Lebensdaten
1904 bis 1973
Geburtsort
Hochkirch bei Görlitz
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Schauspieler ; Regisseur
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118715291 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • de Kowa, Victor (de ist kein Adelsprädikat)
  • Kowarzik, Victor (eigentlich)
  • Kowa, Victor de
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Zitierweise

Kowa, Victor de, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118715291.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Karl Viktor Eugen Kowarzik (1873–1924), Gutsbes., nach Verkauf d. Guts 1911 Landeskulturrat u. Ministerialdir. im Min. d. Innern in Dresden, S d. Apothekers u. Fabrikbes. Viktor Kowarzik;
    M Charlotte (1884–1972), T d. Pfarrers Paul Sukker;
    1) 1928 ( 1933) Ursula Grabley, Schauspielerin, 2) Berlin 1941 Michiko Tanaka (* 1913) aus Tokio, Sängerin.

  • Leben

    K. besuchte die Kreuzschule in Dresden und wollte Theologie studieren. Sein Vater schickte ihn jedoch in das Kadettenkorps. Die dortigen Erlebnisse verleideten ihm den Offiziersberuf; später machte er als Kriegsdienstverweigerer von sich reden. Er ging nun auf die Dresdener Kunstakademie, um Mode- und Plakatzeichner zu werden. Mit einem Entwurf für die Dresdener Garten- und Blumenausstellung errang er den 3. Preis. Seine künstlerischen Neigungen führten ihn schließlich zu Erich Ponto, der sein verständnisvoller Schauspiellehrer wurde. K.s Debüt fand im Waldtheater Sohland an der Spree statt. 1918-23 war er Mitglied des Staatstheaters in Dresden, 1924 ging er als jugendlicher und schüchterner Liebhaber nach Lübeck, 1925 zu Arthur Hellmer nach Frankfurt am Main, 1926 nach Hamburg zu Erich Ziegel – jetzt als jugendlicher Bonvivant –, 1928 an die Volksbühne nach Berlin und 1929 zu Reinhardt. Das Engagement 1935-43 bei seinem ehemaligen Kollegen Gründgens am Staatstheater in Berlin brachte K. unter anderem die großen klassischen beziehungsweise modernen Rollen des Figaro in „Der tolle Tag“ von Beaumarchais, des Bleichenwang in „Was ihr wollt“ von Shakespeare und des Dauphin in „Die heilige Johanna“ von Shaw (Regie: Jürgen Fehling) sowie zahlreiche profilierte Rollen in Boulevardkomödien. Im Laufe der folgenden Jahre hat K. an allen Berliner Bühnen gespielt beziehungsweise Regie geführt. 1930 entdeckte der Film den charmanten Charakterdarsteller. K. spielte in 120 Filmen, darunter in „Die andere Seite“ (1931), „Peter Voß, der Millionendieb“ (1945), „Der veruntreute Himmel“ (1958) und den SSSchutzstaffel der NSDAP-Gruppenführer Schmidt-Lausitz in Zuckmayers „Des Teufels General“ (1955).

    1939 schloß K. in London einen Zehnjahresvertrag mit „Metro Goldwyn Mayer“ ab, konnte ihn jedoch nicht einhalten, da ihm bei seiner Rückkehr nach Berlin der Paß abgenommen wurde (er erhielt ihn erst nach der Ernennung zum Staatsschauspieler zurück). 1940 schloß er sich einer Widerstandsgruppe an. Auf Grund einer Denunziation wurde er nach 1945 dennoch für kurze Zeit inhaftiert. Seit 1945 setzte sich K. engagiert für die Friedensidee und die moralische Aufrüstung (Caux) ein. Einen Teil seines Einkommens stiftete er Friedensorganisationen; er selbst gehörte zu den Gründern der deutschen „Pax-Bewegung“.

    1945-50 leitete K. die „Tribüne“ in Berlin und war zeitweilig Civilian Director der „Army Welfare Society“ am Berliner Renaissance-Theater. Feste Engagements nahm er dann nicht mehr an, sondern war als Schauspieler und Regisseur Gast an zahlreichen deutschen Bühnen, auch am Wiener Burgtheater. Außerdem widmete er sich Aufgaben in Film, Funk und Fernsehen. 1961/62 war er Präsident der Union der Filmschaffenden, 1962-66 Vorsitzender der Gewerkschaft Kunst. 1971 nahm er einen dreijährigen Lehrauftrag für europäische Schauspielkunst in der Nähe von Osaka (Japan) an.|

  • Auszeichnungen

    Komturkreuz d. röm. Adlerordens (1956), Orden Mérite Civique (Frankreich 1963), Ernst Reuter-Medaille (Berlin, 1962), „Bambi“ f. Verdienste um d. dt. Film (1964), Gr. Bundesverdienstkreuz (1972).

  • Werke

    Schrr. Komödien: Eifersucht ist eine Leidenschaft, 1938;
    Florian ist kein schlechter Kerl, 1941. -
    Erzz.: Verliebt in Frauen u. Farben, 1942;
    Die größte Liebe meines Lebens, 1946. -
    Mullepux, verliebt zu Dritt, Ein ganz kleiner Roman, 1941;
    Allerlei mit Pinsel u. Blei, Geschriebene u. gezeichnete Skizzen, 1940;
    Katechismus d. gesunden Menschenverstandes, 1948;
    Ich kann nicht anders, 1948;
    Als ich noch Prinz war von Arkadien, Erinnerungen, 1955;
    Ach du liebe Zeit, aus d. Libretto m. Lebens, 1971;
    Bekenntnis u. Vorstellung, o. J. -
    Bearb.: M. Achard, Das Leben ist schön;
    Bracco, Untreu;
    G. Freytag, Die Journalisten;
    Caillavet, Der König von Paris;
    G. Gherardi, Der Lockruf;
    Niccodemi, Tageszeiten d. Liebe. -
    Schallplatten: Die Größte Liebe meines Lebens;
    Wilhelm-Busch-Platten;
    Chansons.

  • Literatur

    H. J. Schlamp, V. de K., 1930;
    W. G. Lohmeyer, V. de K., 1936;
    H. E. Weinschenk, V. de K., 1941;
    A. Mühr, Großes Theater, 1950;
    H. Manz u. Th. M. Werner, Wir vom Film, 1960;
    S. Melchinger, Schauspieler, 1962;
    H. Harbeck, Schauspieler, 1966;
    R. Badenhausen u. P. Gründgens-Gorski, Gustaf Gründgens, 21966;
    W. Drews,|Bühnenprinz u. Friedensfreund, in: FAZ v. 9.4.1973;
    H. Söhnker,… u. kein Tag zuviel, 1974;
    G. v. Cziffra, Kauf Dir e. bunten Luftballon, 1975;
    L. Ullrich, Komm auf d. Schaukel Luise, 1975;
    H. Daiber, Theater n. 1945, 1976;
    A. Mühr, Dtld. deine Söhne, 1977;
    Dt. Bühnenjb. 1974 (P);
    Kosch, Theater-Lex. (unter Kowalski).

  • Autor/in

    Rolf Badenhausen
  • Empfohlene Zitierweise

    Badenhausen, Rolf, "Kowa, Victor de" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 627 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118715291.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA