Lebensdaten
1891 bis 1980
Geburtsort
Neutitschein (Böhmen)
Sterbeort
Aldingen/Neckar
Beruf/Funktion
Rennleiter
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118587145 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Neubauer, Alfred

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Zitierweise

Neubauer, Alfred, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118587145.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Karl (1851–1905), Tischlermeister;
    M Marie Wiesenthal (1859–97);
    Wien 1929 Josephine Ortbauer (1893–1963); kinderlos; N.s Erbin war seine Haushälterin.

  • Leben

    N., aktiver Offizier der k. k. Artillerie, erhielt in der Kadettenschule Traiskirchen eine technische Ausbildung. Im 1. Weltkrieg leitete er die Automobilparks zweier motorisierter Mörser-Batterien auf den südosteurop. Kriegsschauplätzen, 1917 kam er in die Übernahme-Kommission bei Austro-Daimler in Wiener Neustadt, wo er den Konstrukteur der Zugmaschinen, Ferdinand Porsche (1875-1951), kennenlernte. Nach Kriegsende arbeitete er weiter bei Austro-Daimler als Versuchs- und Rennfahrer und ging 1923 mit Porsche zur Daimler-Motoren Gesellschaft (DMG) nach Untertürkheim. Hier wurde N. die Leitung der Fahrabteilung übertragen, 1924/25 war er auch als Rennfahrer im Werkteam eingesetzt. 1926 wurde die Rennabteilung der Daimler-Benz-AG eröffnet; N. war für sie als Rennleiter organisatorisch verantwortlich. In dieser Funktion führte er die Mercedes-Rennfahrer zu sieben Siegen im Großen Preis von Deutschland, sechs im Eifelrennen, auf der Stuttgarter Heimstrecke Solitude. in Irland, den 1000 Meilen von Brescia und zahlreichen Siegen in Bergrennen. Die größten Erfolge erzielte N. in den dreißiger Jahren mit den Mercedes „Silberpfeilen“ und seiner Stammannschaft Rudolf Caracciola (1901–59), Manfred v. Brauchitsch (1905-2003) und Hermann Lang (1909–87) durch 34 Siege in europ. Rundstreckenrennen. Nach der Wiederaufnahme der Sportwagenrennen 1952 erlebte N. eine zweite Erfolgsserie mit Doppelsiegen in den 24-Stunden-Rennen von Le Mans und bei der „Carrera Mexicana“. 1954/55 erzielte er mit internat. Fahrerteams elf Grand Prix-Siege, drei Weltmeistertitel und die Sportwagenmeisterschaft der USA, allerdings getrübt durch den Unfall in Le Mans, der dem Automobilsport einen Rückschlag versetzte. 1956 wurde die Rennabteilung von Daimler-Benz, die mit ihren Erfolgen eine wichtige Werbung für das Unternehmen gewesen war, zugunsten von Investitionen in den Nutzfahrzeugbau geschlossen, und N. ging in Ruhestand.

    Die Rennerfolge der Mercedes-Mannschaft während N.s Tätigkeit sind wesentlich auf die von ihm organisatorisch perfektionierte Arbeit der Betreuer- und Mechanikerteams an den Boxen zurückzuführen. Er entwickelte auch ein System der Kontaktaufnahme mit den Rennfahrern während des Rennens durch Tafeln und Zeichen, wodurch er Informationen über den Rennverlauf und taktische Anweisungen an die Fahrer geben konnte. Diese Zusammenarbeit zwischen Fahrer und Betreuerteam spielt bis heute eine zentrale Rolle bei Autorennen.

  • Werke

    Heute lacht man darüber, 1951;
    50 J. Automobil-Rennformel;
    in: Automobil- u. Motorradwelt 5, 1951;
    H. 2, S. 37-43;
    Rennformel im Wandel d. Zeiten, in: Automobil-Revue Schweiz 1951, Nr. 1;
    Die gr. Probe, 1951 (mit H. Eiermann);
    Männer, Frauen u. Motoren, 1958, 21997 (mit H. T. Rowe);
    Herr üb. 1000 PS, 1959.

  • Literatur

    Der Spiegel v. 28.7.1954, S. 21-25 (P);
    DDD (Der Doerschlag Dienst) Motorber. Nr. 4793, 1966;
    H. Sohre, Ein Leben f. d. Silberpfeile, in: Bunte Ill. 15, 1971 (P);
    H. Schrader, Mercedes-Benz Silberpfeile, 1987, S. 153 (P);
    I. Seiff, Vom Parsifal z. Silberpfeil, Daimler, Benz, Mercedes u. Mercedes-Benz;
    die Renngesch., 1990, S. 119, 126, 156 (P);
    T. Rehmet u. W. Schnur, Der Weg des dt. Automobilsports v. d. Anfängen bis ins Dritte Reich, 1993, S. 110 f., 132;
    H. Niemann, in: Baden-Württ. Biogrr. I, 1994;
    |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Daimler-Benz-AG (s. FAZ v. 19.7.1997).

  • Autor/in

    Hans Christoph Graf von Seherr-Thoß
  • Empfohlene Zitierweise

    Seherr-Thoß, Hans Christoph Graf von, "Neubauer, Alfred" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 94 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118587145.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA