Lebensdaten
1890 bis 1969
Geburtsort
Karlsruhe
Sterbeort
Freiburg (Breisgau)
Beruf/Funktion
Geograph ; Landeskundler
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118581511 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Metz, Friedrich

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Zitierweise

Metz, Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118581511.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Konrad (1861–1935), Straßenbaumeister in Bruchsal u. Offenbach/M.;
    M Eberhardine Horn, aus Eichel b. Wertheim;
    1921 Line (1896–1980), T d. Landwirts Ludwig Bucher in Großeicholzheim b. Adelsheim;
    2 S Rudolf (* 1923), Dr. rer. nat., Mineraloge u. Geologe, Priv.-Doz. am Geolog. Inst. d. Univ. Karlsruhe, Gerhard (* 1927), Dr. med., Priv.-Doz. an d. Univ. Freiburg, Chefarzt am Kreiskrankenhaus Emmendingen.

  • Leben

    M. begleitete seinen Vater häufig auf dienstlichen Gängen und lernte so aus eigener Anschauung die Gegend um Karlsruhe und Bruchsal bestens kennen. Diese frühen Landschaftsbeobachtungen motivierten ihn zum Geographiestudium. M. legte 1909 die Reifeprüfung in Offenbach ab und studierte 1909-13 Geographie, Geschichte der Volkswirtschaftslehre und Germanistik an den Universitäten Heidelberg und Leipzig. Seine akademischen Lehrer waren die Geographen Alfred Hettner und Josef Partsch, der Nationalökonom Eberhard Gothein sowie die Historiker Karl Hampe und Karl Lamprecht. Mit der Promotion zum Dr. phil. bei Hettner schloß M. 1914 sein Studium ab (Diss.: „Der Kraichgau“). 1914-18 nahm er als Offizier am 1. Weltkrieg teil, 1919/20 war er Assistent am Geographischen Institut der Univ. Heidelberg, 1920/21 wissenschaftlicher Hilfsarbeiter im Bad. Arbeitsministerium. Nach der Habilitation („Die Oberrheinlande“, 1924) bei Hettner widmete er sich als Privatdozent an der TH Karlsruhe (1925), in Leipzig (1926) und als Professor in Innsbruck (1929–34) der Erforschung von ethnographischen Grenzgebieten. Während seiner Lehrtätigkeit in Innsbruck gründete er grenzüberschreitende Forschungsgemeinschaften zur historisch-genetischen Landeskunde (Franz Steinbach im Rheinland, Hugo Hassinger in Wien, Raimund v. Klebelsberg in der Schweiz). Nach einjähriger Lehrtätigkeit in Erlangen als Nachfolger Robert Gradmanns wechselte M. 1935 nach Freiburg (Breisgau) über. In enger Verbindung zur Geschichte, deren Kenntnis er als Grundlage der Landeskunde betrachtete (hier vor allem beeinflußt durch R. Kötzschke), begründete er die historischgenetische Kulturlandschaftsforschung. M. orientierte sich dabei am Werk R. Gradmanns über Süddeutschland; weitere wissenschaftliche Vorbilder waren Friedrich Ratzel und Wilhelm Heinrich Riehl. Schwerpunkte seiner Arbeit waren regional der deutsche Südwesten, inhaltlich die Erforschung von Grenzräumen deutscher Besiedlung, das Auslandsdeutschtum und dessen kulturelle Identität. 1938 wurde er nach einem Vortrag in Lausanne als Rektor der Univ. Freiburg abgesetzt und erhielt statt dessen die Leitung des Geographischen Instituts sowie des damit in enger Verbindung stehenden Alemannischen Instituts. Dennoch wurde er nach 1945 wegen seiner Nähe zu nationalsozialistischem Gedankengut auf franz. Initiative hin aus der Freiburger Universität ausgeschlossen.

    Nach jahrelangen Kämpfen um seine akademische Rehabilitierung erhielt M. 1953 wieder einen Lehrstuhl in Heidelberg und wurde Leiter des neugegründeten Geographischen Instituts, das als Schwerpunkt die Landeskunde Südwestdeutschlands erforschte. Aus seinen Werken wie auch aus postumen Würdigungen geht seine Gegnerschaft zu jeglichem engen nationalen Denken hervor. Er plante, ein Sammelwerk zur Geschichte Vorarlbergs herauszugeben, die Manuskripte gingen jedoch in den Kriegsjahren verloren. 1959 griff M. das Thema Vorarlberg in Vorträgen wieder auf. Seine Forschungsarbeiten fanden auch praktische Anwendung, zum einen während seiner Tätigkeit als Regierungsrat beim Bad. Statistischen Landesamt (1922–25), zum anderen in der Beraterkommission zur Neugliederung der Bundesländer (1952–55). M. beeinflußte die geographische Landeskunde, vor allem jene des süddeutschen Raumes. Er stellte die Landeskunde der geographischen Länderkunde gleichrangig zur Seite und führte sie als Hochschuldisziplin ein. M. hielt zahlreiche Vorträge an Volkshochschulen, intensivierte die geographische Lehrerausbildung und förderte Heimat- und Geschichtsvereine. Beobachtungen der gewachsenen Landschaft, die Erwanderung und das Kartenstudium prägten nicht nur seine Auffassung von Landeskunde, sondern in hohem Maß auch seine pädagogische Tätigkeit an und außerhalb der Universität.|

  • Auszeichnungen

    Ehrenvorsitzender d. Zentralausschusses f. Dt. Landeskde. (1959).

  • Werke

    Weitere W u. a. Ländl. Siedlungen Badens, 1926;
    Hauptstädte, 1930;
    Das Tauberland, 1930;
    Franz. Nationalitätenkarte v. Europa u. Mitteleuropa, 1933;
    Die Alpen im dt. Raum, 1934;
    Der Deutschösterreicher im Weltkrieg, 1936;
    Rheinschwaben, 1948;
    Geogr. Grundlagen d. dt. Gesch., o. J.;
    Ländergrenzen im Südwesten, 1951;
    Land u. Leute, Ges. Btrr. z. dt. Landes- u. Volksforschung, FS z. 70. Geb.tag v. F. M., hrsg. v. E. Meyen u. R. Oehme, 1961 (W-Verz.).

  • Literatur

    E. Meynen u. R. Oehme, F. M., in: Land u. Leute (s. W);
    Westermann Lex. d. Geogr. III, 1968;
    E. Meynen, in: Berr. z. Dt. Landeskde. 44, 1970, S. 55-74 (P);
    E. Reinhard, in: Bad. Biogrr. NF I, S. 209-11;
    Pogg. VII a.

  • Autor/in

    Ursula von den Driesch
  • Empfohlene Zitierweise

    Driesch, Ursula von den, "Metz, Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 248 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118581511.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA