Lebensdaten
1904 bis 1982
Geburtsort
Myslowitz (Kreis Kattowitz, Oberschlesien)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
SED-Politiker
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 118588605 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Behrend, Hans (Pseudonym)
  • Norden, Albert
  • Behrend, Hans (Pseudonym)
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Zitierweise

Norden, Albert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118588605.html [10.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Josef (1870–1942/43), Dr. phil., Rabbiner in M.;
    M Emilie N. N. (1876-1931);
    1940 Herta Fischer (1908–90), kommunist. Journalistin, T e. Schneiders;
    1 S John (* 1942), Dr., Prof. f. Gesch.

  • Leben

    N. wurde in das Milieu einer liberal-bürgerlichen, jüd. Familie hineingeboren. Er besuchte das Realgymnasium in Elberfeld bis zur mittleren Reife 1921. Ende 1918 trat er der Elberfelder Ortsgruppe der Freien Sozialistischen Jugend bei, die sich 1919 in den Kommunistischen Jugendverband Deutschlands umwandelte, und wurde 1920 Mitglied der KPD. Gleichzeitig war er in der jüd. Jugendbewegung tätig und gab die in Elberfeld erscheinenden „Rundbriefe der radikalsozialistischen jüd. Jugend“ heraus. Gegen den Wunsch seiner Eltern erlernte N. 1921-23 den Beruf des Schreiners. Im Auftrag der KPD wandte er sich seit 1923 hauptamtlich der Pressearbeit zu und arbeitete bis 1930 bei verschiedenen KPD-Zeitungen, so der „Freiheit“ in Düsseldorf, dem „Klassenkampf“ in Halle/Saale oder dem „Ruhrecho“ in Essen. Aus politischen Gründen wurde N. mehrmals zu kürzeren Haftstrafen verurteilt. Seit 1931 zeichnete er in Berlin als Stellv. Chefredakteur des KPD-Zentralorgans „Rote Fahne“ verantwortlich. Nach dem Machtantritt Hitlers gab N. im Februar und März 1933 die ersten illegalen Ausgaben der „Roten Fahne“ heraus und emigrierte 1935 nach Prag und Ende 1937 nach Paris. Hier war er u. a. als Redakteur der „Weltfront“ und Sekretär des „Aktionsausschusses der deutschen Opposition gegen Hitler“, einer Art Volksfront-Organisation unter dem Vorsitz von Heinrich Mann, tätig. 1938 wurde ihm die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. Bei Kriegsausbruch interniert, floh er im Juni 1940 aus dem Lager Bassens b. Bordeaux und gelangte Anfang 1941 nach New York. 1944 wurde er Mitbegründer des „Council for a Democratic Germany“ und Herausgeber des Bulletin „Germany Today“.

    Im Sept. 1946 kehrte N. nach Deutschland zurück, trat der SED bei und übernahm zunächst die Funktion des Pressechefs bei der Deutschen Wirtschaftskommission (DWK) in Berlin, 1948/49 die Chefredaktion des SED-Blattes „Deutschlands Stimme“. 1949-52 war er Leiter der Presseabteilung des Amtes für Information der DDR-Regierung. 1952/53 lehrte N. an der Berliner Humboldt-Universität als Professor für deutsche Geschichte, kehrte dann aber in den Staats- und Parteiapparat als Staatssekretär des Ausschusses für deutsche Einheit zurück. Seit 1954 war N. Mitglied des Präsidiums des Nationalrates der Nationalen Front, 1955-81 Mitglied und Sekretär des ZK der SED. 1958-81 Mitglied von dessen Politbüro. Außerdem war er Abgeordneter der Volkskammer (1958–81), Mitglied des Staatsrates der DDR (1976–81) und des Büros des Weltfriedensrates. In seiner Funktion als Leiter der Agitationskommission bzw. als Leiter der Westkommission beim Politbüro des ZK der SED 1955-79 entwickelte sich auf propagandistischem Gebiet eine enge Zusammenarbeit mit Walter Ulbricht. Als SED-Chefagitator wurde N. vor allem in den späten 50er und in den 60er Jahren als Initiator von ideologischen Kampagnen gegen führende Persönlichkeiten der Bundesrepublik Deutschland – z. B. gegen Theodor Oberländer (1959/60), Hans Globke (1960–63) und Heinrich Lübke (1965/68) – in der Öffentlichkeit bekannt.|

  • Auszeichnungen

    Dr. phil. h. c. (Berlin), Vaterländ. Verdienstorden in Silber|(1958) u. Gold (1964), Gr. Stern d. Völkerfreundschaft, Karl-Marx-Orden (1969).

  • Werke

    u. a. Die wahren Herren Dtld.s, 1939;
    Lehren dt. Gesch., 1947;
    So werden Kriege gemacht, 1950;
    Um d. dt. Nation, 1952;
    Zw. Berlin u. Moskau, 1954;
    Die Nation u. wir, Ausgew. Reden u. Aufss., 2 Bde., 1964 (P);
    In Aktion für d. Sozialist. Vaterland, Ausgew. Reden u. Aufss., 1969 (P).

  • Literatur

    H. Weber, Die Wandlung d. dt. Kommunismus II, 1969, S. 236 f. (P);
    BHdE I;
    Oberschles. Lit.-Lex. II, 1993;
    Wer war wer in d. DDR, 31995. – Eigene Archivstud. (BA Berlin, Stiftung Archiv d. Parteien u. Massenorganisationen: „Kaderakte“ u. Nachlaß, P).

  • Autor/in

    Heike Amos
  • Empfohlene Zitierweise

    Amos, Heike, "Norden, Albert" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 340-341 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118588605.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA