Lebensdaten
erwähnt 1212, gestorben 1261 oder 1260
Beruf/Funktion
Herzog von Sachsen
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118644351 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Albert I.
  • Albrecht I. von Sachsen
  • Albert I. von Sachsen
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Zitierweise

Albrecht I., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118644351.html [21.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus dem Geschlecht der Askanier;
    V Herzog Bernhard von Sachsen;
    M Judith (Jutta), T entweder König Knuts V. von Dänemark oder Herzog Miecislaws von Polen;
    B Graf Heinrich von Anhalt;
    1) 1222 Agnes ( 29.8.1226), T Herzog Leopolds VI. von Oesterreich, 2) 1229 oder 1230 Agnes ( vor 1247), T Landgraf Hermanns I. von Thüringen, Schw Landgraf Ludwigs IV. von Thüringen ( heilige Elisabeth) und Landgraf Heinrich Raspes (Gegenkönig Friedrichs II.), 3) 1247/48 Helene ( 6.9.1273), T Herzog Ottos von Braunschweig-Lüneburg;
    S aus 3) Albrecht II. und Johann, Stammväter der Herzöge von Sachsen-Wittenberg und Sachsen-Lauenburg.

  • Leben

    A. übernahm 1212 nach dem Tode seines Vaters Bernhard die Herrschaft, deren territoriale Grundlage die anhaltinischen Stammbesitzungen um Wittenberg und die Gebiete an der Unterelbe waren. Letztere sicherten ihm gegen das Vordringen des Dänenkönigs Waldemar II. erst den Sieg bei Bornhöved (1227), wo A. den linken deutschen Flügel befehligt haben soll. Außer der Oberlehnsherrschaft über Nordalbingien, dem späteren Herzogtum Lauenburg, gewann er dadurch Ratzeburg. A. war bis zum Tode Ottos IV. dessen Anhänger, schwenkte aber dann zu Friedrich II. um, der nach 1247 sogar eine Ehe mit A.s Tochter Jutta plante, die jedoch wegen des päpstlichen Einspruches nicht zustande kam. A.s Teilnahme an Friedrichs II. Kreuzzug ist nicht sicher zu belegen. Auf dem Reichstag zu Mainz (1235), auf dem der staufisch-welfische Zwist beigelegt wurde, war A. anwesend. In der Auseinandersetzung zwischen den Staufern und A.s Schwager, dem Gegenkönig Heinrich Raspe, verhielt er sich neutral.

  • Literatur

    ADB I;
    H. Steudener, A. I., Hzg. zu Sachsen 1212-1260, in: Ztschr. d. Harzver. f. Gesch. u. Altertumskde., Bd. 28, 1895;
    F. Berendt, Die Beziehungen Anhalts zu Kursachsen 1212-1485, 1907;
    A. Schroeder, Grundzüge d. Territorialentwicklung d. anhalt. Lande, in: Anhalt. Gesch.bll. 2, 1926;
    D. Schäfer, Die Schlacht b. Bornhöved 1227, in: Hans. Gesch.bll., 1914;
    F. Rörig, Die Schlacht b. Bornhöved 1227, in: Ztschr. d. Ver. f. Lübeck. Gesch. u. Altertumskde. 1927, und in: Vom Werden u. Wesen d. Hanse, 1940, S. 50 ff.

  • Autor/in

    Herbert Mundhenke
  • Empfohlene Zitierweise

    Mundhenke, Herbert, "Albrecht I." in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 173 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118644351.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Albert I., Herzog von Sachsen, 26. Juni 1261, zweiter Sohn des Herzogs Bernhard (s. d.), erhielt bei dem Tode seines Vaters (1212) das Herzogthum Sachsen, d. h. die anhaltischen Stammbesitzungen um Wittenberg und die neuerworbenen Besitzungen an der Unterelbe, welche letztere damals freilich durch das erobernde Vordringen des Dänenkönigs Waldemar II. mehr als in Frage gestellt waren. Erst durch die siegreiche Schlacht von Bornhöved (22. Juli 1227), an welcher A. als Führer des deutschen linken Flügels hervorragenden Antheil nahm, ward das dänische Uebergewicht in diesen Gegendengebrochen und für A. der Besitz von Lauenburg entschieden. Auch Ratzeburg und Mölln wurden jetzt von ihm besetzt und Herzog Otto von Braunschweig, der einzige deutsche Fürst, der auf dänischer Seite gefochten hatte, trat ihm Hitzacker ab. So wurde A. der eigentliche Begründer des Herzogthums Lauenburg. Er stand bei Friedrich II. in hohem Ansehen und begleitete denselben auch auf dessen Fahrt nach dem gelobten Lande. Ebenso war er auf dem großen Reichstage zu Mainz (1235) zugegen, auf welchem der Zwist der Welfen mit dem staufischen Hause definitiv beigelegt wurde. Seine Theilnahme an dem Kriegszuge gegen die Ungarn im J. 1260 wird nur von wenig glaubwürdigen Schriftstellern bezeugt. Er war dreimal verheirathet, zuletzt mit Helene, der Tochter des Herzogs Otto von Braunschweig-Lüneburg, welche ihm zwei Söhne, Albert und Johann, gebar, welche die Stammväter der Herzöge von Sachsen-Wittenberg und Sachsen-Lauenburg wurden.

  • Autor/in

    v. Heinemann.
  • Empfohlene Zitierweise

    Heinemann, Otto von, "Albrecht I." in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 204 unter Albert [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118644351.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA