Lebensdaten
1903 bis 1967
Geburtsort
Emanuelssegen (Kreis Pless, Murcki, Oberschlesien)
Sterbeort
Bonn
Beruf/Funktion
Politiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11861259X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Seebohm, Hans-Christoph
  • Seebohm, H. Ch.
  • Seebohm, H.-Chr.
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Zitierweise

Seebohm, Hans-Christoph, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11861259X.html [15.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Kurt Hermann (1870–1946), aus Düsseldorf, Ing., Bergassessor, Gen.dir. in St. Richardschacht-Teplitz, Braunkohlenbergbauindustr. (s. Biogr. Lex. Böhmen), S d. Hermann (1827–86), Bergbauindustr., u. d. Mary Harding Mulvany (1836–75), aus Irland;
    M Ida (1869–1958), T d. Bernhard Seebohm (1839–1907), Bergwerksdir. in St. Richardschacht-Teplitz (s. Gen. 1), u. d. Adolfine Rumpff (1842–1904);
    Urur-Gvv u. Urur-Gvm Johann Georg Ludwig (1757–1835), Kaufm., Brunnendir. (s. Gen. 1);
    Ur-Gvv Johann (1793–1866, Johanne Telgmann, 1799–1851), Kaufm. in Friedensthal, Abg. d. waldeck. LT (s.R. König, Die Abg. d. Waldeck. LT v. 1848–1929, 1985);
    Ur-Gr-Ov Benjamin (1798–1871), Kaufm. in England;
    Gr-Ov Eduard (1823–98), Kaufm. in Düsseldorf, Bergbauindustr.;
    Gr-Om Hans Rudolf (s. 1);
    B d. Gmv William Thomas Mulvany (1806–85), Bergbauindustr. (s. NDB 18), George Mulvany (1809–69), Maler, Dir. d. Nat.gal. in Dublin (s. ThB), Thomas John Mulvany (1821–92), Bergbauindustr. (s. NDB 18*);
    Schw Iris Bleisch, Dr. med.;
    – ⚭ Elisabeth Triebel (1907–67), aus Tilsit;
    1 S Thomas M., Dr. phil., 1 T Irina, Dr. med.; Verwandter Hermann C. A. (1880–1956), 1925 Leiter d. Agfa-Griesheim, 1926–31 o. Mitgl. d. Vorstands d. I. G. Farbenindustrie A. G., 1932 Präs. d. Dt. Handelskammer in Wien (s. Rhdb.; J. U. Heine, Verstand & Schicksal, 1990).

  • Leben

    S. wuchs in Königswerth bei Eger auf, besuchte das Gymnasium in Dresden und studierte 1921–28 in Freiberg, München und Berlin-Charlottenburg Bergwissenschaften; 1931 bestand er das Bergassessorexamen und wurde 1932 mit einem geologischen Thema zum Dr.-Ing. promoviert. Seit 1933 übte er leitende Funktionen im Bergbau aus (Schachtanlagen Sosnitza, Preußengrube AG Gleiwitz, Erzbergbau GmbH Ringelheim, Hohenlohe Werke AG, Hochbau- u. Erdölges. C. Deilmann). Nach dem 2. Weltkrieg engagierte S. sich in der Deutschen Partei (DP, 1947–55 stellv. Bundesvors.), seit 1960 in der CDU (1964 Vors. d. Landesverbandes Hannover, 1967 Bundesschatzmeister). 1946–48 war er Mitglied des Niedersächs. Landtags, 1948/49 des Parlamentarischen Rates und 1949–67 des Dt. Bundestages. 1946–48 amtierte er in Niedersachsen als Minister für Aufbau, Arbeit und Gesundheitswesen, 1949–66 leitete er das Bundesministerium für Verkehr. Seit 1950 war er Mitglied im Hauptvorstand der Sudetendt. Landsmannschaft und wurde 1959 deren Sprecher.

    Die größte Herausforderung in den ersten Jahren seiner Amtszeit bestand darin, den gewaltigen Substanzverlust an Verkehrsmitteln und Verkehrsanlagen infolge des 2. Weltkriegs zu beheben. Es zeugt für S.s Leistungskraft, daß bereits am Ende der 1. Legislaturperiode u. a. das Allgemeine Eisenbahn-, das Bundesbahn-, das Güterkraftverkehrs-und das Personenbeförderungsgesetz sowie das Gesetz über den gewerblichen Binnenschifffahrtsverkehr verabschiedet waren. Mit dem wachsenden Defizit der Dt. Bundesbahn konfrontiert, versuchte S. 1955 mit Hilfe des Verkehrsfinanz- und des Straßenentlastungsgesetzes den Güterkraftverkehr kostenmäßig zu belasten und dadurch die Lage der Eisenbahn zu verbessern. Er sorgte für den Ausbau der Fernstraßen und den Aufbau eines flächendeckenden Autobahnnetzes. Von der Gleichberechtigung der fünf großen Verkehrszweige (Eisenbahn, Straßenverkehr, Binnenschiffahrt, Seeverkehr, Luftfahrt) überzeugt, setzte S. durch, daß die Bundesregierung für den Ausbau der Verkehrswege mehr Gelder ausgab als jedes andere Land Europas. In Deutschland entstand somit das damals nächst den USA modernste Verkehrswegenetz der Welt. 1953 war S. Mitbegründer der Europ. Konferenz der Verkehrsminister (CEMT), als deren Doyen er aufgrund seiner langen Amtszeit galt und über die er an der Entwicklung und Verwirklichung einer gemeinsamen europ. Verkehrsordnung entscheidend mitwirkte.

    Die allgemeine Anerkennung, die sich S. als Verkehrsminister verschaffte, wurde überschattet von der öffentlichen Resonanz auf seine Aktivitäten als Vertriebenenpolitiker. Als streitbarer Konservativer mit einer ausgeprägt patriotischen Einstellung mißachtete er die Kabinettsräson, wenn es um die sudetendt. Sache ging, und verursachte mit seinen Äußerungen mehrfach Irritationen im In- und Ausland.

  • Auszeichnungen

    Ehrenbürger d. Stadt Braunschweig (1953); Ehrensenator u. Dr.-Ing. E. h. (TH Braunschweig); Dr. rer. nat. h. c. (Bergak. Clausthal); Gr. BVK; Bayer. Verdienstorden (1963).

  • Werke

    Voraussetzungen f. e. Wirtsch.demokratie, 1948;
    Gedanken z. dt. Verkehrspol., 1955;
    Stadtverkehr: Planung, Verantwortung, 1962.

  • Literatur

    H. Mursch u. Karl Simon (Hg.), H.-C. S. z. Gedenken, 1967 (P, Totenmaske v. Viktor Eichler);
    I. Nathusius, Am rechten Rand d. Union, Der Weg d. DP|bis 1953, Diss. Mainz 1992, bes. S. 282 ff.;
    D. Klenke, Bundesdt. Verkehrspol. u. Motorisierung, 1993;
    Munzinger;
    Egerländer Biogr. Lex.;
    E. Lange, Wegbereiter d. Bundesrep., 1999, S. 231–38;
    J. Detjen, in: Kanzler u. Min.;
    Lex. Christl. Demokratie;
    zur Fam.:
    W. Serlo, Westdt. Berg- u. Hüttenleute, 1938, S. 1–18;
    J. U. Heine, Verstand & Schicksal, 1990, S. 137.

  • Autor/in

    Joachim Detjen
  • Empfohlene Zitierweise

    Detjen, Joachim, "Seebohm, Hans-Christoph" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 138-139 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11861259X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA