Lebensdaten
1828 bis 1899
Geburtsort
Oedt bei Kempen (Rheinland)
Sterbeort
Düsseldorf
Beruf/Funktion
Augenarzt
Konfession
katholisch?
Normdaten
GND: 118583883 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Mooren, Albert Clemens
  • Mooren, Albert
  • Mooren, Albert Clemens

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Zitierweise

Mooren, Albert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118583883.html [12.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    Die Fam. ist im 16. Jh. in Elmpt Kr. Erkelenz nachweisbar, wo sie d. ehem. Moorenhof besaß. – V Clemens (1799–1866), Landwirt, Kaufm. in Venlo, Bgm. v. O., S d. Johann Lambert Joseph (1772–1801) aus Elmpt, Jurist, seit 1799 Präs. d. Kantonverw. in Horst, u. d. Maria Elisabeth Josepha Emans (um 1772–1858);
    M Catharina Gertrud van den Bruck (1803–62);
    Ov Joseph Johann Hubert (1797–1887) aus Roermond, Dr. h. c., Pfarrer in Wachtendonk b. Kempen, Mitgründer u. bis 1881 Präs. d. Hist. Ver. f. d. Niederrhein, Vf. v. Arbeiten z. Kirchen- u. Regionalgesch., u. a.Gesch. d. Erzdiözese Köln im MA“, 4 Bde., 1828-31 (s. W), Ehrenbürger v. Roermond;
    B Theodor (1833–1906), 1860-76 Bgm. v. O., 1869-76 auch v. Kempen u. Schmalbroich, 1887-98 Reichstagsabg. d. Zentrumspartei, Vf. e. Schr. üb. seine Amtsenthebung während d. Kulturkampfes (s. BJ XI, Tl.; Kosch, Biogr. Staatshdb.);
    Ahaus 1860 Theodora (1841–1905), T d. Jacobus Bernard Oldenkott (1815–53), Tabakfabrikbes. in Ahaus (s. L), u. d. Maria Anna Triep (1816–85) aus|Ahaus;
    3 S (2 früh †), 7 T, u. a. Hedwig (1871–1950, Theodor v. Guérard, 1863–1943, Reichsmin., s. NDB VII).

  • Leben

    Nach der Reifeprüfung begann M. im Herbst 1850 mit dem Medizinstudium an der Univ. Bonn. 1853 setzte er sein Studium in Berlin fort, promovierte dort 1854 und schloß die Ausbildung im folgenden Semester mit dem Staatsexamen ab. Ursprünglich wollte sich M. ausschließlich der Chirurgie widmen, wandte sich jedoch auf Anregung Albrecht v. Graefes der Augenheilkunde zu. Graefe hatte den von dem Physiker Hermann Helmholtz erfundenen Augenspiegel in die deutsche Augenheilkunde eingeführt und 1854 das „Archiv der Ophthalmologie“ gegründet. M. hatte als einer der ersten Assistenten Graefes die Gelegenheit, mit dem Augenspiegel diagnostische Erfahrungen zu sammeln. Darüber hinaus verfugte M. über ein ungewöhnliches Operationstalent. Im Oktober 1855 begann er in seiner Heimatstadt Oedt mit der augenärztlichen Tätigkeit und war dabei so erfolgreich, daß ihm im Frühjahr 1862 die Leitung der von der Stadt Düsseldorf neugegründeten Fachklinik für Augenerkrankungen (84 Betten) übertragen wurde – dies war eine der ersten Spezialkliniken der noch jungen ophthalmologischen Disziplin. 1868-78 übernahm M. in der Nachfolge von Jules Ansiaux zusätzlich im 5-wöchigen Intervall auch die Leitung des Institut ophthalmique de Liège et Limbourg. 1883 gab er die Leitung der städtischen Augenklinik ab und arbeitete bis zu seinem Tod in privatärztlicher Praxis. M. war 43 Jahre lang mit Ausnahme einer durch Malariaerkrankung bedingten 2jährigen Pause (1887/88) ohne Unterbrechung als Augenarzt tätig. Er war in ganz Europa geschätzt und verfügte über eine internationale Patientenklientel.

    M.s vorwiegend kasuistisch orientierte Veröffentlichungen behandelten hauptsächlich Fragestellungen der operativen Augenheilkunde. Zunächst beschäftigte sich M. mit der Retinitis pigmentosa, einer damals noch nicht beschriebenen seltenen Augenerkrankung. Größere Aufmerksamkeit erregte M.s Schrift über die verminderten Gefahren der Staroperation mit vorangehender Entfernung der Iris (Iridektomie, 1862). In der vorantiseptischen Ära wurde diese mit geringen entzündlichen Komplikationen belastete Methode vielfach von Augenärzten übernommen. M. beschrieb die operative Therapie des Glaukoms (erhöhter Augeninnendruck) (1881) und die Diszissions-Therapie des Grauen Stars (Katarakt) (1887, 1893). Darüber hinaus führte er als einer der ersten bei extremer Kurzsichtigkeit (Myopie) die therapeutische Extraktion der Linse durch (1894, 1897). M. behandelte auch Fragen der Entschädigungsansprüche von Arbeitern bei unfallbedingten Sehstörungen und widmete sich literarischen Arbeiten zur Geschichte und mittelalterlichen Geographie des Erzstiftes Köln. – Belg. Rr. (1871); preuß. Geh. Medizinalrat (1884), Prof.titel (1895); Ehrenbürger v. Düsseldorf (1898); Denkmal auf d. Moorenplatz in Düsseldorf.

  • Werke

    De Diplopia, Diss. Berlin 1854;
    Ueber Retinitis pigmentosa, 1858/63;
    Die verminderten Gefahren e. Hornhautvereiterung b. d. Staarextraction, 1862;
    Die Behandlung d. Bindehauterkrankungen, 1865;
    Ueber sympath. Gesichtsstörungen, 1869;
    Ueber Gefäßreflexe am Auge, in: Centralbl. f. d. med. Wiss., 1880;
    Btrr. z. klin. u. operativen Glaucombehandlung, 1881;
    Sehstörungen u. Entschädigungsansprüche d. Arbeiter, 1891;
    Die Indicationsgrenzen d. Katarakt-Discissionen, in: Dt. med. Wschr., 1893, S. 857 f.;
    Die operative Behandlung d. natürlich u. künstlich gereiften Staar-Formen, 1894;
    Die med. u. operative Behandlung kurzsichtiger Störungen, 1897. – Hrsg. J. J. H. Mooren, Gesch. d. Erzdiözese Köln im MA, erweiterte Neuaufl. 1892.

  • Literatur

    W. v. Zehender, in: Klin. Monatsbll. f. Augenheilkde. 38, 1900, S. 99-107 (W);
    A. Graefe, in: Dt. med. Wschr. 26, 1900, S. 44;
    J. Hoß, A. M., Ein Augenarzt im 19. Jh., o. J. (P);
    100 J. Ver. d. Ärzte Düsseldorfs, FS, 1965, S. 122 f. (P);
    H. Schadewaldt, M. als geschichtl. Persönlichkeit, in: Rhein. Ärztebl., 1978, H. 20 (P);
    Pagel (P);
    BLÄ (P). – Zu J. B. Oldenkott: FS zu d. 100j. Bestehen d. Tabakfabr. Herms Oldenkott & Söhne, 1919.

  • Autor/in

    Eberhard J. Wormer
  • Empfohlene Zitierweise

    Wormer, Eberhard J., "Mooren, Albert" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 68 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118583883.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA