Lebensdaten
1916 bis 1990
Geburtsort
Kamillental bei Schildberg (Provinz Posen)
Sterbeort
Heidesheim bei Mainz
Beruf/Funktion
Historiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118600168 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rhode, Gotthold

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Zitierweise

Rhode, Gotthold, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118600168.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Arthur (1868–1967), D. theol. h. c., bis 1941 Pfarrer u. Sup. in P., seit 1921 zugleich Doz. f. AT u. KGesch. Polens am Ev. Predigerseminar u. an d. Theol. Schule in P. (s. Gestalten u. Wege d. Kirche im Osten, Festgabe f. A. R. z. 90. Geb.tage, hg. v. H. Kruska, 1958; Polski Słownik Biograficzny; BBKL), S d. Heinrich (1836–86), seit 1863 Polizeidistriktskommissar in Podzamcze (Wilhelmsbrück, Kr. Kempen), u. d. Mathilde Bartel (1845–1923);
    M Martha (1879–1977), T d. Pastors u. Sup. Berthold Harhausen (1847–1920);
    5 Geschw;
    Breslau 1940 Ilona Benning (* 1913);
    1 S Michael, (1946-96), Dr., Informatiker, 2 T Christiane (* 1945,| Peter Schlaffer), Dolmetscherin, Sabine (* 1950, Dr. Achim Boom).

  • Leben

    Geprägt durch das elterliche Pfarrhaus, die ev.-dt. Traditionen des Posener Landes und die Jugendbewegung sowie seit seiner Jugend mit der poln. Sprache, Kultur und Geschichte vertraut, studierte R. nach dem Besuch des Dt. Privatgymnasiums in Posen Geschichte, Geographie und Slawistik in Jena, München, Königsberg und Breslau. Seine wissenschaftliche Laufbahn, die er 1939 nach der Dissertation bei dem Kirchenhistoriker und Slawisten Hans Koch (1894–1959) über „Brandenburg-Preußen und die Protestanten in Polen 1640-1740“ im Osteuropa-Institut in Breslau begonnen hatte, setzte er nach Kriegsende in Hamburg als Assistent Hermann Aubins (1885–1969) fort. Nach der Habilitation 1952 über die Ostgrenze Polens im Mittelalter zunächst Mitarbeiter beim kurz zuvor von Aubin mitgegründeten Johann Gottfried Herder-Institut in Marburg, wirkte R. 1957-84 als Professor für Osteurop. sowie Mittlere und Neuere Geschichte an der Univ. Mainz. Für Aufbau und Entwicklung des Universitätsfaches „Osteurop. Geschichte“ wie der außeruniversitären Ostmitteleuropa-Forschung leistete R., seit 1961 bzw. 1967 Mitherausgeber der „Jahrbücher für Geschichte Osteuropas“ und der „Zeitschrift für Ostforschung“, Bedeutendes. Er fühlte sich einer Fachkonzeption verpflichtet, die chronologisch wie geographisch stets auf einen Begriff vom Ganzen der osteurop. Geschichte zielte. Sein Forschungsinteresse galt insbes. der Geschichte Polens, den dt.-slaw. und poln.-russ. Beziehungen sowie den Ursachen und Folgen neuzeitlicher Zwangswanderungen von Bevölkerungsgruppen. Große Resonanz fand seine 1965 erschienene „Geschichte Polens“ (31980). Als Mitglied der dt.-poln. und der dt.-rumän. Schulbuchkommission, der Historisch-Landeskundlichen Kommission für Posen und das Deutschtum in Polen, als Vorstandsmitglied des Verbandes der Historiker Deutschlands, Präsident des Herder-Forschungsrates (1984–90) und der Studiengesellschaft für mittel- und osteurop. Partnerschaft sowie als Vizepräsident des Dt. Poleninstituts in Darmstadt (1980–90) setzte sich R. für neue, auf gegenseitiger Achtung beruhende Beziehungen zu den Völkern Osteuropas ein.|

  • Auszeichnungen

    Ehrenmitgl. d. Polish Soc. for Arts and Sciences Abroad; BVKI. Kl.; Georg Dehio-Preis.

  • Werke

    W-Verz.: Ostmitteleuropa, Berr. u. Forsch., FS G. R. z. 65. Geb.tag, hg. v. U. Haustein u. a., 1981, S. 519-44;
    35 J. Forsch. über Ostmitteleuropa, Veröff. d. Mitgll. d. J. G. Herder-Forsch.rates 1950-1984, 1985, S. 254-62;
    N. Lösow, Verz. d. Veröff. G. R.s seit 1981, in: Zs. f. Ostforsch. 40, 1991, S. 4-9;
    Autobiogr.: Als Ortsbevollmächtigter in Neustadt (Kudirkos Naumiestis) in Litauen, Erinnerungen an d. Umsiedlung d. Litauendeutschen Jan. bis März 1941, in: Alte u. neue Themen d. Bevölkerungswiss., FS f. H. Harmsen, hg. v. H. Schubnell, 1981, S. 151-66;
    Lodzer Deutsche – Posener Deutsche, in: Suche die Meinung, Karl Dedecius, dem Übersetzer u. Mittler, z. 65. Geb.tag, hg. v. E. Grözinger u. A. Lawaty, 1986, S. 237-56. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: BA Koblenz.

  • Literatur

    R. Breyer, in: Kulturwart, Btrr. z. dt.-poln. Nachbarschaft 38, 1990, Nr. 179, S. 1-6;
    H. Lemberg, in: Zs. f. Ostforsch. 40, 1991, S. 1-3 (P);
    Gesch. Osteuropas, Zur Entwicklung e. hist. Disziplin in Dtld., Österr. u. d. Schweiz 1945-1990, hg. v. E. Oberländer, 1992, S. 159-66, 256-75;
    E. Oberländer, in: Jbb. f. Gesch. Osteuropas 38, 1990, S. 479 f.;
    J. Serczyk, in: Zapiski Historyczne 56/1, 1991, S. 159-62;
    K. Zernack, in: Internat. Schulbuchforsch. 12/1, 1990, S. 5-8;
    BBKL 16.

  • Autor/in

    Joachim Bahlcke
  • Empfohlene Zitierweise

    Bahlcke, Joachim, "Rhode, Gotthold" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 497-498 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118600168.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA