Lebensdaten
1889 bis 1963
Geburtsort
Goslar
Sterbeort
Brannenburg- Degerndorf am Inn
Beruf/Funktion
Kultusminister ; Pädagoge
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118697811 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Grimme, Adolf Berthold Ludwig
  • Grimme, Adolf
  • Grimme, Adolf Berthold Ludwig
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Grimme, Adolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118697811.html [26.06.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Adolf (1854–1906), Bahnhofsvorsteher;
    M Louise Sander (1858–1952);
    1) Leer 1916 ( 1945/46) Mascha, Malerin, T d. Otto Brachvogel, Oberlandgerichtsrat, u. d. Elisabeth Handtmann, 2) Isernhagen 1947 Josefine (* 1907), Wwe d. Wolfg. Kuba, gesch. v. Hinr. Wilh. Kopf ( 1961), Min.-Präs. v. Nd.sachsen, T d. Arthur Baron v. Behr (1862–1909), Polizeimstr. in Mitau u. Libau, u. d. Wanda Baronesse v. d. Ropp;
    2 S, 1 T aus 1).

  • Leben

    G. studierte 1908-14 Philosophie und Germanistik in Halle, München und Göttingen, war danach Studienassessor in Leer, Studienrat und Oberstudienrat an höheren Schulen in Hannover und im Provinzialschulkollegium Hannover, 1925-27 Oberschulrat in Magdeburg, 1928-29 Ministerialrat im Preußischen Kultusministerium, 1929-30 Vizepräsident des Provinzialschulkollegiums von Berlin und der Mark Brandenburg, 1930-32 als Nachfolger C. H. Beckers preußischer Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung im Kabinett Braun-Severing und wurde am 20.7.1932 vom Reichskanzler von Papen, als Reichskommissar für Preußen, amtsenthoben. Es folgten für G. Jahre wirtschaftlicher Not. 1942 wurde er wegen „Nichtanzeige eines Vorhabens des Hochverrats“ zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt (Luckau und Fuhlsbüttel). 1945/46 wurde er zunächst Leitender Regierungsdirektor der Hauptabteilung Kultur des Oberpräsidiums in Hannover, dann 1946-48 Kultusminister des Landes Hannover beziehungsweise Niedersachsen, 1948-56 Generaldirektor des Nordwestdeutschen Rundfunks.

    G. war Schulmann, Volkserzieher und Kulturpolitiker. Nach dem 1. Weltkrieg schloß er sich dem Bund entschiedener Schulreformer an und suchte das freie Wachstum menschlicher Anlagen und Begabungen im Sinne einer von sozialen Auffassungen bestimmten Menschenerziehung und Menschenbildung zu fördern. Neben der philosophischen Schulung, die er von seinem Lehrer E. Husserl erfuhr, dessen zur radikalen Neubegründung der grundwissenschaftlichen Philosophie tendierende konstitutive Phänomenologie seine geistige Entwicklung und Verpflichtung entscheidend beeinflußte, bemühte er sich, Glauben und Wissen miteinander in Einklang zu bringen. Zu seiner Persönlichkeit gehörten die Anliegen einer von ihm in Wort und Tat geprägten Volkshumanität, die sowohl von der Glaubenskraft des evangelischen Christentums als auch von der religiös empfundenen Aufgabe des demokratischen Sozialismus bestimmt war. Es ging ihm dabei um einen Realismus, wie ihn der junge Marx gemeint hat, und der darauf gerichtet ist, den Menschen in seiner durch die gesellschaftlichen Widersprüche verursachten Selbstentfremdung wieder zur vollen Entfaltung der in ihm liegenden Freiheiten und Möglichkeiten zu bringen. Die organisch gewachsene Gemeinschaftsschule war ihm die Voraussetzung für die Verbreiterung der Bildungsbasis der modernen Gesellschaft.|

  • Auszeichnungen

    Seit 1948 Präsident d. Studienstiftung d. dt. Volkes (die er neu begründete), Vorsitzender d. Lietzschen Landerziehungsheime, o. Mitgl. d. Dt. Ak. f. Sprache u. Dichtung, Darmstadt (1949), Mitgl. d. Dt. UNESCO-Komm., Darmstadt (1950), korr. Mitgl. d. Dt. Rates d. Europ. Bewegung (1954), Mitgl. d. P.E.N., (1959); Goethe-Medaille f. Kunst u. Wiss. (1932), Dr. phil. h. c. (Göttingen 1948), Goethe-Plakette d. Stadt Frankfurt a. M. (1949), Gr. Bundesverdienstkreuz mit Stern (1954).

  • Werke

    W u. a. Gedanken vom Beruf d. Deutschen in d. Welt u. v. Sinn d. Krieges, 1916;
    Der rel. Mensch, 1922;
    Die Reform d. höheren Schulen u. d. Mitarb, d. Städte, 1927;
    Das Neue Volk - der Neue Staat, 1932;
    Auf freiem Grund mit freiem Volk, 1932;
    Selbstbesinnung, 1947;
    Vom Wesen d. Romantik, 1947;
    Rettet den Menschen, 1949;
    Die Sendung d. Sendungen d. Rundfunks, 1953. - Viele Herausgaben, Btrr. zu Sammelbänden, Zss. u. Ztgg.

  • Literatur

    Wirkendes, sorgendes Dasein, Begegnungen mit A. G., hrsg. v. W. G. Oschilewski, 1959 (Bibliogr., P);
    Rhdb. (P).

  • Portraits

    Gem. v. Ch. Berend-Corinth, 1930 (im Bes. d. Wwe, Frau Josefine Grimme, Degerndorf/Inn), Abb. b. Oschilewski, s. L.

  • Autor/in

    Walther G. Oschilewski
  • Empfohlene Zitierweise

    Oschilewski, Walther G., "Grimme, Adolf" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 88-89 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118697811.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA