Lebensdaten
1871 bis 1944
Geburtsort
Braunschweig
Sterbeort
Tutzing (Oberbayern)
Beruf/Funktion
Maler ; Porträtmaler
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11877767X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Koenig, Leo von

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Zitierweise

König, Leo Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd11877767X.html [24.10.2017].

CC0

  • Genealogie

    V Götz (1849–1934), preuß. Gen. d. Kav., S d. Friedrich Wilhelm, auf Lochtum u. Vienenburg, u. d. Pauline Bornemann; M Hertha (1847–1934), T d. Adalbert Hildemar v. Cramm, auf Ölber, u. d. Mechthilde Gfn. v. Veltheim; Ur-Gvm Werner Gf. v. Veltheim (1785–1860), braunschweig. Staatsmin.; Groß-Om Hans Gf. v. Veltheim (1818–54), Dichter (s. ADB 39); Verwandte Ilse (Ischi, 1891–1973), Malerin (s. Vollmer VI); - 1) 1908 ( 1920) Mathilde Tardif (1872–1931) aus Paris, 2) Berlin 1920 Anna (* 1897), Malerin (Ausstellungen in d. Berliner Sezession seit 1919/20), T d. Dr. iur. Ferdinand v. Hansemann (S d. Bankiers Adolph v. H., 1903, s. NDB VII) u. d. Josephine Stienen; 2 T aus 2) Mechthild (⚭ Robert Purrmann, * 1914, Chemiker, Fabr.), Esther (* 1921), Bildhauerin; 1 Adoptiv-T aus 1) Yvonne ( Walter Becker, 1893–1979, Prof., Maler); 1 außerehel. S; N 2. Grades Gottfried Frhr. v. Cramm (1909-76, 1955 [ 1959] Barbara Hutton, Erbin d. Woolworth-Vermögens), vielfacher dt. Tennismeister, zweimaliger Zweiter in Wimbledon.

  • Leben

    K. erhielt zunächst Unterricht in Hamburg bei dem Bildhauer Carl Boerner und kam dann mit 16 Jahren nach Berlin zu dem Figuren- und Landschaftsmaler Franz Lippisch (1859–1941) zur Vorbereitung auf die Akademie, die er 1889-94 besuchte. Entscheidende Anregungen für sein Schaffen erhielt er 1894-97 an der Académie Julian in Paris. Nach kurzen Aufenthalten in Saarbrücken und Kassel lebte K. seit 1900 in Berlin und war dort bis 1911 als Kunstlehrer am Kunstgewerbemuseum tätig, seit 1911 als freischaffender Maler. 1943 übersiedelte er nach Tutzing am Starnberger See. Eine erste Ausstellung seiner Bilder erfolgte bereits 1896 in der Münchner Sezession und in der „Großen Berliner Kunstausstellung“. Seit 1900 war K. Mitglied der Berliner Sezession und beschickte regelmäßig ihre Ausstellungen. Hier engagierte er sich, zeitweilig gemeinsam mit Lovis Corinth, in den Auseinandersetzungen mit Max Liebermann und Ernst Cassirer, und spielte in der Leitung dieser Künstlervereinigung über viele Jahre hinweg eine entscheidende Rolle. Eine erste Auslandsreise hatte er in Begleitung seiner Eltern 1890 nach Rom unternommen. Eine mehrmonatige Reise führte ihn 1908 zusammen mit J. Meier-Graefe nach Spanien. In den späteren Jahren folgten häufige Aufenthalte am Mittelmeer, besonders an der Côte d'Azur und in Rapallo.

    K.s Bedeutung für die Malerei seiner Zeit in Deutschland liegt vor allem auf dem Gebiet des Porträts. Sein umfangreiches Oeuvre ist bisher noch nicht systematisch erfaßt worden. Bekannt sind vor allem die Bildnisse von Zeitgenossen aus Kunst und Literatur, darunter besonders von Meier-Graefe (vor 1918, verschollen; 1935, kurz vor dessen Tod gemalt, München, Privatbesitz), Reinhold Schneider (1940, ebenda), Gerhart Hauptmann (1927, Starnberg, Privatbesitz), Ernst Barlach (1937, Hamburg, Ernst-Barlach-Haus), Käthe Kollwitz (1941, München, Bayerische Staatsgemäldesammlungen), Emil Nolde (1937, Essen, Privatbesitz). Zu den wenigen offiziellen Aufträgen gehört das Porträt von Hindenburg (1927). Daneben hat K. immer wieder die Mitglieder seiner Familie gemalt: Bildnis der Eltern (1925, Recklinghausen, Museum), Tochter Yvonne (1913), Bildnisse seiner zweiten Frau Anna (unter anderem 1925, Berlin, Nationalgalerie).

    Zu einer Zeit, in der die Bildnismalerei ihre führende Rolle in der Kunst verloren hatte,|war es für einen ernsthaften Porträtisten schwer, sich zu behaupten, ohne in eklektische Manier zu verfallen. K.s Malerei bleibt immer gegenständlich; es gelingt ihm dabei, über das reine Abbilden hinaus den inneren Ausdruck des Porträtierten zu vermitteln. Nicht Repräsentation, sondern die Darstellung der Psyche steht im Vordergrund. Hierbei konzentriert sich K. auf den Ausdruck von Gesicht und Händen. Die Körper gibt er in natürlicher Lebendigkeit wieder (so zum Beispiel das Bildnis von Meier-Graefe 1931). In seiner Malweise und im Kolorit wurde K. deutlich von den deutschen und französischen Impressionisten beeinflußt. Besonders Manet gab ihm entscheidende Anregungen, etwa für die frühen Bilder „Das Frühstück“ (1907, Berlin-Ost, Nationalgalerie) und „Bohème Café“ (1909, Hamburg, Privatbesitz). Seine Neigung zu einer Malerei mit starker Verwendung des Lichts und der Hell-Dunkel-Wirkungen erhielt weitere Anregungen durch die Kunst Rembrandts (von dem er zwei Bilder kopierte) und El Grecos (dessen „Himmelfahrt“ er im Prado kopierte, Stephanskirche Würzburg). K. gelingt es mit diesen Stilmitteln, eine über den Kunstrichtungen seiner Zeit stehende Porträlkunst zu entwickeln. Seine Malerei erhält schon früh ihre ausgeprägten Eigenheiten, die das ganze Schaffen durchziehen. Auch die Qualität seiner Bilder ist von gleichbleibender Beständigkeit. – Seine Spanienreise mit Meier-Graefe trug dazu bei, daß El Greco für Deutschland entdeckt und gerade für den Expressionismus bedeutend wurde.

  • Werke

    Weitere W u. a. Theo Berens, 1910 (Hamburg, Kunsthalle), Fritz Nemitz, 1925 (Hannover, Nd.-sächs. Landesmus.), Eugen d'Albert, 1927 (Mus. d. Stadt Nürnberg), J. Meier-Graefe, 1931 (Tutzing, Privatbes.), Rudolf Binding, 1937 (Frankfurt/M., Städel), Ernst Wiechert, 1939 (Privatbes.), Rud. Alex. Schröder, 1941 (Bremen, Kunsthalle), Bildnis d. Mutter, 1925 (Starnberg, Privatbes.), Bildnis d. Vaters, 1928 (Braunschweig, Städt. Mus.), Weg z. Kirchhof v. Rapallo, 1927 (Bremen, Kunsthalle).

  • Literatur

    K.s Werke in zahlr. Büchern u. Reihenwerken üb. dt. Malerei d. 20. Jh. Bibliogr. in: Pfalzgal. Kaiserslautern, L. v. K., Gedächtnisausstellung 1974 (P); F. Nemitz, L. v. K., 1929; R. Schneider, Gestalt u. Seele, 1936; B. Knoll, L. v. K., 1941 (P); L. v. K., Festschr. z. 70. Geb.tag, 1941 (P); ThB.

  • Portraits

    Phot. u. Selbstporträts s. L; Bronzebüste v. E. Barlach, 1938 (Hamburg, Privatbes.), Abb. in E. Barlach, Leben u. Werk in s. Briefen, 1952, u. in: Kat. 1974, s. L; Bronzekopf v. G. Marcks, 1942/44 (München, Privatbes.).

  • Autor

    Christoph Schwingenstein
  • Empfohlene Zitierweise

    Schwingenstein, Christoph, "König, Leo Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 346-347 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd11877767X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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