Lebensdaten
1804 bis 1852
Beruf/Funktion
Zeichner ; Lithograph
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118566253 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kraus, Gustav

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Zitierweise

Kraus, Gustav, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118566253.html [20.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich Wilhelm (1758–1815), bayer. Oberleutnant d. Inf., seit 1812 in Donauwörth, S d. Joh. Friedrich, Ratsherr, Spitalmeister u. Richter in Rothenburg/Tauber, u. d. Ratsherrn-T Euphrosina Eleonora Herrnbauer;
    M Dorothea Juliane (1770–1817), T d. Pfarrers Nicolaus Christoph Roth in Wettringen u. d. Amtmanns-T Dorothea Christiane Jahn;
    1836 Maria Anna Kunigunde (1814–55), T d. Klosterbibl.dieners Michael Wanner in Deggingen;
    1 S (früh †).

  • Leben

    K. wuchs in Rothenburg ob der Tauber auf, der Heimatstadt seines Vaters. Die Mutter war nach dessen Tod mit ihren drei Kindern dorthin übergesiedelt. Zwei Jahre später starb auch sie. Über eine künstlerische Ausbildung in Rothenburg ist nichts bekannt, lediglich eine Buchbinderlehre ist anzunehmen. Eine Gruppe von aquarellierten Federzeichnungen von 1820 bis 1824 mit Ansichten von Rothenburg und Nürnberg verrät jedoch bereits eine entschiedene Begabung für das Topographische und für lebensvolle Staffage. 1824 siedelte K. nach München über und trat in die Landschaftsklasse W. von Kobells ein. Von ihm hat er viel gelernt: die Stimmung des Lichts, die Luftperspektive, die im Dunst verschwindende Landschaft in der Ferne, aber auch die Darstellung glasklarer, scharf umrissener Staffagefiguren in minuziös geschilderten Trachten und Uniformen. 1826 wurde K. Mitglied des Kunstvereins und stellte dort auch immer wieder aus. 1836 gründete er einen eigenen Verlag. Er hatte einen ausgeprägten Sinn für das, was beim Käuferpublikum ankam: Ansichten, aktuelle Ereignisbilder, auf denen die Bürger in der Staffage sich selbst wiedererkennen konnten, sowie Porträts der allseits verehrten Königsfamilie. Die neue Technik der Lithographie kam ihm entgegen. Sie ermöglichte schnellere Herstellung, höhere Auflagen, niedrigere Kosten. K. hatte nie Aufträge vom Hof oder Adel erhalten, sondern er befriedigte das Bilderbedürfnis einer breiten Mittelschicht. Sein Werk bietet eine unvergleichlich anschauliche Bilderchronik Münchens und Bayerns in der Biedermeierzeit. Hoch einzuschätzen ist der Quellenwert für Stadtbild, Architektur, Brauch, Kostüm, Tracht, Uniform und nicht zuletzt für den Zeitgeschmack. Von besonderer Meisterschaft sind seine Landschaftsaquarelle aus Niederbayern und dem bayerischen Voralpenland.

  • Werke

    in d. öffentl. Slgg. Süddtld.s, außerdem in Berlin u. Braunschweig, viele in Privatbes.;
    Verz. b. Ch. Pressler, G. K., Monogr. u. krit. Kat., 1977 (mit Abb. aller Lith.).

  • Literatur

    L. Deubner (Hrsg.), in: Das Bayerland 52, 1941/42 (mit Btrr. v. Th. Dombart, G. Gilardone, E. Roth, J. v. Wich);
    K. Birkmeyer, in: Oberbayer. Archiv 90, 1968;
    P. E. Rattelmüller, G. W. K., Lith. z. Zeitgesch. unter Kg. Ludwig I. v. Bayern, 1968;
    A. Horn u. L. Hollweck, München vor 100 J.;
    vomehml. nach Lith. v. G. W. K. u. C. A. Lebschée, 1972;
    Ch. Pressler, München in d. Lith. v. G. W. K., in: Börsenbl. f. d. Dt. Buchhandel, Frankfurter Ausg., 1972;
    dies., G. K., Monogr. u. krit. Kat., 1977;
    ThB.

  • Autor/in

    Christine Pressler
  • Empfohlene Zitierweise

    Pressler, Christine, "Kraus, Gustav" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 687 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118566253.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA