Lebensdaten
1891 bis 1968
Geburtsort
Straßburg
Sterbeort
Richmond (Virginia, USA)
Beruf/Funktion
Dirigent
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 119063808 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Munch, Charles
  • Münch, Carl
  • Munch, Charles
  • mehr

Porträt(nachweise)

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Zitierweise

Münch, Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119063808.html [22.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Ernst (1859–1928) aus Niederbronn (Elsaß), Prof., Organist u. Chordirigent in St. (s. DBJ X, Tl.);| Ov Eugen ( 1897), Organist, Chordirigent u. Musiklehrer;
    B Fritz (1890–1970), Chordirigent u. Theologe;
    Vt Hans (1893–1983) aus Mülhausen (Elsaß), Komp. u. Dirigent in Basel (s. L), Eugen Gottfried ( 1944), Dirigent.

  • Leben

    M. studierte Violine am Straßburger Konservatorium und später in Paris bei Lucien Capet und in Berlin bei Carl Flesch. Letzterer unterstützte M. auch in dessen Wunsch, Dirigent zu werden. Als Feldwebel der deutschen Armee im 1. Weltkrieg wurde er während eines Gasangriffs auf Verdun und Peronne schwer verwundet. 1919-25 lehrte M. Violine am Straßburger Konservatorium und war Konzertmeister des städtischen Orchesters. Daneben war er seit 1923 Konzertmeister des Leipziger Gewandhausorchesters unter Wilhelm Furtwängler und Bruno Walter (seit 1929). Nach einer weitgehend selbständigen Ausbildung gab er 1932 sein Dirigentendebüt mit dem Straram Orchester in Paris. Seit 1933 nahm er weiteren Dirigierunterricht bei Alfred Szendrei. In Paris gründete M. 1935 das Orchester der Philharmonischen Gesellschaft, das vor allem franz. Repertoire spielte. Daneben übernahm er u. a. 1938-46 eine Professur für Orchesterleitung am Conservatoire in Paris, mit der die Leitung des Conservatoire-Orchesters verbunden war. Obwohl er während des 2. Weltkriegs nicht mit der deutschen Besatzung kollaborierte und sogar die Résistance unterstützte, gelang es ihm, seinen Posten zu behalten. 1942 boten ihm die Deutschen das Direktorat der Pariser Oper an, widerriefen das Angebot jedoch, als M. forderte, jeweils für eine deutsche Oper zwei französische aufführen zu dürfen. 1948 ging er mit dem Orchester des franz. Rundfunks auf Amerika-Tournee. 1949-62 leitete M., inzwischen nach Amerika übergesiedelt, als Nachfolger von Serge Kussewitzky das Boston Symphony Orchestra, seit 1951 als Direktor auch das Berkshire Music Center in Tanglewood (Massachusetts). Zahlreiche Tourneen führten ihn mit den Bostonern wieder nach Europa und in die UdSSR. Seit 1962 gastierte M. nur noch selten und siedelte wieder nach Paris über. 1967 stellte er sich noch einmal der Herausforderung, das neugegründete Orchestre de Paris zu leiten. Während einer Amerika-Tournee mit diesem erlag er einem Herzinfarkt.

    M. besaß als Dirigent eine starke Aura, spürbar für das Orchester wie für das Publikum. Er galt als vorzüglicher und temperamentvoller Interpret vor allem des franz. Repertoires und unterstützte die Komponisten der damaligen Moderne wie Hector Berlioz und Claude Debussy, deren Werke er auch in Amerika einem großen Publikum vorstellte. Hier wurden seine Eleganz und seine subtilen Rhythmen und Klangfarben gerühmt. Ebenso geschätzt wurde M. wegen seiner Interpretationen von Werken Guy Ropartz', Albert Roussels und Arthur Honeggers (Uraufführung von „Chant de libération“ und der M. gewidmeten „Symphonie liturgique“) sowie wenig bekannter Stücke. Während ein großer Teil des Publikums und der Kritik M.s mitreißende Stabführung und seinen Esprit schätzte, bemängelten andere seine hohen, zuweilen gewagten Tempi, insbesondere bei Interpretationen seines deutschen und österr. Repertoires (Bach, Mozart, Haydn).|

  • Auszeichnungen

    Commandeur der Ehrenlegion (1946), Commander Order of Arts and Letters (1957), Commander Order of the Cedar (Libanon 1957); Dr. h. c. (u. a. Boston Univ., Harvard).

  • Werke

    Je suis chef d'orchestre, 1954, engl. u. niederländ. 1955, dt. u. d. T. Ich bin Dirigent, 1956, russ. 1965.

  • Literatur

    H. Stoddard, Symphony Conductors of the USA, 1957;
    Das Atlantisbuch d. Dirigenten, 1985, S. 279-82 (P);
    MGG mit Suppl.bd.;
    Riemann mit Erg.bd.;
    New Grove. – Zu Hans: Schweizer Lex.

  • Autor/in

    Dieter Römer
  • Empfohlene Zitierweise

    Römer, Dieter, "Münch, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 519-520 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119063808.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA