Lebensdaten
1758 bis 1850
Geburtsort
Höchstädt (Bayern)
Sterbeort
Aarau (Schweiz)
Beruf/Funktion
Dichter
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118674315 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Bronner, Franz Xaver
  • Bronner, F. X.
  • Bronner, Franc Ksaverij
  • mehr

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Bronner, Franz Xaver, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118674315.html [18.02.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Hans, Ziegeleibrenner, S des Georg;
    M Barb., T des Ant. Brucker;
    1821 Johanna Erismann ( 1853).

  • Leben

    Aus ärmlichen Verhältnissen stammend, besuchte B. das Seminar zu Dillingen und Neuburg. 1776 trat er in das Benediktinerkloster in Donauwörth ein; er widmete sich hier naturwissenschaftlichen und mathematischen Studien, zeitweise auch in Eichstätt. 1783 empfing er die Priesterweihe. Durch Lektüre zeitgenössischer Literatur und im Verkehr mit Illuminaten und Freimaurern wurde er mit aufklärerischem Gedankengut vertraut. Geistig dem Mönchsstand entfremdet, floh er 1785 nach der Schweiz und fand, gefördert von Salomon Geßner, in Zürich sein Auskommen als Notensetzer. Er kehrte 1786 in die Heimat zurück und trat beim Weihbischof zu Augsburg in Dienst, entfloh aber 1793 erneut nach Zürich, wo er einige Jahre die Zürcher Zeitung redigierte. Während der Helvetik war er Sekretär im Ministerium der Künste und Wissenschaften. 1803 wurde er Professor der Mathematik an der Kantonsschule in Aarau. 1810-17 weilte er als Professor der Physik in Kasan (Rußland), übernahm dann aber wieder seine Stelle in Aarau. Von 1827 an war er daselbst Kantonsbibliothekar und später zugleich Staatsarchivar. 1820 erhielt er das aargauische Bürgerrecht. - B. begann schon in der Klosterzeit zu dichten. Seine Idyllen sind stark von Geßner abhängig, erreichen jedoch nie dessen Anmut. Seine von Ulrich Bräker beeinflußte Autobiographie ist kulturgeschichtlich höchst aufschlußreich.

  • Werke

    u. a. Dichtungen: Fischergedichte u. Erzählungen, Zürich 1787;
    Schrr., 3 Bde., ebenda 1794 (I/II: Neue Fischergedichte u. Erzählungen, III: Frühere Fischerged. u. Erz.);
    Der erste Krieg, 2 Bde., 1810 (bibl. Versdichtung);
    Lustfahrten ins Idyllenland, 2 Bde., 1833;
    Sonstiges: F. X. B.s Leben, v. ihm selbst beschrieben, 3 Bde., Zürich 1795–97, 21810 (gekürzte Ausg. unter d. Titel F. X. B., Ein Mönchsleben aus d. empfindsamen Zeit, hrsg. v. O. Lang, o. J. [ca. 1912));
    Abenteuerl. Gesch. Hzg. Werners v. Urslingen, 1828;
    Der Kt. Aargau, hist.-geogr.-statist. geschildert, 2 Bde., 1844;
    hs. Nachlaß in d. Kt. bibl. Aarau.

  • Literatur

    ADB III;
    A. Schumann, Aargau. Schriftsteller, 1887, S. 18-31 (W-Verz., 55 Nummern);
    J. Widmer, F. X. B., Diss. Zürich 1901;
    Goedeke IV/1 (W, L), VII, 1906, S. 201 (W, L);
    E. Zschokke, in: Aarauer Neujahrsbll., 1929, S. 4-16 (P);
    E. Ermatinger. Dichtung u. Geistesleben d. dt. Schweiz, 1933, S. 427-30;
    Frels;
    HBLS II;
    LThK;
    Kosch, Lit.-Lex. I (W, L).

  • Portraits

    Ölgem. (Kt.bibl. Aarau).

  • Autor

    Alfred Zäch
  • Empfohlene Zitierweise

    Zäch, Alfred, "Bronner, Franz Xaver" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 635 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118674315.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Bronner: Franz Xaver B., Idyllen-Dichter, geb. 23. Decbr. 1758 zu Höchstädt an der Donau, 12. Aug. 1850; Sohn armer Eltern, mit glänzenden Talenten begabt, studirte bei den Jesuiten zu Dillingen, trat hierauf in das Benedictiner-Kloster Heilig-Kreuz zu Donauwörth, legte dort im J. 1777 unter dem Klosternamen "Bonifacius" die Ordensgelübde ab und empfing 19. April 1783 die Priesterweihe. Er war aber ohne allen Beruf in diesen Stand getreten, zerfiel daher, da er auch im Herzen dem damals viele Geister beherrschenden Illuminatismus huldigte, bald mit dem Mönchswesen, verließ im J. 1785 heimlich sein Kloster und floh in die Schweiz. In Zürich fand er freundliche Aufnahme, kehrte aber, kirchlich vom Ordensverbande dispensirt, im folgenden Jahre in sein Vaterland zurück, wurde vom Weihbischofe Freiherrn v. Ungelter zu Augsburg in Dienst genommen und im J. 1790 als Registrator beim bischöflichen Vicariate angestellt.Aber auch in Augsburg seines Bleibens nicht findend, verließ er im J.1793 heimlich seine Stelle und die Stadt und begab sich, des geistlichen Standes sich entkleidend, wieder in die Schweiz. B. hatte schon in Donauwörth, angeregt durch den Reiz der Landschaft, welche er von seiner Klosterzelle aus überschaute, und durch das geschäftige Fischerleben an der Donau und Werniz, begonnen, Scenen dieses Lebens in Idyllenform dichterisch darzustellen. Salomon Geßner in Zürich beförderte diese Dichtungen zum Druck und führte sie als "Fischergedichte und Erzählungen von Bronner", 1787, in die Oeffentlichkeit ein. Nach seiner zweiten Flucht in die Schweiz gab B. eine weitere Sammlung solcher Idyllen heraus: "Neue Fischergedichte", 1794, 2 Bde. (F. X. Bronner's Schriften, Bd. 1. 2), und schrieb mit naiver Offenheit eine Geschichte seines bewegten Lebens (3 Bdchen., 1795—97; N. A. 1810). Seine Fischer-Idyllen sichern ihm eine bleibende Stelle in der deutschen Litteratur-Geschichte. Später wurde er Lehrer an der Canton-Schule zu Aarau, folgte im J. 1810 einem Rufe an die russische Universität Kasan, kehrte aber im J. 1817 nach Aarau zurück, wo er wieder an der Schule lehrte und später als Archivar und Bibliothekar des Cantons Aargau wirkte. Hier gab er außer einigen andern Schriften neue Erzählungen und Fischergedichte heraus unter dem Titel: "Lustfahrten ins Idyllenland", 2 Bdchen., 1833 und fertigte eine historische, geographische und statistische Beschreibung des Cantons Aargau, 2 Bdchen., 1844 (Historisch-geographisch-statistische Gemälde der Schweiz, Bd. 16, Thl. 1, 2). B. starb, nahezu 92 Jahre alt.

    • Literatur

      Vgl. Steichele, Bisth. Augsburg, III. 876.

  • Autor

    Steichele.
  • Empfohlene Zitierweise

    Steichele, "Bronner, Franz Xaver" in: Allgemeine Deutsche Biographie 3 (1876), S. 361 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118674315.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA