Lebensdaten
1870 bis 1955
Geburtsort
Pirna (Sachsen)
Sterbeort
Ohlstadt bei Murnau
Beruf/Funktion
Schauspielerin
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 119115522 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Martersteig, Gertrud (geschiedene)
  • Berneis, Gertrud (verheiratete)
  • Eysoldt, Gertrud
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Zitierweise

Eysoldt, Gertrud, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119115522.html [14.12.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Frdr. Arthur (1832–1907), Rechtsanwalt u. Notar, dt.-freisinniger Reichstagsabgeordneter (s. BJ XII, Tl. 1907, L), Kaufm.sohn;
    M Bertha Wilh., T des Rittergutspächters Aug. Wilh. Richter;
    1) (⚮) 1894 Max Martersteig (1853–1926), Theaterintendant (s. Kosch, Theater-Lex., W, L), 2) Benno Berneis, Maler;
    2 S Leo Eysoldt, Musiker, Peter Berneis, Schriftsteller.

  • Leben

    E. begann ihre Bühnenlaufbahn nach Studien bei Heinrich Richter 1889 am Münchener Hoftheater. A. Mitterwurzer vermittelte sie bereits 1890 nach Meiningen, wo sie die ersten Erfolge hatte und durch den Herzog und Freifrau von Heldburg besonders gefördert wurde. In Riga (seit 1891) und Stuttgart (seit 1893) konnte sie sich künstlerisch|reich entfalten. 1899 kam sie nach Berlin an das Schiller-Theater, 1900 an das Lessing- Theater, bis 1902 ihre große Zeit begann: Max Reinhardt holte sie an das „Kleine Theater Unter den Linden“. Seit 1903 spielte E. auch am „Neuen Theater“ (am Schiffbauerdamm). 1905 trat sie in das „Deutsche Theater“ ein, dem sie bis zum Ende ihrer Bühnenlaufbahn, seit 1945 als Ehrenmitglied, angehörte; dazu kamen seit 1906 auch die „Kammerspiele“. Am Berliner „Kleinen Schauspielhaus“ wirkte sie 1920/21 auch als Regisseurin und Intendantin. – Der Kreis ihrer Rollen war erstaunlich umfangreich, groß und vielfältig ihr Gestaltungsvermögen. Mit ihr erlebte Gorkis „Nachtasyl“ (23.1.1903) seine berühmte deutsche Erstaufführung, ihr Mut zum Perversen befähigte sie auch zur ersten gültigen Verkörperung von O. Wildes „Salome“ in Deutschland. Weitere hervorragende Rollen waren Kleists „Penthesilea“, Hofmannsthals „Elektra“, Wedekinds „Lulu“ sowie die Frauengestalten Strindbergs und Shaws. E. war eine eminent kluge Schauspielerin, die es verstand, sowohl durch die Bewegungen ihres fast geschlechtslosen, knabenhaften Körpers sowie durch ihre „gräßlich aufklärende“ Stimme Akzente zu setzen, wie man sie damals noch nicht kannte. Ihr „Antinaturalismus“ wirkte besonders durch den Puck (Sommernachtstraum) revolutionär, den sie als Naturrüpel brachte. Es entsprach einem Zug ihrer Epoche, wenn sie einem übersteigerten Intellektualismus zuneigte, ihren Gestalten Lebenswärme und Liebe fehlten, diese eher vom Haß geprägt waren. Jedoch gelang ihr auch der Übergang ins Altersfach, und nach dem Kriege begegnete sie noch einmal im Film (Nachtwache). Ihr reiches Können und Wissen hat sie Hunderten von Schülern weitergegeben. – Gastspiele in der Schweiz und Skandinavien.

  • Literatur

    H. Ihering, G. E., in: Theater-Kal. 1913; J. Bab u. W. Handl, Dt. Schauspieler-Porträts aus Berlin u. Wien, 1908, S. 93-103 (P);
    J. Bab, Schauspieler u. Schauspielkunst, 1926, S. 99 f., 116;
    ders., Kränze dem Mimen, 1954, S. 351;
    O. Keindl, in: Theaterdienst, 1955, H. 4;
    Dt. Bühnenjb. 1956;
    Eisenberg;
    Kosch, Theater-Lex.; Rhdb. (P).

  • Portraits

    Gem. v. L. Corinth, als Salome, 1903 (Privatbes.), Abb. b. G. Biermann, L. Corinth, Künstlermonogr. 107, 1922;
    Lith. v. K. Richter, 1930 (München, Theatermus.);
    mehrere Steinzeichnungen (Rollenporträts) v. E. Orlik (ebd.).

  • Autor/in

    Christian Weickert
  • Empfohlene Zitierweise

    Weickert, Christian, "Eysoldt, Gertrud" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 712-713 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119115522.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA