Lebensdaten
1626 bis 1683
Geburtsort
Bremgarten (Aargau)
Sterbeort
Augsburg
Beruf/Funktion
Komponist
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 11869538X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Glettle, Johann Melchior
  • Gletle, Johann Melchior
  • Glettle, Johann Melchior

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Zitierweise

Gletle, Johann Melchior, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11869538X.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Jakob Gletlin aus B.;
    M Margareta Knecht;
    Katharina Streitlin;
    9 S, 6 T, u. a. Joh. Bapt. (1652–99), Kapellmeister, Schulpräfekt u. Subprior im Stift Göttweig, Jos. Bernh. (1655–96), Dr. iur., Prof. a. d. Univ. Salzburg, auch Joh. Ignaz (* 1656) u. Paul Nik. (1661–1707) schlugen d. ak. Laufbahn ein.

  • Leben

    Wo G. seine Ausbildung erhalten hat, weiß man bis heute noch nicht. 1651 wurde er in Augsburg als Domorganist angestellt, und 1654 wurde ihm auch das Amt des Domkapellmeisters übertragen. In diesen Stellungen verblieb er, anscheinend zur vollen Befriedigung seiner Vorgesetzten, bis zu seinem Tode. Wie üblich, sind seine Kirchenkompositionen als ausgesprochene Gebrauchsmusik entstanden. Vermutlich unterhielt G. zum musikliebenden Augsburger Bischof Johann Christoph von Freyberg-Eisenberg und zum Hause Fugger nähere Beziehungen. – G.s Kirchenmusik, von der nur ein Teil gedruckt vorliegt, trägt die Merkmale des konzertierenden Stils, wie er der Zeit zwischen H. Schütz und J. S. Bach eignet. Sowohl das einoder wenigstimmige, der Kantate nahestehende Vokalkonzert als auch das auf dem Wechselspiel zwischen Solo- (oder Ensemble) und Tuttipartien beruhende vielstimmige „Concerto“ treffen wir bei ihm an. Als Vorbilder für die süddeutschen Kirchenkomponisten der mittleren Barockperiode (zu denen außer G. unter andern Ph. J. Baudrexel, J. K. Kerll und R. I. Mayr gehören) kommen entsprechende Werke des einflußreichen Italieners G. Carissimi in Frage. Als Komponist von 2 originellen Sammlungen mit scherzhaften weltlichen Gesängen huldigt G. einer volkstümlichen Gattung, die besonders in Augsburg eifrig gepflegt wurde.

  • Werke

    Messen, Motetten, Psalmen u. Litaneien;
    2 Slgg. mit weltl. Vokalkonzerten u. Instrumentalstücken. - Ausgg.: J. M. G., Ausgew. Kirchenmusik, mit Einl. hrsg. v. H. P. Schanzlin (Continuo-Bearb. v. M. Zulauf) u. e. biogr. Btr. v. A. Layer, = Schweizer. Musikdenkmäler II, 1959, daraus als Einzelausgg. Geistl. Gesänge I u. II, 1960.

  • Literatur

    ADB IX;
    H. J. Moser, in: Corydon I u. II, 1933;
    H. P. Schanzlin, J. M. G.s Motetten, 1954 (W-Verz., L u. Verz. d. älteren Neuausgg.);
    ders., in: Bremgarter Neujahrsbll., 1960, S. 54 ff.;
    E. Refardt, in: MGG V, Sp. 260;
    Riemann.

  • Autor/in

    Hans Peter Schanzlin
  • Empfohlene Zitierweise

    Schanzlin, Hans Peter, "Gletle, Johann Melchior" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 455 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11869538X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Glettle: Johann Melchior G., geboren zu Bremgarten in der Schweiz in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, war Capellmeister an der Cathedralkirche in Augsburg. Dort erschienen von ihm in den J. 1667—85 acht Werke, welche Messen, Motetten, Psalmen, weltliche Concerte für Singstimmen mit und ohne Instrumentalbegleitung enthalten. Von besonderem Interesse dürfte folgende Sammlung sein: „Musica Genialis Latino-Germanica, oder neue lateinische und teutsche weltliche Musical-Concert, von 1, 2, 3, 4, 5 Stimmen, theils mit 2 Violinen ad libit., sammt 2 Sonaten und 36 Trompeter-Stücklein auf 2 Trompeten-Marinen“, 1674. Da das vorletzte seiner Werke, welches 1684 erschien, als „opus posthumum“ bezeichnet wird, muß also G. vor dieser Zeit gestorben sein. Ein genaues Verzeichniß seiner Compositionen enthält Gerber's altes Tonkünstlerlexikon (II.).

  • Autor/in

    Fürstenau.
  • Empfohlene Zitierweise

    Fürstenau, Moritz, "Gletle, Johann Melchior" in: Allgemeine Deutsche Biographie 9 (1879), S. 235 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11869538X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA