Lebensdaten
1694 bis 1738
Sterbeort
Petersburg
Beruf/Funktion
Orientalist ; Historiker
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 119099292 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Bayer, Theophil Siegfried
  • Bayerus, Theophilus Sigefridus
  • Bayer, Gottlieb Siegfried
  • mehr

Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Bayer, Gottlieb Siegfried, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119099292.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Friedrich Bayer, Maler;
    M Anna Katharina Porath;
    Gvv Johannes Bayer (1635–74), Pastor aus Eperjes (Ungarn), ging wegen religiöser Verfolgung als lutherischer Prediger aus Oberungarn nach Königsberg (Preußen);
    Gmv Rebekka, T des Pastors Johannes Sartorius aus Eperjes.

  • Leben

    B. studierte in Königsberg 1710-15 Theologie und Philologie, trat auf einer Studienreise 1715-17 mit M. V. de La Croze, den beiden Jablonski u. a. Gelehrten in Beziehung, dozierte 1718-26 in Königsberg über griechische Klassiker und war 1726-38 Akademiemitglied und ordentlicher Professor der klassischen Altertümer in Petersburg. Er betrieb ausgedehnte Sprachstudien (Syrisch, Koptisch, Chinesisch, Mongolisch, Tibetanisch), nicht linguistisch oder philologisch, sondern im Geiste der Aufklärung um des Nutzens willen, den sie für die Kenntnis fremder Völker und ihrer Geschichte gewähren, und behandelte, wenn auch ohne kritische Methode und Divinationsgabe, in seiner ausgedehnten Schriftstellerei die verschiedenartigsten Gegenstände. Namentlich seine sinologischen Arbeiten übertrafen trotz ihrer Mängel die Versuche seiner Vorgänger Andreas Müller und Christian Mentzel. - Er erkannte als erster die nordische Herkunft der Waräger Rußlands und der Waranger am byzantinischen Hof.

  • Werke

    u. a. Museum sinicum. Petersburg 1730;
    Hist. Osrhoëna el Edessena, ebenda 1734;
    Hist. regni Graecorum Bactriani, ebenda 1738.

  • Literatur

    ADB II;
    F. Babinger, G. S. B. (1694-1738), Ein Btr. z. Gesch. d. morgenländ. Stud. im 18. Jh., Diss. München 1915 (W, L);
    Große Sowjetenz. (russ.), Bd. 4, Moskau 1950, S. 48.

  • Autor/in

    Johann W. Fück
  • Empfohlene Zitierweise

    Fück, Johann W., "Bayer, Gottlieb Siegfried" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 678 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119099292.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Bayer: Gottlieb Siegfried B., einer der bedeutendsten Orientalisten des vorigen Jahrhunderts, geb. 6. Jan. 1694 zu Königsberg in Preußen, 10. Febr. 1738. Er studirte ebendaselbst und begann schon früh ein ausgedehntes Studium morgenländischer Sprachen und Litteraturen. Nachdem er 1716 über die Worte Christi Eli Eli lama asabthani öffentlich disputirt hatte, begann er eine wissenschaftliche Reise, auf welcher er zu Berlin von La Croce Koptisch lernte, sich in Halle bei Sal. Huyn im Arabischen vervollkommnete, auch Jablonski, Michaelis u. a. Gelehrte hörte. In Leipzig 1717 Magister geworden, verfertigte er dort ein Verzeichniß der morgenländischen Manuscripte der Stadtbibliothek und arbeitete an den Actis eruditorum. Seit 1718 hielt er sich wieder zu Königsberg auf, an der Domschule als Lehrer wirksam. 1726 ward er als Mitglied an die neu errichtete Akademie nach Petersburg berufen, in welcher Stelle er bis zu seinem Tode verblieb. Seiner ganz außerordentlichen Sprachkenntniß stand ein glücklicher Scharfsinn und eine sichere Methode zur Seite. Besonderes Verdienst erwarb er sich um die Erforschung der chinesischen Sprache und Litteratur, deren bedeutendstes Denkmal das „Museum Sinicum“, (Petersburg 1730. Vol. II. 8) eine chinesische Grammatik, reichhaltige die chinesische Litteratur betreffende Mittheilungen, zwei chinesische Wörterbücher nebst Anleitung zum Studium des Chinesischen enthält. Vgl. hierüber Adelung, „Mithridates“ I. 52, 53. Hervorragenden Werth hat auch seine „Historia Osrhoena et Edessena“, 1734, und besonders seine „Historia regni Graecorum Bactriani“, 1738. Letztere auch wichtig wegen der darin angestellten Vergleichung der indischen, persischen und griechischen Zeitwörter. — Auf das Tibetische lenkte er zuerst die Aufmerksamkeit der Forscher im 3. Bande der Abhandlungen der Petersburger Akademie von 1732. Eingehende Forschung widmete er auch der Geschichte der Scythen. S. das Verzeichniß der hierhin gehörigen Schriften, sowie zahlreicher Abhandlungen in Jöcher, und Ersch und Gruber.

  • Autor/in

    Siegfried.
  • Empfohlene Zitierweise

    Siegfried, "Bayer, Gottlieb Siegfried" in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 187 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119099292.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA