Lebensdaten
1596 bis 1680
Geburtsort
Edinburgh
Sterbeort
Kassel
Beruf/Funktion
evangelischer Theologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11868129X | OGND | VIAF: 7379314
Namensvarianten
  • Duraeus, John
  • Dury, John
  • Duraeus
  • mehr

Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Durie, John, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11868129X.html [10.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V John, presbyterianischer Pfarrer in Edinburgh, der wegen seines Widerstandes gegen die anglikanisch-hochkirchliche Kirchenpolitik den Mißfallen Kg. Jakobs I. erregt hatte u. Flüchtlingspfarrer für Engländer u. Schotten in Leiden war.

  • Leben

    D. erhielt seine theologische Ausbildung auf der Reformierten Akademie zu Sedan, die durch ihre antiprädestinatianische Lehrweise zu ökumenischer Weitherzigkeit erzog, und später in Leiden. 1628 ging er als presbyterianischer Pfarrer in die englische Kaufmannsgemeinde nach Elbing, wo eine große Bereitschaft für Unionspläne bestand, hier trafen sich anglikanische und presbyterianische Briten mit römisch katholischen, reformierten, brüderischen Polen und deutschen sowie schwedischen Lutheranern. Die nächsten 30 Jahre war er in England, Deutschland, den Niederlanden, Schweden und Dänemark für die Vereinigung der reformierten und lutherischen Kirchen tätig, gefördert von Gustav Adolf, William Laud, später Cromwell, so 1634 in Frankfurt, 1639 in Braunschweig, Hildesheim, Lüneburg und 1640 in Oldenburg, Hamburg und Holland. 1657 besuchte er Mittel- und Süddeutschland und die Schweiz. Mit dem Ähnliches erstrebenden Georg Calixt kam es jedoch zu keiner Einigung, sondern es herrschte zwischen beiden eine lähmende Verstimmung. Da es|ihm nicht gelang, nach der Rückkehr der Stuarts wieder festen Fuß in England zu fassen, ging er an den Hof des Landgrafen Wilhelm IV. von Hessen-Kasel und unternahm von hier aus wiederum weite Reisen in Süd- und Mitteldeutschland für seine Unionspläne. Es war sein Unglück, daß er die wechselnden politischen Umstände, die sein Werk gefährdeten, den 30jährigen Krieg in Deutschland und in Schweden und die Große Revolution in England nicht zu nutzen verstand, sondern ihr Opfer wurde. Eine Unzahl kleiner Schriften zur Einigung der Christenheit stammen von ihm, jedoch sind sie nicht vollständig bekannt. Theologische Grundlage sollte ein spiritualistisch-pietistisch-puritanisches Verständnis des Christentums sein, wie sich aus seinem Vorschlag ergibt, Johann Arndts „Wahres Christentum“ mit Lewis Baylys „Practice of Piety“ zu verbinden. Seine Unions- und Friedensbemühungen standen in engem Zusammenhang mit denjenigen der mystischen Spiritualisten, die in Amsterdam ihr Zentrum hatten. Comenius und Samuel Hartlieb waren die Exponenten beziehungsweise die Verbindungsmänner dieser Geistesrichtung zu D.

  • Werke

    u. a. Sententiae de Pacis rationibus Evangelicis, 1634;
    Declaration of English Divines, 1634 (Progr.schrr., d. h. unterstützende Gutachten d. führenden anglikan. Kirchenmänner, nämlich d. Erzbischöfe W. Laud u. Ussher [EB in Armagh f. Irland], d. Bischöfe J. Hall, Morton, Davenant u. 20 Doktoren d. Theol.).

  • Literatur

    H. Heppe, KG beider Hessen II, 1876, S. 160 ff.;
    K. Brauer, Die Unionstätigkeit J. D.s unter d. Protektorat Cromwells, 1907;
    H. Leube, Kalvinismus u. Luthertum im Za. d. Orthodoxie I, 1928, S. 204-43;
    G. Westin, Negotiations about Church Unity 1628-34, Upsala 1932;
    J. D. in Sweden, Documents and letters, hrsg. v. dems., ebd. 1934/36;
    J. M. Batten, J. D. Advocate of Christian Reunion, Chicago u. Cambridge 1944;
    G. H. Turnbull, Hartlieb, D. and Comenius, London 1947;
    M. Schmidt, in: Gesch. d. ökumen. Bewegung, hrsg. v. R. Rouse u. St. Ch. Neill I, 1957, S. 137 ff.;
    DNB VI, London 1949/50 (W);
    Altpreuß. Biogr. (unter Duraeus);
    RGG. – Qu.: Staatsarchiv Marburg u. Fürstl. Ysenburg Archiv Büdingen.

  • Autor/in

    Martin Schmidt
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmidt, Martin, "Durie, John" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 201 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11868129X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA