Lebensdaten
1866 bis 1944
Geburtsort
Dresden
Sterbeort
Birgitz bei Innsbruck
Beruf/Funktion
Photograph
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118567586 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kühn, Heinrich

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Zitierweise

Kühn, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118567586.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich (1825–93), Großkaufm. in D., S d. Christian Gottlob (1780–1828), Bildhauer in D., arbeitete vor allem Grabmonumente, auch Kindergruppen, bibl. Darst. u. Porträtbüsten (z. B. C. D. Friedrich [Stadtmus. Dresden], mit dem er befreundet u. verschwägert war) (s. ThB), u. d. Juliana Mäke;
    M Anna Sophia (1826–1912), T d. Zuckerbäckers Carl Heinr. Conradi in D. u. d. Joh. Dorothea Hellpach;
    Innsbruck 1894 Emma (1870–1905), T d. Gustav Katzung (1835–86), Cafetier u. Konditoreibes. in Innsbruck, u. d. Rosina Holzmann;
    2 S, 2 T, u. a. Walther (1893–1972), Maler (Radierungen, Lithos u. Holzschnitte, bes. Landschaften, auch Gemälde; s. ThB).

  • Leben

    1885 begann K. das Studium der Medizin und der Naturwissenschaften in Leipzig und führte es später in Berlin und Freiburg fort, wo er bei Altmann in Medizin promoviert wurde. In Berlin beschäftigte er sich am Robert-Koch-Institut erstmals mit mikrophotographischen Experimenten im Bereich der Histologie und Bakteriologie. Wegen eines asthmatischen Leidens übersiedelte K. 1888 nach Innsbruck und gab den Arztberuf auf, um sich ganz der Photographie zu widmen. Die finanzielle Absicherung durch das Familienvermögen ermöglichte ihm ein freies künstlerisches Arbeiten. In dieser Zeit orientierte er sich an den Künstlern der Münchener Sezession. Durch den Wiener Zeichenlehrer und Photographen Hans Watzek (1848–1903) wurde K.s weiteres photographisches Schaffen stark beeinflußt. Zusammen mit ihm und Hugo Henneberg(1863-1918) begann er seit 1896 seine Experimente mit der Technik des Gummidruckes. Im Gegensatz zu den einschichtigen, impressionistisch wirkenden Gummidrucken des Franzosen Robert Demachy erstrebten die Wiener mit ihren Kombinations-Gummidrucken eine möglichst breite Skala von Tonwerten. K. arbeitete bis zu seinem Tode an den Bedingungen der Korrelation von optischem und chemischem Einfluß bei der Wiedergabe von Helligkeitswerten, was in zahlreichen Patenten und Veröffentlichungen dokumentiert ist. K., Watzek und Henneberg begannen 1897-1903 unter der Bezeichnung „Kleeblatt“, oder auch „Trifolium“, auszustellen. Sie veröffentlichten zahlreiche Artikel zur Technik und künstlerischen Darstellungsmöglichkeit der Photographie, um deren Anerkennung im Bereich der Bildenden Kunst sie sich bemühten. 1904 traf K. mit dem amerikan. Photographen Alfred Stieglitz zusammen, mit dem er bereits seit 1899 korrespondiert hatte, und beide planten die Gründung einer internationalen Vereinigung für künstlerische Photographie. 1906 gründete er ein Portraitatelier in Innsbruck, das er bis 1919 führte. Der Versuch, eine Schule für künstlerische Photographie zu gründen, den er 1914 unternahm, scheiterte durch den Ausbruch des 1. Weltkriegs.

    K. zog sich 1920 nach Birgitz b. Innsbruck zurück und konzentrierte sich auf seine schriftstellerische Tätigkeit für Fachzeitschriften. Er fungierte 1926-29 als Mitschriftleiter der Zeitschriften „Das Atelier des Photographen“ und „Die Photographische Rundschau“. Seine photographische Praxis reduzierte sich auf Dokumentationen zu seinen wissenschaftlichen und technischen Versuchen. 1928 wurde nach seinen Vorschlägen ein Objektiv „Kühn-Anachromat“ hergestellt, welches 1931 bei der Firma Rodenstock als Imagon in Produktion ging. – Die internationale Bedeutung von K.s photographischem Werk liegt in seiner künstlerischen Arbeit um 1900. In dieser Schaffensperiode erzielte er mit den Variationen der photographischen Edeldruckverfahren einzigartige Ergebnisse, die vorbildlich für die kunstphotographische Bewegung Europas wurden.

  • Auszeichnungen

  • Werke

    Technik d. Lichtbildnerei, 1921;
    Zur photogr. Technik, 1926;
    - Phot.: Essen, Mus. Folkwang;
    Hamburg, Mus. f. Kunst u. Gewerbe;
    Rochester, N. Y., Internat. Mus. of Photogr. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Lotte Kühn-Schönitzer, Birgitz b. Innsbruck.

  • Literatur

    A. Buschbeck, Das Trifolium d. Wiener Cameraclubs: H. Watzek, H. Henneberg, H. K., in: Die Kunst in d. Photographie, 1898;
    F. Mathies Masuren (Hrsg.), Gummidrucke v. Hugo Henneberg, Wien, H. K., Innsbruck, Hans Watzek, Wien, 1902;
    P. Weiermair, H. K. 1866-1944, Photographien, 1978;
    O. M. Appel, U. Eskildsen, M. Hansch u. S. Stein, H. K. 1866-1944, 110 Bilder aus d. Fotogr. Slg. im Mus. Folkwang, 1979 (W, L, P).

  • Autor/in

    Ute Eskildsen
  • Empfohlene Zitierweise

    Eskildsen, Ute, "Kühn, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 194-195 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118567586.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA