Lebensdaten
1850 bis 1921
Geburtsort
Riga
Sterbeort
Münster (Westfalen)
Beruf/Funktion
Althistoriker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 120147149 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Seeck, Otto Karl
  • Seeck, Otto
  • Seeck, Otto Karl

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Zitierweise

Seeck, Otto, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd120147149.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich, aus Ostpreußen, Schlosser, dann Fabrikbes. in R.;
    M Ottilie Hagen-Torn;
    1882 Auguste, T d. Otto Jessen, Dir. d. Handwerkerschule in Berlin, u. d. N. N. Engel;
    2 S, 3 T u. a. Ottilie (Lilli) (1885–1962, ⚭ Ludwig Radermacher, 1867–1952, ao. Prof. d. Klass. Philol. 1903 in Greifswald, 1909 in M., 1909–36 o. Prof. in Wien, s. NDB 21; L).

  • Leben

    Nach abgebrochenem Besuch des Gymnasiums in Riga holte S. das Abitur nach und wechselte unter dem Eindruck von Th. Mommsens „Römischer Geschichte“ nach zwei Semestern Studium der Chemie in Dorpat zur Alten Geschichte in Berlin. 1872 wurde er von Mommsen promoviert (Quaestiones de Notitia dignitatum, 1876 publ., heute noch maßgebliche Ausg.) und 1878 mit einer Symmachus-Ausgabe (1883 publ., Nachdr. 1984, MGH SS 6/1) habilitiert. 1881 war S. ao. Professor in Greifswald (1885 o. Prof.), seit 1907 o. Professor in Münster. Neben gelegentlichen Studien zur Odyssee und zur antiken Kunstgeschichte bildete die Spätantike das Kerngebiet seiner Forschungen. S. war an der Herausgabe des „Codex Theodosianus“ beteiligt. Für Paulys „Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft“ verfaßte er zahlreiche bis heute grundlegende Artikel. Außerdem edierte er „Die Briefe des Libanius, zeitlich geordnet“ (1906, Nachdr. 1966) und bearbeitete „Die Regesten der Kaiser und Päpste für die Jahre 311 bis 476 n. Chr.“ (1919, Nachdr. 1984).

    Am bekanntesten wurde S. durch seine mitreißende, in der Formulierung teilweise zeitgebundene „Geschichte des Untergangs der antiken Welt“ (6 Doppelbde., 1895–1920, 21920, 41923, Nachdrr. 1966, 2000, Mit e. Einl. v. St. Rebenich), die sich sowohl an die Fachwelt als auch an das allgemeine Publikum wandte. In seinem Streben, historische Gesetzmäßigkeiten zu entdecken, sah S. – jedem Rassismus fern – als Ursache des Niedergangs Roms nicht die Germanengefahr, sondern innere Ursachen, v. a. eine zunehmende Dekadenz der röm. Führungsschichten.

  • Auszeichnungen

    Geh. Reg.rat; Dr. h. c. (Erlangen); korr. Mitgl. d. Göttinger Ges. d. Wiss. (1895).W-Verz. A. Gonzälez Blanco, Evocando a O. S., in: Studia historica, Historia antigua, 6, 1988, S. 7–15.

  • Literatur

    F. Münzer, in: Neue Jbb. 25, 1922, S. 302–304;
    HZ 124, S. 556;
    L. Radermacher, in: Bursian-BJ 46 (210), 1926, S. 50–60;
    H. Leppin, Ein „Spätling d. Aufklärung“: O. S. u. d. Untergang d. antiken Welt, in: FS Karl Christ, 1998, S. 472–91;
    St. Rebenich, O. S., Theodor Mommsen u. d. „Röm. Gesch.“, ebd., S. 582–607;
    ders., O. S. u. d. Notwendigkeit, Alte Geschichte zu lehren, in: W. M. Calder III u. a. (Hgg.), Wilamowitz in Greifswald, 2000, S. 262–98;
    DBJ III, Tl.;
    Dt.balt. Biogr. Lex.;
    W. Weber, Biogr. Lex. z. Gesch.wiss., 21987;
    Lex. Greifswalder Hochschullehrer 1775 bis 2006, hg. v. W. Buchholz, T. 3, 2004.

  • Autor/in

    Wolfgang Schuller
  • Empfohlene Zitierweise

    Schuller, Wolfgang, "Seeck, Otto" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 139 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd120147149.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA