Lebensdaten
1897 bis 1939
Geburtsort
Pferdsfeld (heute Bad Sobernheim/Nahe, Hunsrück)
Sterbeort
Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar
Beruf/Funktion
reformierter Pfarrer ; Widerstandskämpfer
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 118609599 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schneider, Paul Robert
  • Schneider, Paul
  • Schneider, Paul Robert

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Zitierweise

Schneider, Paul, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118609599.html [22.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Gustav-Adolf (1858–1926), aus Wuppertal-Elberfeld, ref. Pfarrer;
    M Elisabeth Schnorr (1863–1914), aus Düsseldorf, 2 B Adolf, Hans;
    1930 Margarete Dieterich (* 1904), aus Wildberg (s. L), Pfarrers-T;
    5 S Dieter (* 1927), Paul-Hermann (* 1930), Gerhard (* 1933), Karl-Adolf (* 1935), Ernst-Wilhelm (* 1937), 1 T Eva-Maria (* 1929); N Paul Dieterich, ev. Pfarrer, 1971 in Grötzingen b. Nürtingen, 1976 in Ravensburg, 1983 in Ulm, 1999 Prälat in Heilbronn.

  • Leben

    S. besuchte die Volksschule in Pferdsfeld und das Gvmnasium in Bad Kreuznach und seit 1910 in Gießen, meldete sich 1915 als Freiwilliger zum Kriegsdienst und studierte seit 1918 Theologie in Gießen, Marburg und Tübingen. Nach dem Examen 1922 arbeitete er in einer Eisenhütte in Dortmund-Hörde, um soziale Erfahrung im industriellen Milieu zu sammeln, und war 1923/24 in der Berliner Stadtmission tätig. Nach der Ordination im Jan. 1925 Hilfspfarrer in Essen, übernahm er 1926 die erste Pfarrstelle in Hochelheim und Dornholzhausen bei Wetzlar als Nachfolger seines Vaters. Als Mitglied der Bekennenden Kirche exponierte sich S. früh gegen die nationalsozialistische Kirchenpolitik und predigte gegen Exponenten und Ideologen des Regimes wie Röhm, Goebbels, Rosenberg. Die Kirchenbehörde versetzte den regimekritischen Pfarrer auf Betreiben der NSDAP 1934 in die kleine Gemeinde Dickenschied und Womrath im Hunsrück, wo er weiter gegen die weltliche Obrigkeit opponierte. Bis 1937 wurde der Geistliche mehrfach von der Gestapo verhört und 1934 bzw. 1935 zeitweilig in „Schutzhaft“ genommen. Im Febr. 1937 schloß S. einen nationalsozialistischen Religionslehrer, der gegen die mehrheitlich der Bekennenden Kirche angehörenden Gemeinde agitierte, nach den Regeln der christl. Bußzucht aus der Kirche aus. Aus der deshalb verhängten „Schutzhaft“ im Gestapogefängnis Koblenz wurde er am 24. Juli entlassen und aus der Provinz Rheinland ausgewiesen. Wegen Mißachtung des Aufenthaltsverbots wurde er am 3.10.1937 erneut verhaftet und am 28. November in das KZ Buchenwald eingewiesen. Von den Kirchenbehörden in den Wartestand versetzt, wurde der „Prediger von Buchenwald“ wegen seiner unbeugsamen Haltung mit Bunkerhaft bestraft und mißhandelt. Eine Predigt aus dem Bunkerfenster an die zum Appell angetretenen Häftlinge führte zu weiteren Lagerstrafen und schließlich zur Ermordung mittels einer Injektion. An der Beerdigung in Dickenschied am 21.7.1939 nahmen unter den Augen der Gestapo ca. 200 Pfarrer aus ganz Deutschland teil, die meisten im Talar.

  • Auszeichnungen

    Pfarrer-Paul-Schneider-Ges. (seit 1997).

  • Werke

    … und sollst mein Prediger bleiben, Zeugnisse v. P. S., hg. v. R. Wentorf, 1966.

  • Literatur

    Der Prediger v. Buchenwald, Das Martyrium P. S.s, hg. v. H. Vogel u. Margarete Schneider, 1953, 131981 (weitere Aufll. bis 1996, ital. Übers. 1996);
    |Trotz der Höllen Toben, Dok. berichten aus d. Leben P. S.s, der z. Prediger v. Buchenwald wurde, ausgew. u. hg. v. R. Wentorf, 1967;
    R. Wentorf, Der Fall d. Pfarrers P. S., Eine biogr. Dok., 1989;
    Giselher Schmidt, in: Das Parl. v. 14.7.1989 (P);
    C. R. Foster, P. S., The Buchenwald Apostle, 1995, dt. u. d. T.: Der Prediger v. Buchenwald, Seine Lebensgesch., 2001;
    Munzinger;
    Nassau. Biogr.;
    Weimar Lex.;
    Lex. Widerstand;
    BBKL (L);
    Trierer Biogr. Lex.

  • Autor/in

    Wolfgang Benz
  • Empfohlene Zitierweise

    Benz, Wolfgang, "Schneider, Paul" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 304-305 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118609599.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA