Lebensdaten
1777 bis 1837
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Friedersdorf bei Küstrin
Beruf/Funktion
preußischer General und Politiker
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 118578472 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Marwitz, Friedrich August Ludwig von der
  • Marwitz, Ludwig von der
  • Marwitz, Friedrich August Ludwig von der

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Zitierweise

Marwitz, Ludwig von der, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118578472.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V August (1740–93), auf F., Kammerherr u. Hofmarschall v. Kg. Friedrich Wilhelm II. v. Preußen, S d. August Gebhard, auf F. u. Wilmersdorf, preuß. Kapitän d. Garde, u. d. Johanna Freiin v. d. Goltz;
    M Susanne Sophie Marie Luise (1756–1808), T d. Jean Louis Le Duchat de Dorville (1714–70), 1763 Kammerger.präs., preuß. Staats- u. Justizmin., Dir. d. franz. Obergerichts in B., u. d. Charlotte de Béville;
    Om Gottlieb Ludwig v. Béville (1737–1810), preuß. Gen.-Lt., Gouverneur v. Neuchâtel (s. Priesdorff II, S. 196 f.);
    B Alexander (1787–1814),|preuß. Offz., Briefpartner d. Rahel Levin (s. ADB 20); Schw. Caroline (1792–1857), Hofdame d. Prn. Wilhelmine v. Preußen (⚭ Gustav Adolf v. Rochow, 1792–1847, preuß. Innenmin.);
    1) Berlin 1800 Franziska (1784–1804), T d. Karl Adolf Gf. v. Brühl (1742–1802), auf Nischwitz, kursächs., dann preuß. Gen.-Lt. (s. Priesdorff II, S. 261 f., P), u. d. Sophia Gumm, 2) Charlottenthal b. Königsberg 1809 Charlotte (1780–1848), Hofdame d. Kgn. Luise v. Preußen, T d. Friedrich Gf. v. Moltke (1750–1825), auf Wolde usw., preuß. Oberjägermeister, u. d. Antonie Burggfn. u. Gfn. zu Dohna-Leistenau; Schwägerin Marie (⚭ Carl v. Clausewitz, 1831, Mil.schrittst., Kriegsphilosoph, s. NDB III);
    1 T aus 1), 4 S, 5 T aus 2), u. a. Bernhard (1824–80), auf Friedersdorf, preuß. Rittmeister, Landrat d. Kr. Lebus, Mitgl. d. preuß. Herrenhauses, Sofie (1813–83), Stifterin d. Friedersdorfer Pfarre u. Begr. d. Seelower Krankenhauses.

  • Leben

    Mit 14 Jahren trat M. in die preuß Armee ein. Bis 1802 diente er als Offizier im Garde-Kavallerieregiment Gensdarmes. Nach seiner Verlobung mit Franziska Gräfin Brühl, deren ältere Schwester Marie 1810 die Gattin von Carl v. Clausewitz wurde, nahm er den Abschied, um die Bewirtschaftung seines Gutes Friedersdorf b. Küstrin zu übernehmen. Angeregt durch die Schriften Arthur Youngs und Albrecht Thaers, modernisierte M. seine Gutswirtschaft: Er erprobte mit Erfolg neue Fruchtfolgen, dehnte den Kartoffelanbau aus, führte den Rapsanbau und die Stallfütterung – eine geradezu revolutionäre Neuerung in der Mark – ein und erweiterte die Schafzucht. Thaer bezeichnete 1809 M. als einen der ausgezeichnetsten Landwirte der Mark.

    Im Krieg gegen Napoleon 1806/07 diente M. als Rittmeister im Stab des Fürsten Hohenlohe. Nach dessen Kapitulation bei Prenzlau ging er nach Ostpreußen. Im Februar 1807 schlug er in einer Denkschrift die Verstärkung der stark dezimierten regulären Armee durch „Freikorps“ – aus ausgesuchten Freiwilligen formierte leichte Truppen – vor; diese sollten nach dem Kriege den Rahmen für die Umwandlung des Berufsheeres in ein Volksheer auf der Grundlage der allgemeinen Wehrpflicht bilden. Er stellte im Frühjahr 1807 auch selbst ein Freikorps auf, das aber nicht mehr eingesetzt wurde. Nach dem Friedensschluß in Tilsit zog er sich wieder auf sein Gut zurück.

    M. war ein glühender preuß. Patriot. So hat ihn auch Theodor Fontane in seinem Roman „Vor dem Sturm“ in der Gestalt des Bernd v. Vitzewitz dargestellt. Seinen Stolz, Preuße zu sein, gründete M. auf die Taten Friedrichs des Großen und seiner Armee in den drei Schles. Kriegen, die er als Preußens „Heldenzeit“ feierte; dagegen beurteilte er die Innenpolitik Friedrichs und den friderizianischen Staat sehr kritisch: Friedrich habe den Adel geistig gespalten, da nur der Militäradel im Offizierskorps Anteil an seinem Kriegsruhm gehabt habe, und er habe durch seine lange Regierung das Volk an den Despotismus gewöhnt. In der absoluten Monarchie sah er die Quelle aller politischen Übel in Preußen, da diese Regierungsform das persönliche Band zwischen dem Landesherrn und den Ständen zerstöre, diese von der Teilnahme am öffentlichen Leben ausschalte und dadurch den einzelnen gleichgültig gegenüber dem Gemeinwesen mache. Den Reformern, vor allem Hardenberg, warf er in mehreren Aufsätzen und Denkschriften vor, die vom Absolutismus begonnene Ausschaltung der Stände fortzusetzen. Mit dieser Kritik und mit der Forderung nach Wiederherstellung der ständischen Rechte, vor allem der Rechte des gutsherrlichen Adels, wurde M., unterstützt durch den damaligen Sekretär der märk. Ritterschaft, den Staats- und Gesellschaftstheoretiker Adam Müller, zu einem Wortführer der ständischen Opposition gegen Hardenberg. Nachdem M. in der von ihm verfaßten und von den Ständen der Kreise Lebus und Beeskow-Storkow beschlossenen „Letzten Vorstellung“ nachdrücklich die Wiederherstellung der ständischen Verfassung gefordert hatte (Juni 1811), wurde er inhaftiert, aber nach fünf Wochen begnadigt.

    1813 trat M. wieder in die Armee ein. Er organisierte eine Landwehrbrigade, mit der er am erfolgreichen Gefecht von Hagelberg (27.8.1813) teilnahm und im Frühjahr 1814 Wesel belagerte und einnahm (12.5.1814). Nach dem Kriege war er Kommandeur einer Kavalleriebrigade in Frankfurt/Oder. Hier wirkte er als erfolgreicher, vom Kriegsminister v. Boyen oft um Rat gebetener Kavallerie-Ausbilder. 1827 nahm er als Generalleutnant den Abschied. Im selben Jahr wurde er in den preuß Staatsrat berufen und vom märk. Provinziallandtag, dem er seit 1824 angehörte, zum Landtagsmarschall gewählt. In diesem Amt setzte er den erfolglosen Kampf gegen die Stein-Hardenbergschen Reformen fort. 1831 zog er sich auf sein Gut zurück.

    M. stand der Erneuerung Preußens durch die Reformen und dem Aufstieg des Bürgertums ablehnend gegenüber und blieb zeitlebens Verfechter der längst überlebten altständischen Verfassung und der Adelsprivilegien. Wegen seiner Ritterlichkeit und Grundsatztreue, seines Verantwortungsbewußtseins|und Gemeinsinns wurde er jedoch als nobler Repräsentant des alten Preußen geachtet.

  • Werke

    Beschreibung d. Treffens v. Hagelsberg unweit Beltzig geliefert am 27. Aug. 1813, 1817;
    Die Zäumung mit d. Kandare. Aus seinem Nachlasse, 1852;
    Aus d. Nachlasse F. A. L.s v. d. M., hrsg. v. M. Niebuhr, Bd. 1-2, 1852;
    Ein märk. Edelmann im Za. d. Befreiungskriege, hrsg. v. F. Meusel, Bd. 1-2, 2, 1908-13 (P);
    Preuß. Adel, Aus d. nachgelassenen Schrr. F. A. L.s v. d. M., hrsg. v. F. Schinkel, 1932;
    Aus gleichzeitigen Tagebuchaufzeichnungen, hrsg. v. W. Kayser, 1937. – Zu B Alexander: Rahel u. Alexander v. d. M. in ihren Briefen, Ein Bild aus d. Zeit d. Romantiker, hrsg. v. H. Meißner, 1925;
    R. Varnhagen, Briefwechsel I, 21979;
    zu Schw Caroline:
    Vom Leben am preuß. Hofe 1815–52, Aufzeichnungen v. Caroline v. Rochow geb. v. d. M. u. Marie de la Motte-Fouqué, bearb. v. Luise v. d. M., 1908.

  • Literatur

    ADB 20;
    H. v. Redern, Zur Gesch. d. Fam. v. d. Marwitz, Regg., Stammtafeln u. andere Materialien, 1879;
    Th. Fontane, Schloß Friedersdorf, in: ders., Wanderungen durch d. Mark Brandenburg I, 31892;
    W. v. Diest, Gesch. d. Fam. v. d. Marwitz, 1929 (P);
    G. Ramlow, L. v. d. M. u. d. Anfänge konservativer Pol. u. Staatsanschauung in Preußen, 1930;
    W. Kayser, M., Ein Schicksalsber. aus d. Za. d. unvollendeten preuß.-dt. Erhebung, 1936 (P);
    H. v. Koenigswald. Pflicht u. Glaube, Bildnis e. preuß. Lebens, 1936 (P);
    W. Andreas, M. u. d. Staat Friedrichs d. Gr., in: ders., Geist u. Staat, Hist. Porträts, 51960, S. 133-58;
    H.-G. v. Nerée, F. A. L. v. d. M., Seine Vorfahren u. s. Gesamtnachkommenschaft bis 1966, 1967 (P);
    M. v. Buttlar, Die pol. Vorstellungen d. F. A. L. v. d. M., Ein Btr. z. Genesis u. Gestalt konservativen Denkens in Preußen, 1980 (L);
    Priesdorff IV, S. 323-28 (P);
    M. Herberger, in: HRG III, 1984, Sp. 363-65.

  • Portraits

    Jugendbildnis, ca. 1803, u. Kreidezeichnungen v. Franz Krüger, 1827, Abb. in: Ein märk. Edelmann, s. W.

  • Autor/in

    Karl Erich Born
  • Empfohlene Zitierweise

    Born, Karl Erich, "Marwitz, Ludwig von der" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 318-320 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118578472.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Marwitz: Friedrich August Ludwig von der M., preußischer Generallieutenant, wurde am 29. Mai 1777 in Berlin geboren, trat 1791 als Standartenjunker bei den Gendarmen, dem damals in Berlin tonangebenden Cavallerieregimente ein, mit welchem er 1794 gegen die polnische Insurrection auszog, ohne indeß zu kriegerischer Thätigkeit zu gelangen, und verließ 1802 den activen Dienst, um sein väterliches Gut Friedersdorf, zwischen Müncheberg und Küstrin am Rande des Oderbruches gelegen, zu übernehmen. Als 1805 der Krieg mit Frankreich in Sicht stand, verließ er seine Scholle, deren Bewirthschaftung er sich mit der vollen Energie seines Charakters zugewendet hatte, und bat um seine Verwendung bei der Armee. Sie wurde ihm als Rittmeister und Adjutant des Fürsten Hohenlohe zu Theil. Doch der Krieg blieb aus und M. nahm 1806 zum zweiten Male den Abschied. Aber schon im Herbst trat er von Neuem ein, Hohenlohe hatte ihn sich wiederum als Adjutanten erbeten. Mit diesem focht er bei Jena, wo er sein Möglichstes that um den Sieg an die preußischen Fahnen zu fesseln; sein Pferd wurde ihm erschossen, sein Hut von Kugeln durchlöchert, vergebens führte er wankende Abtheilungen zurück in den Streit. Nach der Kapitulation von Prenzlau gelang es ihm nach Preußen durchzukommen. Hier mußte er lange auf Auswechslung warten. Als er sie im März endlich erlangt hatte, erhielt er die Erlaubniß ein Freicorps zu bilden, welches dann nach Pommern gesandt wurde, aber nicht mehr zur Verwendung vor dem Feinde kam. Nach Rüchel's Idee, welcher in Preußen in dieser Beziehung allmächtig war, sollte es 2000 Pferde und 600 Mann leichte Infanterie stark werden; Blücher setzte in Pommern den Etat auf 500 Mann Kavallerie, 200 Mann Infanterie fest. Als der Krieg zu Ende war, nahm M. zum dritten Male den Abschied und kehrte nach Friedersdorf zurück. Die alte Monarchie war zusammengebrochen; auf den Trümmern sollte ein neues Preußen errichtet werden. M. begriff die Nothwendigkeit vollkommen, aber über die Wahl der Mittel gerieth er bald in offenen Kampf mit der Staatsgewalt. Er wollte den unmöglich gewordenen früheren Unterschied der Stände wieder aufrichten und wollte von den Privilegien des Adels zum Besten des Ganzen nichts opfern; er glaubte diesen durch sich selbst regeneriren, einen echten Adel, einen rechten Bürgerstand wiederherstellen zu können; er vergaß, daß der Adel lange aufgehört hatte dem Gemeinwesen diejenigen Dienste zu leisten, auf welche jene Vorrechte sich gegründet hatten. Für seine Idee kämpfte er mit Wort und Schrift, namentlich auf dem Provinziallandtage. Als dann der Staatskanzler Hardenberg, welcher vor Allem Geld brauchte und der in den Mitteln zur Beschaffung desselben nicht wählerisch war, in die Rechte der Stände gewaltsam eingriff, protestirte er öffentlich und in aller Form im Namen der Stände des Landes Lebus gegen die von der Regierung angeordneten Maßregeln. Dafür kam er auf Verfügung des Kammergerichts im Juni 1811 auf die Festung Spandau; mit ihm ein Graf Finkenstein, welcher den Protest mitunterzeichnet hatte. Nach fünf Wochen wurde er entlassen. Vom öffentlichen Leben zog er sich nun ganz zurück. — Kaum aber war die Nachricht von dem Untergange der französischen Armee in Rußland nach Deutschland gekommen, so stand der Entschluß bei ihm fest, von neuem zu den Waffen zu greifen. Um Preußen zum Losschlagen zu bestimmen, ließ er sich sogar herbei seinen Todfeind Hardenberg aufzusuchen, in der Hoffnung, auf dessen Entschließungen einen Einfluß|äußern zu können. Aber seine Hoffnung auf ein sofortiges Losschlagen ward nicht erfüllt, er mußte warten. Als des Königs Aufruf ergangen war, bot er seine Dienste an; seine Mitstände schlugen ihn zum Brigadier der kurmärkischen Landwehr vor und der König bestätigte ihn als solchen. Seine Brigade bestand aus 4 Bataillonen und 4 Schwadronen; sie gehörte zur Division des Generals von Puttlitz. Schon vor dem Waffenstillstande bestand seine Kavallerie vor Wittenberg, welches M. einschließen sollte, ein glückliches Gefecht mit polnischen Ulanen. Während die Waffen ruhten, ließ er es sich angelegen sein, seine Landwehrleute zu Feldsoldaten auszubilden. Dabei offenbarte sich sein praktischer Sinn. So sehr er sonst z. B. die Reitkunst pflegte, wofür seine klassisch zu nennende Schrift „Die Zäumung mit der Kandare“, Berlin 1852, zeugt, so verzichtete er doch darauf, seine Kavalleristen zu geschulten Reitern zu machen; er trachtete nur danach, die Begabung, welche sie mitbrachten, für ihren augenblicklichen Zweck zu verwenden. Bald nach Wiederbeginn der Feindseligkeiten fand am 27. August das Treffen bei Hagelberg statt; es war der Ehrentag der kurmärkischen Landwehr; M. hat eine gelungene Darstellung desselben veröffentlicht ("Beschreibung des Treffens“ etc., Berlin 1817). Eine andere sehr gelungene Unternehmung, welche M. mit seinem Kavallerieregimente ausführte, war die Ueberrumpelung von Braunschweig am 25. September, von wo er zahlreiche Gefangene und reiche Beute zurückbrachte. Dann half er Magdeburg einschließen und darauf Wesel blokiren; erst Mitte Mai zog er in letztere Festung ein. — Im Feldzuge von 1815 kommandirte er eine Brigade der Reserve-Kavallerie des III. Armeekorps, mit welcher er bei Ligny, Wavre und Namur focht; über seine persönlichen Erlebnisse während der von ihm mitgemachten Kriege geben besondere Abschnitte seiner nachgelassenen Papiere eingehende Auskunft. — Nach Herstellung des Friedens blieb er im Dienst; des leidigen Geldes wegen, sagt er selbst, sein Gut und seine gesammten pecuniären Verhältnisse hatten durch den Krieg unsäglich gelitten und er mochte das Gehalt nicht entbehren. Die Lage der Stabsquartiere der Kavallerie-Brigade, deren Kommando er erhielt, zuerst Crossen, dann Frankfurt, gestattete ihm neben den Dienstgeschäften zugleich seine eigenen zu besorgen; an den ständischen Angelegenheiten nahm er fortwährend lebhaften Antheil, stets auf dem von ihm für richtig gehaltenen Standpunkte zähen Festhaltens an dem Alten verharrend. Diese Ansichten vertrat er auch im Staatsrathe, dessen Mitglied er war. 1817 wurde er General. Als er zur Beförderung zum Divisions-Kommandeur aufgerückt war und in dieser Stellung nach Breslau hätte übersiedeln müssen, verließ er definitiv den Dienst und lebte in seinen letzten Jahren zurückgezogen in Friedeisdorf, wo er am 6. December 1837 starb. In den Civilstaatsdienst zu treten, lehnte er wiederholt ab. — Marwitz's Persönlichkeit und sein Charakter sind durch seinen Lebensgang gekennzeichnet; daß er ein Mann war, welcher Vielen nicht gefallen mußte, ist selbstverständlich; die Urtheile über ihn sind daher sehr verschieden. Der spätere General von Röder nennt ihn 1807 in seinen als Manuskript gedruckten Memoiren einen ungewöhnlichen Menschen und Soldaten, kräftig an Leib und Seele, ritterlich, voll Verstand und Scharfblick, geistreich, lebendig, mit gründlichen Kenntnissen ausgestattet, einen wahren Christen. Wenn ein Mensch wie Varnhagen ihn roh, stolz, geizig, verhaßt und gemieden nennt, so hat das natürlich sehr geringen Werth, nachdem dieser sich durch seine Tagebücher selbst gerichtet hat.

    • Literatur

      Aus dem Nachlaß Fr. Aug. Ludwig's von der Marwitz, Berlin 1852, 1. Band, Lebensbeschreibung. 2. Band, Militärische und politische Aufsätze. — Th. Fontane, Wanderungen durch die Mark Brandenburg, 2. Theil, Berlin 1803: Das Oderland. Barnim, Lebus.

  • Autor/in

    Poten.
  • Empfohlene Zitierweise

    Poten, Bernhard von, "Marwitz, Ludwig von der" in: Allgemeine Deutsche Biographie 20 (1884), S. 530-531 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118578472.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA