Lebensdaten
1905 bis 1975
Geburtsort
Lübeck
Sterbeort
Düsseldorf
Beruf/Funktion
Schauspieler ; Regisseur
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118747398 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lüders, Günther
  • Lüders, Günter
  • Lüders, Günther Karl Georg

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Zitierweise

Lüders, Günther, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118747398.html [21.05.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Carl (1866–1934), Kaufm. in L., Inh. e. Seeschifffahrtsspedition;
    M Anna Brüggen (1878–1958); ledig.

  • Leben

    L. absolvierte eine kaufmännische Lehre, wandte sich jedoch bald dem Theater zu. 1922-24 nahm er bei Karl Heidmann Schauspielunterricht und debütierte am Lübecker Städtebundtheater als Graf Sperner in Hermann Sudermanns „Blumenboot“. Über ein Engagement 1925-30 am Friedrichtheater in Dessau gelang ihm der Sprung an das Neue Theater in Frankfurt am Main, das von Arthur Hellmer geleitet wurde und wo u. a. Marianne Hoppe und Theo Lingen auftraten. Anschließend spielte er auf Berliner Bühnen. Seine Auftritte in den Kabaretts „Tingeltangel“ und „Katakombe“ und sein Engagement bei der „Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger“ erweckten die Aufmerksamkeit der Gestapo: L. wurde zeitweise in ein Lager eingewiesen. Nach dem 2. Weltkrieg spielte er in Flensburg, Hamburg und Lübeck, bis ihn Gustaf Gründgens 1947 an die Städtischen Bühnen in Düsseldorf verpflichtete. L. wurde eines der wichtigsten Mitglieder des Ensembles und der ideale Partner von Paula Denk. Er spielte den Polonius in „Hamlet“, den Professor Higgins in „My Fair Lady“, den Porter in „Herrenhaus“, den Dowd in „Mein Freund Harvey“. 1958-63 wirkte er als Schauspieldirektor in Stuttgart, wo er, in Sprache und Wesen bewußter Norddeutscher, nicht heimisch werden konnte. Die Übernahme einer Intendanz lehnte er ab und wandte sich wieder ganz den Aufgaben als Schauspieler zu. Stand er abends nicht auf der Bühne, rezitierte und interpretierte er Ringelnatz, Thomas Mann, Matthias Claudius, Wilhelm Busch, Hans Schwitters oder Max Ernst. Schließlich folgte er Peter Zadek nach Bochum. Seine Darstellung am dortigen Theater des Professor Unrat (nach dem gleichnamigen Roman Heinrich Manns), in die er Selbsterlebtes einfließen lassen konnte, markierte einen Höhepunkt seiner schauspielerischen Laufbahn.

    Als Regisseur erwies sich L. als geduldiger Pädagoge, uneitel und beherrscht, hilfsbereit und von hohem Arbeitsethos beseelt. Als seine beste Inszenierung können „Die Ratten“ (Düsseldorf) gelten. Im Film übernahm er eine Anzahl von Charakterrollen und führte Regie in „Wenn wir alle Engel wären“, „Vater, unser bestes Stück“ und „Ihr 106. Geburtstag“.|

  • Auszeichnungen

    Staatsschauspieler; Kunstpreis von Schleswig-Holstein; Senatsplakette d. Stadt Lübeck.

  • Literatur

    S. Melchinger (Hrsg.), Schauspieler, 1965;
    R. Badenhausen, in: Maske u. Kothurn Hh. 2 f., 1975;
    Ch. Trilse, K. Hammer u. R. Kabel, Theaterlex., 1977;
    Theater heute 4, April 1975;
    Dt. Bühnenjb. 1976, S. 613.

  • Autor/in

    Rolf Badenhausen
  • Empfohlene Zitierweise

    Badenhausen, Rolf, "Lüders, Günther" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 453 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118747398.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA