Lebensdaten
1887 bis 1970
Geburtsort
Prag
Sterbeort
Zürich
Beruf/Funktion
Indogermanist ; Keltologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118792679 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Pokorny, Julius
  • Pokorny, Juliecs
  • Pokorny, Julio

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Zitierweise

Pokorny, Julius, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118792679.html [15.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Samuel Christian (1855–1943, jüd., dann kath.), Dr. iur., RA in P.;
    M Margarete Riegner, aus Breslau;
    (⚮) N. N.

  • Leben

    P. studierte zunächst in Wien Jura und betrieb dann dort und in Dublin sprachwissenschaftliche Studien vor allem bei Rudolf Much (1862–1936) und Paul Kretschmer (1866–1956), die er 1912 in Wien mit der Promotion über „Ein archaischer irischer Sagentext“ abschloß. 1914 folgte hier die Habilitation für Keltische Philologie. 1914-18 war er Privatdozent in Kiel, 1920 wurde er als Nachfolger von Kuno Meyer (1858–1919) nach Berlin auf die einzige Professur für Keltische Philologie in Deutschland berufen. Nachdem er 1935 wegen seiner jüd. Herkunft seines Amtes enthoben worden war, gelang ihm 1943 die Flucht in die Schweiz, wo er seit 1944 in Zürich, zeitweise auch in Bern und Fribourg Lehraufträge wahrnahm; in Zürich erfolgte 1953 neuerlich eine Habilitation für Keltische Philologie. 1955 wurde P. in München zum Honorarprofessor ernannt.

    Bekanntheit erlangte P. vor allem durch sein „Indogermanisches Etymologisches Wörterbuch“ (2 Bde., 1959–69, Nachdr. 1989), das in gestraffter Form und mit anderer Gliederung aus dem von P. herausgegebenen und bearbeiteten „Vergleichenden Wörterbuch der indogerman. Sprachen“ von Alois Walde (3 Bde., 1927–32, Nachdr. 1973) hervorgegangen ist. Im Zentrum seiner Forschungen standen aber Arbeiten zur Grammatik, Wort- und Namenforschung der älteren kelt. Sprachen, vor allem des Altirischen. In „Zur Urgeschichte der Kelten und Illyrier“ (1938) begründete P. die Theorie, daß der Ausbreitung der Kelten nach Westeuropa eine ältere (von ihm „illyrisch“ genannte) Expansion vorausgegangen sei, die mit der Urnenfelderkultur zusammenhänge. Schon früher hatte P. die nicht minder kühne und weitgehend abgelehnte Hypothese zu begründen versucht (Das nicht-indogerman. Substrat im Irischen, in: Zs. f. celt. Philol. 16-18, 1927-30 [5 T.]), daß viele (v. a. syntakt.) Erscheinungen des Keltischen die Annahme eines hamit.-semit. Substrats im äußersten Westen Europas voraussetzten.

    P. trat auch als Übersetzer ältester und moderner irischer Dichtung und Prosa hervor und publizierte Arbeiten über Irland, die wegen seiner dezidierten Stellungnahme für den irischen Freiheitskampf umstritten waren.|

  • Auszeichnungen

    Korr. Mitgl. d. dt. Ges. f. Wiss. u. Künste in d. ČSR; Dr. phil. h. c. (Dublin 1925, Swansea 1966, Edinburgh 1967).

  • Werke

    Weitere W u. a. Irland, 1916;
    A Historical Reader of Old Irish, 1923 (span. 1952);
    Altir. Grammatik, 1925, 21969;
    A History of Ireland, 1933;
    Keltologie, in: Wiss. Forsch.berr., Geisteswiss. R. 2, 1953, S. 95-199;
    - Hg.: Zs. f. celt. Philol. (1921–38 u. 1954-67).

  • Literatur

    Btrr. z. Indogermanistik u. Keltol., J. P. z. 80. Geb.tag gewidmet, hg. v. W. Meid, 1967 (P, W-Verz. v. H. Schmeja, S. 323-32);
    T. A. Watkins, W. Meid, in: Studia Celtica 6, 1971, S. 195-97;
    H. Wagner, in: Zs. f. celt. Philol. 32, 1972, S. 313-19;
    J. Lerchenmueller, Kelt. Sprengstoff, Eine wiss.geschichtl. Stud. üb. d. dt. Keltol. v. 1900 bis 1945, 1997;
    Teichl;
    Biogr. Lex. Böhmen;
    BHdE II;
    P. Meyer, in: Lex. Grammaticorum, hg. v. H. Stammerjohann, 1996.

  • Autor/in

    Rüdiger Schmitt
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmitt, Rüdiger, "Pokorny, Julius" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 593 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118792679.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA