Lebensdaten
um 1370 bis nach 1425
Geburtsort
Dortmund
Sterbeort
Dortmund
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118565125 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Konrad

Objekt/Werk(nachweise)

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Zitierweise

Konrad von Soest, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd118565125.html [20.11.2017].

CC0

  • Genealogie

    Dortmund 1394 Gertrud von Münster.

  • Leben

    K. ist der bedeutendste Maler des Mittelalters in Westfalen, sein Werk steht am Übergang zur Neuzeit. In seinen Altären findet die im 14. Jahrhundert in Westfalen einsetzende Tradition der großen bemalten Flügelaltäre ihren Höhepunkt. Sein Wildunger Passionsaltar von 1403 (hoc opus completum est per conradum pictorem de Susato) ist noch heute vollständig und in gutem Zustand erhalten und in der Kirche aufgestellt, für die er geschaffen wurde. Auf dem Mittelbild, der großen Kreuzigung, sieht man unter den Kreuzen von Christus und den Schächern die Gruppen der trauernden Frauen und des Longinus sowie die Pharisäer mit dem Hauptmann als Mittelfigur. Die Darstellungsweise ist die des Weichen Stiles, die schwingenden, fließenden Formen erinnern an eine höfische, elegante Welt. Zugleich ist dieses Werk das beste Zeugnis für die Ableitung von K.s Stil. Nach Lehr- und Gesellenjahren in seiner Heimat, vermutlich in der Werkstatt des gleichfalls in Dortmund ansässigen Meisters des Berswordt-Altares, hat er längere Zeit an den Höfen von Paris und Dijon zugebracht, um mit den damals führenden Stilbewegungen bekannt zu werden. In seiner Kunst verbindet sich heimische Tradition mit den modernen Tendenzen der höfischen Kultur des Westens.

    Neben seinem Hauptwerk, dem Wildunger Altar, haben sich im Laufe der Zeit einige weitere Tafelbilder zu einem für diese frühe Epoche verhältnismäßig umfangreichen Gesamtwerk zusammengefunden, wobei sich mit Sicherheit nur ein geringer Teil dessen erhalten hat, was einmal vorhanden war. Als Frühwerk, noch in den 90er Jahren des 14. Jahrhunderts entstanden, ist die Nikolaustafel in Soest zu nennen. Hier zeigt sich K. noch vom Stil der vorangehenden Generation abhängig. Vor allem ist der Marienaltar bedeutend, den K. um 1420 für die Marienkirche in Dortmund geschaffen hat. Die Tafeln wurden zu Beginn des 18. Jahrhunderts erheblich beschnitten, um sie in einen Barockaltar einfügen zu können. Am stärksten davon betroffen wurde der „Marientod“. Auch in ihrem fragmentarischen Zustand sind diese Bildtafeln ein großartiges Zeugnis für die hohe Kunst ihres Meisters. Die Kleinteiligkeit und Erzählfreude des Wildunger Altares steigert sich in ihnen zu einer großen, von harmonischem Ausgleich und symmetrischer Komposition geprägten, monumentalen Form. Die Farben werden intensiver, die Einzelheiten von Gebärden, Gewändern und Gesichtern großzügiger. Man darf annehmen, daß dieses Spätwerk erst in erheblichem Abstand zum Wildunger Altar etwa in den 20er Jahren entstanden ist. Nach dem Dortmunder Altar verlieren wir K. aus den Augen. – In Westfalen waren vor allem der Meister des Fröndenberger Altares, der wohl in Soest seine Werkstatt hatte, und der Meister der Altäre von Darup und Warendorf, wohl in Münster ansässig, von ihm abhängig. Darüber hinaus ist die Wirkung seiner Kunst auf die Maler seiner Generation im gesamten niederdeutschen Raum bis nach Lübeck und Schweden hin zu spüren.

  • Werke

    Weitere W Flügel mit d. hll. Paulus u. Reinoldus, um 1395 (München, Bayer. Staatsgem.slgg.);
    Flügel e. Marienaltares mit d. hll. Dorothea u. Ottilie, um 1410 (Münster, Landesmus. f. Kunst u. Kulturgesch.).

  • Literatur

    ADB 16;
    A. Bömer u. O. Leunenschloß, in: Westfäl. Lb. II, 1931, S. 363-78;
    A. Stange, K. v. S. als europ. Künstler, in: Westfalen 28, 1950;
    ders., C. v. S., 1966;
    R. Fritz, Kat. d. Ausstellung „C. v. S. u. s. Kreis“, Dortmund, 1950;
    ders., Beobachtungen am Dortmunder Marienaltar C.s v. S., in: Westfalen 28, 1950;
    ders., C. v. S. als Zeichner, ebd. 31, 1953;
    ders., C. v. S. u. d. Wildunger Altar, 1954;
    P. Pieper, Zu e. Tafel mit d. hll. Ottilie u. Dorothea, in: Westfalen 28, 1950;
    ThB.

  • Autor

    Paul Pieper
  • Empfohlene Zitierweise

    Pieper, Paul, "Konrad von Soest" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 550 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd118565125.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Konrad von Soest, bedeutendster Meister der Soester Malerschule. Seine Jugendzeit fällt in die letzte Hälfte des 14. Jahrhunderts und unter ihm schwang sich die Soester Malerei zu einer Höhe auf, die sie ebenbürtig der rheinischen Kunst machte. Seine Hauptschaffenszeit nnd seine bedeutendsten Gemälde, wie das große Altarbild zu Nieder-Wildungen, das neben dem Namen Meister Konrads das Jahr 1402 trägt, Bilder zu Münster, Soest u. A. m. fallen in den Beginn des 15. Jahrhunderts. Mit seinem Tode ging es mit der Soester Malerkunst bergab. Sehr eingehend ist Meister K. von Soest und seine Werke von Professor Dr. Nordhoff-Münster in den Jahrbüchern des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande 1880 und 1881, Bd. 66, 67, S. 100 ff. und Bd. 68, 69, S. 65 ff. behandelt.

  • Autor

    Irmer.
  • Empfohlene Zitierweise

    Irmer, "Konrad von Soest" in: Allgemeine Deutsche Biographie 16 (1882), S. 652 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd118565125.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA