Lebensdaten
1528 bis 1591
Geburtsort
Öpfingen bei Ehingen/Donau
Sterbeort
Dillingen/Donau
Beruf/Funktion
Bischof von Augsburg
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119511339 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Marquard II. von Berg
  • Marquard II.
  • Berg, Marquard von
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Zitierweise

Marquard von Berg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119511339.html [18.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus e. Geschl., das urspr. zu d. Ministerialen d. Grafen v. Berg zählte. Nach diesem 1345 ausgestorbenen Adelsgeschl., d. späteren Burgauer Markgrafen, benannten sich d. Herren v. Berg, M.s Vorfahren. V Eitel Sigmund ( 1546). Hauptm. d. Schwäb. Bundes;
    M Katharina verw. v. Westernach, T d. Diepold v. Stain;
    Om Marquard v. Stain (1479–1559), Dompropst in Augsburg u. Bamberg;
    B Christoph (1530–79), bischöfl.-augsburg. Rat (seit 1570) u. bayer. Rat (seit 1572).

  • Leben

    Als der 13jährige M. sich am 7.12.1541 an der Univ. Ingolstadt einschrieb, war er schon – wohl durch Zutun seines Onkels mütterlicherseits – Inhaber eines Kanonikats an der|Augsburger Domkirche. Anfang 1544 erwarb er den Grad eines Bakkalaureus, 1545 den eines Magister Artium. Während seines Studiums kam M. noch in den Genuß eines Kanonikats am Bamberger sowie am Mainzer Dom. Von Mai 1548 bis Dezember 1554 studierte er mit einer einjährigen Unterbrechung (1551/52 residierte er an seiner Bamberger Dompfründe) an den Universitäten Padua, Pavia und Bologna (seit 1552) Rechtswissenschaften. In Bologna amtierte er als Prokurator der deutschen Nation (1553). Nach der Promotion zum Dr. iur. utr. verließ er die Universität zum Jahresende 1554.

    Nach seiner Rückkehr nach Bamberg bekleidete M. einige Ämter am dortigen Dom, ehe er 1559 anstelle seines verstorbenen Onkels zum Dompropst von Bamberg und Augsburg gewählt wurde. In Bamberg bald auch zum Domdekan ernannt, diente er den dortigen Bischöfen Georg IV. ( 1561) und Veit II. ( 1577) als Vertreter auf Reichs- und Landtagen. Der begabte Jurist zeigte sich Reformbestrebungen nicht abgeneigt, unterhielt allerdings zeitlebens auch gute Kontakte zu Protestanten (z. B. zu Hieronymus Fröschel aus Augsburg). Mit den Jesuiten, von denen er annahm, daß sie ihn bei den päpstlichen Gesandten und auch an der Kurie schwerer Verfehlungen beschuldigt hatten (Häresie, Konkubinat, Mord), stand er in keinem guten Einvernehmen. Trotz aller Widerstände und Warnungen wählte ihn das Augsburger Domkapitel am 26.7.1575 als Nachfolger des verstorbenen Johann Eglof v. Knöringen zum neuen Oberhirten. Nachdem M. die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen entweder zurückgewiesen (Häresie, Mord) oder mit dem Versprechen, sich künftig zu bessern, zugegeben hatte (Konkubinat), stand seiner Bestätigung durch Papst Gregor XIII. nichts mehr im Wege, zumal sich auch Hzg. Albrecht V. von Bayern, Erzhzg. Ferdinand von Österreich und – verspätet – Kaiser Maximilian II. für ihn eingesetzt hatten. Am 25.11.1575 erhielt M., der bislang nur Diakon war, in Dillingen die Priesterweihe; am 15.1.1576 wurde er zum Bischof konsekriert.

    Seine Regierungszeit war geprägt von heftigen Auseinandersetzungen mit den Jesuiten in Dillingen, die sich vor allem an der Frage der Erlaubtheit des Zinsnehmens zu 5%, der Dotierung des Dillinger Jesuitenkollegs und der (schließlich 1580 erfolgten) Gründung eines Augsburger Jesuitenkollegs entzündeten. M. zeigte sich dabei immer kompromißbereit. Trotz wiederholt vorgetragener Anschuldigungen (vor allem von Seiten der Nuntien Portia, Madruzzo, Ninguarda) förderte M. Reformbestrebungen, denen jedoch kein dauerhafter Erfolg beschieden war, weil er sich nicht zu einer planmäßigen Zusammenarbeit mit den Jesuiten durchringen konnte. Für Missionen in der Diözese zog er allerdings die Jesuiten heran. Er versuchte, das religiöse Leben in der Diözese zu erneuern und die Bildung der Geistlichkeit zu fördern. So schrieb er vor, welche Bücher der Klerus besitzen müsse, und empfahl den Katechismus des Petrus Canisius. Der von ihm 1580 veranlaßte Druck eines Augsburger Rituale und die Neuauflage des Augsburger Breviers in vier Bänden gehören gleichfalls zu diesen Reformbemühungen. Früher selbst Konkubinarier, schärfte er den Geistlichen in drei Mandaten ein, ihre Konkubinen sofort zu entlassen.

  • Literatur

    J. A. Steiner (Hrsg.), Acta selecta ecclesiae Augustensis, T. 1-2, 1785-89;
    Nuntiaturberr. aus Dtld., Abt. II, Bd. 1-2, hrsg. v. R. Reichenberger u. J. Schweizer, 1895-1912;
    dass., Abt. III, Bd. 1-2, 4-5, hrsg. v. J. Hansen u. K. Schellhaß, 1892-94 sowie 1903-09;
    Beati Petri Canisii Epistulae et Acta, hrsg. v. O. Braunsberger, Bd. 1-8, 1896-1923. – O. Bucher, M. v. B., Bischof v. Augsburg (1575–91), in: Zs. f. bayer. Landesgesch. 20, 1957, S. 1-52;
    ders., Bischof M. v. B., in: Lebensbild(er) Bayerisch Schwaben, hrsg. v. Götz Frhr. v. Pölnitz VII, 1959, S. 173-82;
    F. Zoepfl, Das Bistum Augsburg u. s. Bischöfe im Ref.jh., 1969, S. 561-695.

  • Portraits

    Gem., zeitgenöss. (Dom Augsburg, Westchor). Abb. b. Bucher, s. L, u. Zoepfl., s. L;
    Bildnis (St. Gallen, Stiftsbibl., Cod. 369 fol. membr., 1 v), Abb. b. Zoepfl, s. L;
    Epitaph v. Paulus Mair (Dillingen, Schloßkapelle).

  • Autor/in

    Georg Kreuzer
  • Empfohlene Zitierweise

    Kreuzer, Georg, "Marquard von Berg" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 237 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119511339.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA