Lebensdaten
1858 bis 1919
Geburtsort
Hamburg
Sterbeort
Leipzig
Beruf/Funktion
keltischer Philologe
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 119124122 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Meyer, Kuno
  • Meyer, Cuno
  • Meyer, Cuno Eduard
  • mehr

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Zitierweise

Meyer, Kuno, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119124122.html [19.07.2019].

CC0

  • Genealogie

    B Eduard (s. 2);
    Vt Franz Andreas (s. 1);
    1915 Florence Youngblood (* 1888).

  • Leben

    M. besuchte das Johanneum in Hamburg. 1874-76 lebte er in Edinburgh, wo er einem erblindeten deutschen Gelehrten zur Hand ging. Hier lernte er Englisch und kam zum erstenmal mit dem Keltentum in Berührung. 1876 kehrte er an das Johanneum zurück und bestand 1879 die Abschlußprüfung. Anschließend studierte er an der Univ. Leipzig zunächst Germanistik, später bei Karl Brugmann und Ernst Windisch Indogermanistik und Sanskrit. Windisch brachte M. dem Keltischen nahe und übte einen starken Einfluß auf seinen weiteren wissenschaftlichen Werdegang aus. Während der Studienzeit absolvierte M. den Militärdienst und verbrachte ein Jahr als Hauslehrer bei einer engl. Familie. 1883 beendete er sein Studium mit der Dissertation „Eine mittelirische Version der Alexandersage“. Im Jahr darauf ging er als Lektor für deutsche Sprache und Literatur an das University College in Liverpool, wo er bis 1911 blieb“(1895 Professor). Mit den brit. Keltologen Whitley Stokes und John Strachan verband ihn enge Freundschaft. Auch zu den Gelehrten auf dem Kontinent stand er in ständigem Kontakt.

    In seinen Publikationen bemühte sich M. um die Aufarbeitung der kelt., insbesondere der irischen Literatur. Besonders von der alten Lyrik fühlte er sich angesprochen, die er aus frühen Handschriften zusammentrug und in ein so gewähltes Englisch übersetzte, daß selbst brit. Kritiker voll des Lobes waren. Den größten Einfluß auf sein Fach erhielt er 1896 mit der Gründung der noch heute erscheinenden „Zeitschrift für Celtische Philologie“ und der Schaffung des „Archivs für keltische Lexikographie“ (1898-1907) zusammen mit Stokes. 1903 rief er gemeinsam mit Strachan die „School of Irish Learning“ ins Leben, den Vorläufer der „School of Celtic Studies“ (Dublin Institute of Advanced Studies). Aus ihr ging 1904 die Zeitschrift „Ériu“ hervor. 1911 übernahm M. den einzigen deutschen Lehrstuhl für keltische Philologie in Berlin.

    Trotz körperlichen Leidens begab er sich 1914 auf eine Propagandareise in die USA, um bei den dortigen Iren und Deutschen um Sympathien für die deutsche Kriegspolitik zu werben. Diese Tätigkeit brachte ihm von engl. und franz. Seite schärfste Kritik ein. Seine Ernennung zum Ehrenbürger von Dublin und Cork wurde ihm unter den anglo-nationalistischen Eindrücken des 1. Weltkriegs 1915 aberkannt; erst nach seinem Tod, während der Wirrnisse des irischen Bürgerkriegs 1920, wurde M. rehabilitiert.|

  • Auszeichnungen

    Dr. h. c. (University of Wales, Oxford, St. Andrews); Mitgl. d. Ak. d. Wiss. Berlin (1911).

  • Werke

    On the Study of Celtic Languages and Literature, 1885;
    Outlines of a Historvof the German Language, 1886 (mit H. A. Strong);
    The Oldest Version of Tochmarc Emire, in: Revue Celtique 11, 1890, S. 433-57;
    Loanwords in Early Irish, ebd. 12, 1891, S. 460-69;
    The Voyage of Bran Son of Febal to the Land of the Living, 1895;
    King and Hermit, a Colloquy Between King Guaire of Aidne and his Brother Marban, 1901;
    Liadain and Curithir, an Irish Lovestory of the 9th Century, 1902;
    A Primer of Irish Metrics, 1909;
    Über d. älteste irische Dichtung, 1913/14;
    Bruchstücke d. ältesten Lyrik Irlands, 1919.

  • Literatur

    W. Schulze, in: SB d. Preuß. Ak. d. Wiss. 1920, S. 703-09;
    J. Pokorny, in: Zs. f. Celt. Philol. 13, 1921, S. 283 ff.;
    R. I. Best, Bibliography of the Publications of K. M., ebd. 15, 1925, S. 2-65 (W-Verz.);
    J. P. Duggan, K. M.: Time to Make Amends? in: Irish Times v. 12.4.1990 (P);
    J. Vendryes, in: Revue Celtique 37, 1917-19, S. 425 ff.;
    DBJ II.

  • Autor/in

    Wolfgang Greller
  • Empfohlene Zitierweise

    Greller, Wolfgang, "Meyer, Kuno" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 311 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119124122.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA