Lebensdaten
1825 bis 1892
Geburtsort
Magdeburg
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Maschinenfabrikant
Konfession
-
Normdaten
GND: 118795708 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schwartzkopff, Louis Victor Robert
  • Schwartzkopff, Louis
  • Schwartzkopff, Louis Victor Robert

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Zitierweise

Schwartzkopff, Louis, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118795708.html [09.12.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Franz (* 1786), Holzhändler u. Gastwirt in M., S d. Johann Jakob Christian ( 1801), Maurermeister, Gastwirt in M.;
    M Judith Bailleu;
    1849 Marie Scholler;
    3 S, 1 T Marianne ( Emil Kaselowsky, 1837–1900. Industr., Gen.dir. d. Berliner Masch.bauges., GKR, B d. Ferdinand Kaselowsky, 1816–77, Industr., techn. Dir. d. Ravensberger Spinnerei AG, Präs. d. Dt. u. Österr. Leinen-Industrie-Ver., LT-Abg. f. d. Wahlkr. Lauban-Görlitz, s. NDB XI).

  • Leben

    S. studierte nach dem Abitur und einjährigem Militärdienst in seiner Heimatstadt 1842-45 am Beuthschen Gewerbeinstitut in Berlin und vervollkommnete anschließend seine theoretischen Kenntnisse im Maschinenbau in der Fabrik von August Borsig. 1847-51 arbeitete er bei der Magdeburg-Wittenberger Eisenbahn als Maschinenmeister. 1851 gründete er mit dem kleinen Kapital seines Vaters und einem Teilhaber, der rasch ausbezahlt wurde, im damaligen Maschinenbau-Viertel Berlins 1852 die schnell erfolgreiche „Eisengießerei und Maschinen-Fabrik von L. Schwartzkopff und Nitsche“, die schon 1853 – ein zweiter Partner verstarb – als „Eisengießerei und Maschinen-Fabrik von L. Schwartzkopff“ firmierte. Sie stellte v. a. Maschinen für Bergwerke, Krananlagen, Dampfhämmer und -rammen und Eisenbahnmaterial her. S. arbeitete selbst an den Konstruktionen mit. Für die 1867 aufgenommene Lokomotivproduktion wurde bereits ein „Neues Werk“ in Berlin-Wedding errichtet. 1870 wurde das Unternehmen in die „Berliner Maschinenbau-Actien-Gesellschaft vormals L. Schwartzkopff“ (BMAG) umgewandelt, S. blieb bis 1888 Generaldirektor, danach bis zu seinem Tod Vorsitzender des Aufsichtsrats. Die Firma exportierte weltweit, besonders wichtig war der russ. Markt, der seit 1854 erschlossen wurde und mit der Aufnahme der Lokomotivproduktion eine zusätzliche Dimension gewann. Politisch unterstützte S. als Freikonservativer Bismarck. Er gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Lokomotiv-Verbands der norddt. Lokomotivfabriken (Vorsitz 1878). Seit 1876 gehörte er dem Vorstand des Zentralverbands Dt. Industrieller an (Vorsitz 1885). Daneben engagierte er sich in der ev. Kirche, u. a. als Kurator des Lazarus-Krankenhauses in Berlin-Wedding.

    Die Produktion, seit 1878 auch Rüstungsmaterial (Minen, Torpedos), nahm immer größeren Umfang an. Im Stammwerk wurden nach amerik. Patenten seit 1897 Linotype-Setzmaschinen für den dt. Markt hergestellt; später kamen Flaschenblasmaschinen dazu. Unter der Führung seines Schwiegersohns Emil Kaselowsky entstanden seit 1897 auf einem ca. 600 ha großen Gelände in der Gemarkung von Hoherlehme bei Berlin neue Werksanlagen für den Lokomotivbau und seit 1900 auch eine Arbeiter-Kolonie mit Postamt, Schule, Kasino, Konsumanstalt und Freizeiteinrichtungen sowie eine eigene Bahnstation (Wildau). 1931 wurde die 10 000. Lokomotive ausgeliefert.

    Im 2. Weltkrieg wurde die Hauptverwaltung in Berlin zerstört, die Berliner Werke schwer beschädigt. Das unversehrte Werk Wildau außerhalb Berlins wurde – wie auch die Berliner Restanlagen – komplett demontiert. Als Rüstungsbetrieb in der SBZ aufgelöst, konnte die BMAG lediglich im Werk Scheringstraße (franz. Sektor) fortbestehen. Die Produktion von Setzmaschinen und Flaschenblasmaschinen wurde dort wieder aufgenommen, die Gießerei neu eingerichtet und auch Textilmaschinen hergestellt. Die zeitweise expandierende Firma wurde mit anderen Berliner Traditionsbetrieben 1966 in die „Dt. Industrieanlagen Gesellschaft“ (DIAG) überführt, die in der Scheringstraße bis 1977 produzierte. Auf den Anlagen in Wildau nahm die „Vereinigung volkseigener Betriebe für die Ausrüstung von Bergbau und Schwerindustrie ABUS“ die Tätigkeit auf, die 1971 in das „SKET-Schwermaschinenbau-Kombinat Ernst Thälmann“ überführt wurde. Die daraus 1990 entstandene „Schwermaschinenbau Aktiengesellschaft Wildau bei Berlin“ wurde 1995 liquidiert.

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Kgl. Ak. f. d. Bauwesen (1880) u. d. preuß. Staatsrats (1884); Ehrenmitgl. d. Dt. maschinentechn. Ges.

  • Literatur

    VDI-Zs. 36, 1892, S. 417;
    Stahl u. Eisen 12, 1892, S. 299;
    H. Bender, Die Berliner Maschinenbau A.-G. vorm. L. Schwartzkopff, Diss. Halle 1911;
    75 J. Schwartzkopff, 1927;
    B. Beer, L. S., Lb. e. „patriot. Bürgers u. werkthätigen Industr.“, 1943 (P);
    100 J. Wirken u. Werken, Jub.schr. Berliner Maschinenbau Actien-Ges. vorm. L. Schwartzkopff, 1952;
    G. Luther, 100 J. Aktienges. Berliner Maschinenbau-A.-G. vormals L. Schwartzkopff, Jub.schr. anläßl. d. Umwandlung d. 1852 gegr. Untern. in e. Aktienges. am 1. Juli 1870, 1970, Sonderdr. aus VDI-Nachrr. 25, 1970;
    H.-D. Haeuber u. D. Lawrenz, Schwartzkopff-Lokomotiven 1867-1945, 1986;
    C. Matschoss, Männer d. Technik, 1925;
    Magdeburger Biogr. Lex.

  • Portraits

    Bronzerelief v. L. Finzelberg (Berlin, Lazarus-Krankenhaus).

  • Autor/in

    Felix Escher
  • Empfohlene Zitierweise

    Escher, Felix, "Schwartzkopff, Louis" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 799-800 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118795708.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA