Lebensdaten
1835 bis 1918
Geburtsort
Raunheim bei Gießen
Sterbeort
Bonn
Beruf/Funktion
Geograph ; Japanologe
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 118599313 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rein, Johannes Justus

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Zitierweise

Rein, Johannes Justus, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118599313.html [12.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Kaspar, Grenzaufseher, später Landwirt;
    M Margarethe Schlapp;
    Marie Elisabeth Caroline v. Rein (* 1837);
    2 S, 4 T.

  • Leben

    Nach dem Studium der Mathematik und der Naturwissenschaften in Gießen 1854-56 besuchte R. ein Lehrerseminar in Friedberg und war 1858-60 Lehrer in Reval und Dorpat. An der dortigen Universität legte er 1859 das Oberlehrerexamen ab. Nachdem er von Dorpat aus den Ostseeraum und Rußland bereist hatte, wurde er 1861 an der Univ. Rostock mit einer Arbeit über Klima, Boden und Vegetation in Estland promoviert. Im selben Jahr reiste er nach London und trat eine Hauslehrerstelle bei dem brit. Gouverneur der Bermudas an; 1861-63 lebte er in der Karibik. 1864-73 war R. Lehrer in Frankfurt/M. und 1868-70 sowie erneut 1873 Direktor der „Senckenbergischen naturforschenden Gesellschaft“, wo er sich v. a. für die Finanzierung von Forschungsreisen einsetzte. 1874-75 bereiste er im Auftrag der preuß. Regierung Japan und studierte dort Wirtschaft, Handel und Kunstgewerbe. Er lieferte den ersten Bericht eines westlichen Besuchers über die Japan. Lackindustrie. Nach seiner Rückkehr übernahm R. eine Professur für Geographie in Marburg, 1883 (in Nachfolge Ferdinand v. Richthofens, 1833–1905) in Bonn (1910 em.). Seit 1900 war er zudem Dozent für Warenkunde an der Handelshochschule in Köln und in dieser Funktion auch Preisrichter der Weltausstellungen in Chicago (1893) und Paris (1900). R. bereiste die Alpenländer, das Atlasgebirge Marokkos, 1872 die Kanarischen Inseln (mit Carl v. Fritsch), Spanien, Skandinavien, England und Nordamerika und legte darüber zahlreiche Veröffentlichungen vor.

    Mit seinem umfassenden Werk „Japan, Nach Reisen und Studien“ (2 Bde., 1881–86, engl. 1884-89, Bd. 1, 21905) schrieb R. eine wiss. Landeskunde Japans, die erstmals alle japan. Inseln einschloß und einen Blick von Westen auf Japan ermöglichte, als das Land noch von der Außenwelt abgeschlossen war. Seine Beschreibung des präindustriellen Japans ist eine Quelle von unschätzbarem Wert. Aufgrund dieser Arbeit entwickelten sich wichtige Handelsbeziehungen zwischen Japan und Preußen und u. a. auch ein Austausch von Wissenschaftlern. Es gelang ihm, die westlichen Naturwissenschaften in Japan bekannt zu machen und die länderkundliche Forschung – auch in Japan – entscheidend zu prägen. R. genießt in Japan bis heute hohe Wertschätzung, da er „uns Japaner gelehrt hat, ihr eigenes Land kennenzulernen“ (Inschr. e. Gedenksteins v. 1980 an d. Univ. Kanazawa).|

  • Auszeichnungen

    Geh. Reg.rat; Ehrenmitgl. d. Royal Geographical Soc., London (1888) u. d. Japan Soc. of London; Mitgl. d. Leopoldina (1880).

  • Werke

    u. a. Finnland, in: Unser Wissen v. d. Erde, 1890;
    Der Nakasendo in Japan, in: Petermanns Geograph. Mitt., 1880, Erg.h. 59;
    Columbus u. seine vier Reisen nach d. Westen, in: Natur u. hervorragende Erzeugnisse Spaniens, 1892;
    Btrr. z. Kenntnis d. Span. Sierra Nevada, in: Abhh. d. Geograph. Ges. Wien, 1899.

  • Literatur

    H. Kerp, in: Geograph. Zs. 24, 1918 (W-Verz.);
    E. Oppermann, in: Geograph. Anz. 19, 1918;
    A. Philippson, in: Petermanns Geograph. Mitt. 64, 1918, S. S. 80;
    Leopoldina 54, 1918;
    W. Lauer, in: Btrr. z. Geograph. Japanforsch., in: Colloquium Geographicum 10, 1969, S. 8-12 (P);
    J. J. R., Ein Raunheimer erforschte Japan, in: Schrr.reihe d. Heimatver. Raunheim, 1982, H. 1 (P);
    Pogg. III, IV, VI.

  • Autor/in

    Ursula von den Driesch
  • Empfohlene Zitierweise

    Driesch, Ursula von den, "Rein, Johannes Justus" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 341-342 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118599313.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA