Lebensdaten
1911 bis 1999
Geburtsort
Rostock
Sterbeort
Marburg
Beruf/Funktion
evangelischer Theologe ; Religionsphilosoph
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118598511 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ratschow, Carl Heinz
  • Ratschow, C. H.
  • Ratschow, Carl-Heinz
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Zitierweise

Ratschow, Carl Heinz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118598511.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Ernst (1865–1937), Kaufm. in R., S d. Carl Rattschow (* 1824), Schumachermeister, u. d. Maria Magdalene Spencker (1828–94);
    M Clara (1878–1956), T d. Gutsbes. Gustav Hoffschlaeger (1838–1905) u. d. Clara Karsten (1848–97);
    4 Geschw u. a. Max (1904–64), o. Prof. d. Med., 1947-52 in Halle, seit 1953 in Darmstadt, Dir. d. Med. Klinik u. angiol. Forschungsstelle ebd., 1950 Mitgl. d. Leopoldina, 1951 Mitgl. d. Dt. Ak. d. Wiss. (s. Pogg. VII a; DBE), Hans (1907–87), übernahm d. väterl. Betrieb in R.;
    - Hamburg 1937 Elfriede (* 1913), Schausp., T d. Dipl.-Ing. Paul Förster (1882–1971) u. d. Paula Ehlers (1879–1966);
    1 T Heidi Lohl (* 1937), Sonderschullehrerin, 2 S Rainer (* 1941), Dr. med., Facharzt f. Unfall- u. Fingerchirurgie, Stephan (* 1945), Realschulrektor in Kiel.

  • Leben

    R. studierte zunächst in Leipzig und Göttingen Orientalistik und nahm dann, beeinflußt durch den Alttestamentler Albrecht Alt (1883–1956), das Fach Theologie hinzu. 1933 wechselte er nach Rostock und legte bei der Ev.-Luth. Landeskirche Mecklenburgs sein Erstes Theol. Examen ab. In Rostock wurde er 1936 mit einer von Friedrich Brunstäd (1883–1944) betreuten Arbeit über die Philosophie Ludwig Klages' in der Systematischen Theologie zum Lic. theol. promoviert. Eine Habilitation im Fach Altes Testament über das Verb „hajah“ folgte 1938 in Göttingen (Werden u. Wirken, 1941), wo R. als Vikar des Stadtsuperintendenten sowie als Repetent und Assistent des Sprachenkonvikts beschäftigt war. Aufgrund ihres alttestamentlichen Gegenstandsbereichs untersagte der Reichswissenschaftsminister Bernhard Rust die Anerkennung der Habilitation, was eine Umhabilitierung für die Fächer Religionswissenschaft und Systematische Theologie erforderlich machte. R. wurde 1939 Universitätsdozent in Göttingen und war 1939-45 im Kriegsdienst. 1941 wurde er in Göttingen zum Dr. phil. promoviert (Magie u. Rel., 1947, 21955). Im Herbst 1945 legte R. in Hannover sein Zweites Theol. Examen ab, bekam 1946 einen Ruf nach Münster und wechselte 1962 auf den einstigen Lehrstuhl Rudolf Ottos (1869–1937) nach Marburg (Ablehnung e. Rufs nach Erlangen 1970; em. 1979).

    R. gilt als einer der herausragenden ev. Theologen in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg. Es war sein Verdienst, mit einem religionsphil. Impetus das Werk des 1933 nach Amerika emigrierten Paul Tillich (1886–1965) in Deutschland gefördert zu haben (Paul Tillich, MainWorks/Hauptwerke, hg. v. C. H. R., 6 Bde., 1987–98). Auf R.s beharrlichen Einsatz geht die von ihm 1976-87 mitherausgegebene, überkonfessionell angelegte „Theol. Realenzyklopädie“ zurück, die sich in Kontinuität zur „Realencyklopädie für prot. Theologie und Kirche“ versteht. Vom Bemühen, die Theologie im Ganzen zu repräsentieren, ist auch seine Herausgeberschaft der „Neuen Zeitschrift für Systematische Theologie (und Religionsphilosophie)“ (Jgg. 1-27, 1959-85; Mithg. Jgg. 28-41, 1986-99) geprägt. Im Zentrum seiner eigenen theol. Überlegungen steht der „denkende Glaube“, der theol. Ergebnisse nur in ihrer letztlich eschatologisch begründeten Unabgeschlossenheit gelten läßt. Im Kern dezidiert luth. bestimmt, zieht R.s Werk in Entgegensetzung zur Dialektischen Theologie eine übergreifende Linie vom Alten Testament bis zur systematisch reflektierten religionsphilosophischen Erörterung außerchristl. Religionsformen. – Dr. theol. h. c. (Rostock 1951, Lund 1966).

  • Werke

    u. a. Die Einheit d. Person, 1938 (Lic. theol.);
    Der angefochtene Glaube, 1957, 31983;
    Gott existiert, 1966, 21968;
    Hdb. systemat. Theol., hg. v. C. H. R., 1979 ff.;
    Einf.: Paul Tillich, E. biogr. Bild seiner Gedanken, in: Tillich-Ausw., Bd. 1, hg. v. M. Baumotte, 1980, S. 11-104;
    Von d. Wandlungen Gottes, Btrr. z. Systemat. Theol., hg. v. C. Keller-Wentorf u. M. Repp, 1986;
    Von d. Gestaltwerdung d. Menschen, Btrr. zu Anthropol. u. Ethik, hg. v. dens., 1987 (darin S. 381-98: Bibliogr. 1935–87), - Hg.: Ethik d. Religionen, 1980. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Privatbes.

  • Literatur

    Denkender Glaube, FS C. H. R., hg. v. O. Kaiser, 1976 (P);
    H. Fischer, Systemat. Theol., 1992, S. 168-70;
    P. Widmann, Wider d. Gestaltlosigkeit d. Werdens, in: Theol. Rdsch. 56, 1991, S. 192-201;
    G. Müller, J. Mehlhausen u. C. H. R., in: TRE 31, 2000, S. V f.;
    R. Hempelmann, Zur Rel.thematik b. C. H. R., in: Dialog u. Unterscheidung, FS R. Hummel, 2000, S. 77-88;
    Zum Gedenken an C. H. R., Reden bei d. Gedenkfeier d. Theol. Fak. d. Univ. Marburg am 15. Nov. 2000, 2001;
    LThK, Nachtrr. |

  • Quellen

    Qu Univ.archiv Göttingen (Personalakten d. Kuratoriums u. d. Theol. Fak.); Univ. Marburg, FB Theol. (Personalakte: Eigenhändiges Curriculum Vitae).

  • Autor/in

    Alf Christophersen
  • Empfohlene Zitierweise

    Christophersen, Alf, "Ratschow, Carl Heinz" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 185 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118598511.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA