Lebensdaten
1888 bis 1980
Geburtsort
Türkheim (Allgäu)
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Genossenschaftsfunktionär ; Politiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 121216217 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Singer, Josef
  • Singer, Joseph

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Zitierweise

Singer, Josef, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd121216217.html [18.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Ludwig (1850–1925), Bauer, Spediteur in T.;
    M Johanna Widemann (1854–1924);
    München 1920 Maria (1892–1983), T d. Josef Urban (1863–1921), Brauer, Gastwirt, Gutsbes.;
    1 S Peter (* 1924), Dr. rer. nat., Abt.dir. f. EDV b. d. Bayer. Hypotheken- u. Wechselbank, 1 T Johanna (1927–2001, Dieter Steinbrecht, 1925–2004, Studiendir.), Oberstudiendir.

  • Leben

    Von den Eltern ursprünglich zum Priesterberuf bestimmt, durchlief S. Gymnasien in Dillingen, Schäftlarn und Burghausen und legte 1909 das Abitur am humanistischen Gymnasium in Kempten ab. Das Studium der Rechtswissenschaften an der Univ. München wurde durch die Mobilmachung im Aug. 1914 unterbrochen. Nach Einsatz als Unteroffizier vor Verdun und längerem Lazarettaufenthalt im Sommer 1916 fungierte S. im Rang eines Offizierstellvertreters als Orts- und später Bezirkskommandant im Elsaß. Während einer Tätigkeit als Volontär bei einer Hamburger Außenhandelsfirma brachte S. 1919–21 seine Studien zum Abschluß und wurde 1922 an der Univ. Würzburg zum Dr. iur. et rer. pol. promoviert. Im selben Jahr holte Georg Heim S. zur Regensburger „Landwirtschaftlichen Zentralgenossenschaft des Bayer. Bauernvereins“, wo er im Herbst 1923 die Leitung des Direktionssekretariats übernahm. 1926/27 wurde er in den Vorstand sowohl der Zentralgenossenschaft als auch der damals ausgegliederten „Genossenschaftlichen Warenzentrale des Bayer. Bauernvereins“ berufen. Die nach der nationalsozialistischen Machtübernahme erzwungene Fusion der verschiedenen bayer. Genossenschaftsverbände bedeutete für den der Bayer. Volkspartei nahestehenden S. die Rückstufung zum Prokuristen der „Bayer. Warenvermittlung landwirtschaftlicher Genossenschaften AG“ (BayWa). Nach Kriegsende 1945 gehörte S. zunächst der kommissarischen Geschäftsleitung der BayWa sowie der „Bayer. Zentral-Darlehenskasse“ (später „Bayer. Raiffeisenzentralkasse“, BRZ) an, um im Nov. 1946 zum Vorstandsvorsitzenden der beiden Organisationen bestellt zu werden. Von 1950 bis zu seiner Ruhestandsversetzung 1962 fungierte S. als deren Generaldirektor. Für die Gruppe der Genossenschaften war S. 1947–69 Mitglied des Bayer. Senats. Am 4.12.1947 zum Gründungspräsidenten gewählt, wurde er bis zu seinem altersbedingten Rückzug 1968 neunmal in dem damals dritthöchsten Staatsamt Bayerns bestätigt.

    S. war ein prägnanter Vertreter jener Generation der schon vor 1933 beruflich avancierten Honoratioren, die als politisch Unbelastete nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes den demokratischen Neubeginn maßgeblich gestalteten. In führender Position im Genossenschaftswesen wirkte er an der Bewältigung der Versorgungskrise nach Kriegsende ebenso mit wie an der Steuerung des landwirtschaftlichen Umbruchs im Gefolge der durchgreifenden Mechanisierung der 1950er Jahre. Als erster und langjähriger Präsident des Bayer. Senats nahm er entscheidenden Einfluß auf die schwierige, weil stets umstrittene Etablierung des neuartigen Verfassungsorgans (1999 aufgelöst).

  • Auszeichnungen

    Goldene Staatsmedaille (1953); Gr. BVK mit Stern u. Schulterband (1954), Großkreuz (1963); Bayer. Verdienstorden (1958); Großes Silbernes Ehrenzeichen f. Verdienste um d. Rep. Österr. (1958); Raiffeisen-Medaille (1958); Max-Eyth-Gedenkmünze (1958); Großkreuz d. Silvesterordens (1961); Bayer. Vfg.medaille in Gold (1961); Steckkreuz z. Ehrenzeichen f. Verdienste um d. BRK (1966); Ehrensenator (1954); Dr. agr. h. c. (TH München 1959); Ehrenbürger d. Gemeinden Hohenkammer (1958) u. Türkheim (1963); Mitgl. u. Vors. zahlr. Aufsichts- u. Verw.räte u. Beiräte.

  • Werke

    Geschäftsanteil u. Geschäftsguthaben b. d. eingetragenen Erwerbs- u. Wirtsch.genossenschaften, 1922 (Diss.);
    Prakt. Auswirkungen d. Raiffeisenarb. in Bayern, 1950;
    Die Bedeutung u. d. Aufgaben d. Bayer. Senats, 1951;
    Nachlaßsplitter:
    Bayer. HStA.

  • Literatur

    Klimesch (P);
    S. Rehm, in: Der Bayer. Senat, Biogr.-statist. Hdb. 1947–1997, bearb. v. H. Schmöger, 1998, S. 78–93 (L, P).P Ölgem. v. R. Kommer v. Åkerhielm, 1968 (München, Maximilianeum).

  • Autor/in

    Stephan Deutinger
  • Empfohlene Zitierweise

    Deutinger, Stephan, "Singer, Josef" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 460-461 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd121216217.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA