• Leben

    Unbekannter Herkunft, als Schüler des Würzburger Bischofs Gozbald wohl Angehöriger des Domstifts Würzburg, wurde A. wohl noch 855 von Ludwig dem Deutschen zum Bischof von Würzburg ernannt. Im Dienste des Reiches und der Reichskirche nahm er wiederholt an Reichstagen und Reichssynoden teil (Worms 857?, Mainz 857?, Worms 868, Mainz 888, Forchheim 890); er erscheint in Beziehungen zu Hinkmar von Reims und Ludwig dem Jüngeren; mehrfach urkundet er als Schiedsmann. In vier Feldzügen ist er als Heerführer und Wahrer der Ostaufgabe seines Bistums bezeugt; beim heutigen Frankenberg (Sachsen) fiel er im Kampf mit den Sorben. In Würzburg baute A. an Stelle des 855 niedergebrannten Salvatordomes einen neuen Kilian-Dom und errichtete wohl im Ostteil der Diözese in zehn Jahren neun Kirchen. Er wurde früher in Franken unter dem 13. Juli als Heiliger verehrt.

  • Literatur

    ADB I; F. Stein, Gesch. Frankens I, 1882, S. 72 bis 85;
    E. Dümmler, Gesch. d. ostfränk. Reiches III, 1888, S. 355;

    C. Klotzsch, Tod d. Bischofs A. v. Würzburg, in: NA f. sächs. Gesch. 29, 1908, S. 273-81;
    Hauck II, S. 729 f.;
    Dictionnaire d’Histoire et de Géographie Ecclésiastiques IV, 1930, S. 542;
    LThK; s. a. G. Wolff, Bücherkde. d. fränk. Gesch., H. 1, 1937 (L).

  • Autor/in

    Wilhelm Engel
  • Empfohlene Zitierweise

    Engel, Wilhelm, "Arn" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 356 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118968165.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Arno, 855—892 Bischof zu Würzburg, von unbekannter Herkunft, ein Schüler seines Vorgängers B. Gozbald, wurde vom Könige Ludwig d. D. im J. 855 zum Würzb. Bischof ernannt. Er war der Wiederhersteller der unter seinem Vorführer durch Unglücksfälle in Schutt verwandelten Domkirche, so wie er sein Bisthum mit neun weiteren Kirchen bereicherte. A. war einer der thätigsten Männer seiner Zeit, mochte es sich um kirchliche oder politische Angelegenheiten handeln. Tapfer beschützte er die Reichsgrenze gegen die Sorben, Böhmen und Mährer, bis zu seinem Tode kriegerisch thätig. Dem vom Kaiser Karl dem Dicken 884 abgehaltenen Reichstag wohnte A. als hervorragendes Mitglied bei, wie er auch an dem dort gegen die Normannen beschlossenen Kriege eifrigen Antheil nahm. Von seinem Eifer für Aufrechthaltung kirchlicher Rechte zeugt Canon VIII der Mainzer Synode von 888. Im J. 889 begab sich A. zum König Arnulph nach Frankfurt, von dem er eine neue Bestätigung aller Stiftsprivilegien im vollsten Maaße zu erhalten wußte. Dem Reichstag und der Kirchensynode zu Forchheim 890 wohnte er bei und zog zwei Jahre später abermals in den Krieg gegen die Mährer auf Veranlassung des thüringischen Markgrafen Poppo. In diesem Kriege wurde er während der Messe unter einem Zelte am 13. Juli 892 mit den Seinen von einer seindlichen Rotte überfallen und erschlagen. In Franken galt A. beim Volke als Märtyrer und Heiliger. Vgl. Eckhardt,|„Comment. de reb. Franc. Orient.“ Tom II. S. 443 ff. und über den Ort (Klaffenbach bei Chemnitz), an dem er ermordet wurde: „Chilianeum, Blätter f. kath. Wissenschaft“ Bd. III. S. 67 ff.

  • Autor/in

    Ruland.
  • Empfohlene Zitierweise

    Ruland, Carl, "Arn" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 577-578 unter Arno [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118968165.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA