Lebensdaten
1856 bis 1924
Geburtsort
Sankt Petersburg
Sterbeort
Freiburg (Breisgau)
Beruf/Funktion
evangelischer Theologe ; Evangelist ; Schriftsteller
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118721690 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schrill, Ernst (Pseudonym)

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Zitierweise

Keller, Samuel, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd118721690.html [19.11.2017].

CC0

  • Genealogie

    V Johannes, aus Siblingen/Schaffhausen, Lehrer, Waisenhausvater in St. P., seit 1863 erblindet in Arensburg/Insel Oesel;
    M Christine Hesse; versippt mit d. balt. Akademikerfamilien Hesse, Hunnius, Kurtz;
    Vt Hermann Hesse ( 1962, s. NDB IX);
    - 1880 Elly Clever (* 1860), T d. Notar Clever in Weißenstein/Estland;
    1 S, 3 T.

  • Leben

    K. studierte seit 1876 in Dorpat evangelische Theologie, unter anderem bei Alexander von Oettingen, wurde danach Hilfsprediger in Sankt Petersburg und 1880 Pastor in Grunau (Gouvernement Jekaterinoslaw, heute Dnjepropetrowsk), einer ausgedehnten deutschen Bauerngemeinde. Hier erfuhr er die entscheidende Berufung als Evangelist. 1884 wurde er nach Neusatz auf der Krim versetzt. Zu seiner Gemeinde gehörten Sewastopol, Simferopol, Jalta, Eupatoria und weitere 104 Ortschaften mit insgesamt 17 000 Deutschen, 3 000 Esten und 1000 Angehörigen anderer Volksgruppen. Durch sein erfolgreiches Wirken – unter anderem gründete er eine Schule für Missionare – fiel er, der immer noch die Schweizer Staatsangehörigkeit besaß, den Behörden auf. Um einer drohenden Verbannung nach Sibirien zu entgehen, nahm er 1891 den Ruf zum Generalsekretär des Deutschen Sittlichkeitsbundes in Berlin an. 1892 wurde er Gemeindepfarrer in Düsseldorf. 1898 legte er unter Verzicht auf Altersversorgung sein Pfarramt nieder und war fast 25 Jahre lang als Evangelist mit dem Sitz Freiburg im Breisgau tätig. An Popularität übertraf er dabei, aufgrund seiner rednerischen Gabe E. Schrenck. Er sprach in über 6 000 öffentlichen, zahlreich besuchten – oft nach Tausenden zählenden – Versammlungen. Viele besuchten seine Sprechstunden, und noch größer war die Zahl derer, die schriftlich seinen Rat und Trost erbaten. Mit den Kollekten seiner Versammlungen finanzierte er Missions- und Wohlfahrtseinrichtungen. Gemeinsam mit Theodor Jellinghaus (1841–1913, siehe Literatur) und Johann Lepsius versuchte K. im 1902 gegründeten Eisenacher Bund, der regelmäßig in Eisenach tagte, vergeblich auf die Gemeinschaftsbewegung helfend einzuwirken. K. gab das Monatsblatt „Auf Dein Wort“ (Jahrgang 1-14, 1902-16) und Predigtsammlungen heraus. Er schrieb außerdem Andachtsbücher, Erzählungen, Novellen und Romane, die vor allem in Rußland spielen.

  • Literatur

    E. Bunke, S. K., Gottes Werk u. Werkzeug, 21949;
    L. Weichert, S. K., Ein Volksmissionar, 1934;
    O. Brüssau, Ernst Schrill, o. J.;
    Kosch, Lit.-Lex. (W);
    RGG (W, auch f. Th. Jellinghaus).

  • Autor

    Hans Brandenburg
  • Empfohlene Zitierweise

    Brandenburg, Hans Christian, "Keller, Samuel" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 466 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd118721690.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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