Lebensdaten
1817 bis 1881
Geburtsort
Minden
Sterbeort
Paderborn
Beruf/Funktion
Ordensgründerin
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118576801 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Mallinckrodt, Pauline von
  • Mallinckrodt, Maria Bernadine Sophia Pauline von

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Zitierweise

Mallinckrodt, Pauline von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118576801.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    B Hermann (s. 4).

  • Leben

    Seit 1824 lebte M. mit der Familie in Aachen, wo sie 1827-31 die Töchterschule St. Leonhard besuchte und von Luise Hensel zusammen mit den befreundeten Mitschülerinnen Klara Fey, die später die Kongregation der „Schwestern vom armen Kinde Jesus“ gründete, und Franziska Schervier, der späteren Stifterin der Genossenschaft der „Armen|Schwestern vom hl. Franziskus“, für die kath. Sozialarbeit begeistert wurde. Sie war früh karitativ tätig und erwog seit 1835 den Eintritt in einen Orden. 1839 übersiedelte sie mit ihrem Vater nach Gut Böddecken bei Paderborn. In Paderborn wurde sie bereits im selben Jahr Schriftführerin des überkonfessionellen „Frauenvereins zur Pflege der armen Kranken in ihren Häusern“, im folgenden Jahr eröffnete sie eine Kinderbewahranstalt. 1842 gründete sie mit Unterstützung des Kreisarztes Dr. Hermann Joseph Schmidt ein privates Institut zur Ausbildung blinder Kinder, das 1844 Korporationsrechte erhielt. Kenntnisse über Blindenanstalten und die verschiedenen Möglichkeiten des Blindenunterrichts erwarb sie auf einer Reise durch Deutschland, Österreich und Oberitalien, die sie 1843 zusammen mit ihren Geschwistern unternahm. 1847 wurde ihr Institut in die kath. Abteilung der v. Vinckeschen Provinzial-Blindenanstalt umgewandelt. Da M. keinen für die Betreuung ihres Instituts geeigneten Orden fand, gründete sie 1849 auf der Grundlage der Augustinerregel die Kongregation der „Schwestern der christlichen Liebe“, zunächst mit vier Mitgliedern. Die Schwestern, deren Oberin M. bis zu ihrem Lebensende blieb, arbeiteten aber nicht nur am Blindeninstitut in Paderborn, sondern betreuten in den folgenden Jahren auch allgemeine Schulen sowie Waisenhäuser und Kinderbewahranstalten in vielen Städten, u. a. in Dortmund, Steele, Solingen, Anrath, Witten, Sigmaringen, Konstanz und Magdeburg. Während des Kulturkampfs wurde die Tätigkeit der Genossenschaft durch das Schulaufsichtsgesetz von 1872, das u. a. Ordensleuten den Unterricht an öffentlichen Schulen verbot, sehr beeinträchtigt. Der Unterricht am Blindeninstitut in Paderborn wurde auf ein Gesuch hin bis 1878 gestattet, die anderen Schulen mußten schon früher aufgegeben werden. Zum größten Teil fanden die Schwestern in Gemeinden Nord- und Südamerikas Aufnahme, wo M. sie in den 70er Jahren auf langen Reisen besuchte. 1877 mußte auch das Mutterhaus in Paderborn aufgegeben werden. Mit den verbleibenden Schwestern ließ sich M. in St. Guibert in Belgien nieder. Hier fand auch der Paderborner Bischof Conrad Martin nach seiner Flucht aus Wesel Unterkunft. Nach dessen Tod 1879 schaffte M. den Leichnam heimlich über die Grenze nach Paderborn, wo er feierlich beigesetzt wurde. 1880 kehrte M. nach Paderborn zurück, wo sie nach einer Reise durch ihre Ordensprovinzen starb. Der 1926 eingeleitete Seligsprechungsprozeß wurde am 14.4.1985 mit der Beatifikation M.s abgeschlossen.

  • Werke

    Kurzer Lebensabriß unserer theuern Würdigen Mutter u. Stifterin P. v. M. b. zu ihrer ersten Gelübdeablegung v. ihr selbst vf., 1889;
    Briefe 1828–81, Bd. 1-18 (ungedr., masch. Transkription im Mutterhaus Paderborn).

  • Literatur

    A. Hüffer, P. v. M., 1892 (P);
    A. Schmittdiel, P. v. M., 1949 (P);
    A. Bungert, P. v. M., Schwester d. Christl. Liebe, 1980;
    C. Frenke, P. v. M. in ihrer Zeit (1817–81), 1984;
    T. Barkey, Damit ihr Leben gelingen kann, Die Arbeit mit Blinden - am Beispiel d. Schwestern d. Christl. Liebe, 1984;
    LThK.

  • Portraits

    Ölgem., 1840 (in Privatbes.).

  • Autor/in

    Erwin Gatz
  • Empfohlene Zitierweise

    Gatz, Erwin, "Mallinckrodt, Pauline von" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 735 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118576801.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA