathematik, Naturwissenschaften und Zeichnen. Er praktizierte danach am Staatl. Eisenwerk in Zorge und studierte seit 1856 am Collegium Carolinum (der späteren Techn. Hochschule) in Braunschweig. Ende 1858 trat er wieder beim Eisenwerk Zorge ein, kam bald nach Rübeland und legte im Mai 1862 die technische Staatsprüfung ab. Er ging nun an das Gräfl. Stolbergische Eisenwerk in Ilsenburg, an dem er 1864 zum Hüttenkontrolleur aufrückte; sein Chef Schott leitete ihn hier zu wissenschaftlichen Arbeiten an. 1869 ging L. als Betriebsleiter zur Eisengießerei von Schwartzkopff in Berlin, im Frühjahr 1871 zunächst als Assistent, bald darauf als Leiter des Hochofen- und Gießereibetriebs in das Eisenwerk Gröditz bei Riesa. Hier führte er 1874 den Kupolofen mit Wasserkühlung ein. Durch G. A. Zeuner wurde er Ende 1874 als Professor auf den neu errichteten Lehrstuhl für Eisenhüttenkunde, Salinenkunde und mechanischmetallurgische Technologie an der Bergakademie Freiberg berufen. Hier richtete er das neue Eisenhüttenlaboratorium ein und entfaltete eine rege Forschertätigkeit, die ihn bald zum bekanntesten Eisenhüttenkundler Deutschlands machte. Er arbeitete neue Verfahren der Eisenanalyse aus, befaßte sich frühzeitig mit Gefügeuntersuchungen (als „Ledeburit“ bezeichnet man einen Gefügebestandteil des Eisens, bestehend aus einem Gemenge von Austenit- und Zementkriställchen), der Ermittlung der Säurebeständigkeit des Roheisens und seiner Seigerung. Er führte den Begriff der Temperkohle als 4. Form des Kohlenstoffs im Eisen neben Graphit, Karbid und Härtekohle und den Begriff der Beizbrüchigkeit ein. Er schuf das erste brauchbare Verfahren zur Sauerstoffbestimmung im Eisen. Daneben studierte er u. a. den Einfluß von Silicium, Schwefel, Chrom, Mangan, Aluminium usw. auf die Beschaffenheit des Eisens. Seine Ergebnisse fanden ihren Niederschlag in vielen Einzelabhandlungen. L. wurde vor allem bekannt durch seine großen Handbücher.|

  • Auszeichnungen

    Bergrat (1890), Oberbergrat (1898) u. Geh. Bergrat (1900); Ehrenmitgl. d. Iron and Steel Institute zu London (1902), d. American Foundrymen Association in New York (1903) u. d. Ver. dt. Eisenhüttenleute (1906).

  • Werke

    u. a. Das Roheisen in Bezug auf s. Verwendung zur Eisengießerei, 1872, 41904; Die Öfen f. metallurg. Prozesse, 1878; Lehrb. d. mechan.-metallurg. Technol., 1879, 31905; Leitfaden f. Eisenhüttenlaboratorien, 1878, 61903; Metallverarbeitung auf chem.-physikal. Wege, 1882; Hand- u. Lehrb. d. Eisenhüttenkde., 1883, 51906; Hdb. d. Eisen- u. Stahlgießerei, 1883, 31901; Die Metalle, ihre Gewinnung u. ihre Verarbeitung, 1887; Eisen u. Stahl, 1890; Die Legierungen u. ihre Anwendung f. gewerbl. Zwecke, 1890; Versuche üb. d. Beiz- u. Rostsprödigkeit d. Eisens u. Stahls, 1890; Gasfeuerung f. metallurg. Zwecke, 1891.

  • Literatur

    E. Pappritz, in: Jb. f. d. Berg- u. Hüttenwesen im Kgr. Sachsen 1906, S. 3-8; VDI-Zs. 50, 1906, S. 1125; Stahl u. Eisen 26, 1906, S. 769; E. Leber, A. L., 1912 (W, L); C. Matschoss, Männer d. Technik, 1925; C. Schiffner, Aus d. Leben alter Freiberger Bergstudenten II, 1938, S. 6, u. III, 1940, S. 144-47 (P).

  • Portraits

    Bronzebüste v. D. Schaper u. Eisengußbüste n. Modell v. Sintenis (beide Freiberg, Eisenhütteninst. d. Bergak.).

  • Autor

    Walther Fischer
  • Empfohlene Zitierweise

    Fischer, Walther, "Ledebur, Adolf" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 39 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd12402002X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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