Lebensdaten
1861 bis 1945
Geburtsort
Darmstadt
Sterbeort
Dresden-Pillnitz
Beruf/Funktion
Maler ; Graphiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118552708 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hofmann, Ludwig von
  • Hoffmann, Ludwig von
  • Hofmann, Ludovicus de
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Zitierweise

Hofmann, Ludwig von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118552708.html [13.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Karl (preuß. Adel 1882, 1827-1910), Dr. h. c., 1872 hess. Staatsmin., 1876 Präs. d. Reichskanzleramts, 1879 Staatssekr. d. Innern, 1879/80 preuß. Handelsmin., 1880-87 Staatssekr. f. Elsaß-Lothringen, stellv. Präs. d. Dt. Kolonialges. (s. BJ 15, Tl.; Dt. Kolonial-Lex. II), S d. Heinrich Carl, Hofgerichtsadvokat u. Prokurator in Darmstadt, u. d. Sophie Volhard;
    M Cornelia (1835–97), T d. Hofgerichtsadvokaten Karl Kekule in Darmstadt, u. d. Marie Volhard;
    Ov Heinrich H. (1824-1911), Maler, bes. rel. Bilder, Prof. a. d. Ak. Dresden (s. ThB), Jakob Volhard (1834–1910), Prof. d. Chemie (s. Pogg. III-V);
    B Heinrich (1863–1921), Gen.-Lt.;
    Schw Sophie ( Justus Carrière, 1854–93, Prof. d. Zool. in Straßburg);
    - Berlin 1899 Eleonore (1878–1968, Cousine), T d. Reinhard Kekule v. Stradonitz (1839–1911), Prof. d. Archäol. in Darmstadt, u. d. Anna Helmentag; 1 Adoptiv-T.

  • Leben

    H. studierte zunächst Jura, wechselte zur Malerei und lernte an der Dresdener Kunstakademie bei Hähnel und Schilling (1883–86), bei Ferdinand Keller in Karlsruhe (1886–88) und an der Academie Julian in Paris (1889). Dort erfuhr er stärkste Anregungen durch Puvis de Chavannes, Maurice Denis und Albert Besnard, die später durch die Begegnung mit der Kunst Hans von Marées' und durch das Italienerlebnis vertieft wurden. 1890 in Berlin, stand er in vorderer Reihe mit M. Liebermann, W. Leistikow und L. Corinth. Sie gründeten mit Gleichgesinnten die „Vereinigung der Elf“, eine Protestgruppe gegen den starren Akademismus, die später in der Berliner Sezession aufging. Ihre Ausstellungen und in besonderem Maße die Bilder H.s riefen wegen ihrer hellen Farben Empörung beim Publikum hervor. Eine enge Freundschaft verband ihn außer mit H. von Hofmannsthal und M. Maeterlinck vor allem mit G. Hauptmann. Seit der Gründung 1895 war er ständiger Mitarbeiter der Zeitschrift „Pan“. 1903 wurde H. an die Kunstschule in Weimar berufen und kam so in das rege geistige Zentrum um Harry Graf Keßler und Henry van de Velde, für dessen Museumshalle er Wandbilder schuf. 1916 erhielt er einen Lehrauftrag für Monumentalmalerei an der Dresdener Akademie. Die wirtschaftliche Lage nach dem 1. Weltkrieg ermöglichte ihm nur noch die Ausführung eines großen dekorativen Auftrages: der Wandbilder für den Lesesaal der Deutschen Bücherei in Leipzig (1919). In der Folgezeit bevorzugte er Holzschnitt und Lithographie und arbeitete ganz bewußt mit dem Flächenrhythmus der papierhellen Partien und der Schwärzen, verzichtete jedoch auf das Prinzip der Formzertrümmerung. Die Illustrationen zu bedeutenden Dichtungen (Homer, Hohes Lied Salomonis, Goethe, Hauptmann) entstanden in enger Zusammenarbeit mit dem Schriftkünstler Marcus Behmer. H. schuf in Landschaften und Figurenkompositionen eine festlich heitere Welt der Harmonie, der Jugend und Schönheit, der er sein ganzes Leben verhaftet blieb. Die Spätnazarener hatten seine Begabung für die Figurenkomposition gefördert, mit dem Impressionismus verband ihn die helle Farbigkeit und das exakte Naturstudium, die seinen Pastellen und frühen Gemälden den Reiz des Unmittelbaren geben. Um die Jahrhundertwende deckt sich sein Streben mit den Zielen des Jugendstils, der ihn auch zu kunstgewerblichen Entwürfen anregte. Die Gefühlssteigerung im Ausdruck der Linie teilt er mit den jungen Expressionisten. Sein Bestreben war es, über eine bloße Auseinandersetzung mit der Natur hinaus zu einer inneren Bereicherung zu gelangen.

  • Werke

    Weitere W u. a. Wandgemälde: Fries im Trauzimmer d. Standesamtes a. d. Fischerbrücke in Berlin, 1900;
    Fries im Foyer d. Theaters in Weimar, 1907;
    Wandbilder im Senatssitzungssaal d. Univ. Jena, 1909;
    im Werkbundtheater in Köln, 1914. -
    Gemälde u. a. in: Berlin-Charlottenburg, Dresden, Leipzig, München, Stuttgart;
    - Lithogr. Folge „Tänze“, 1905 (mit Vorwort v. H. v. Hofmannsthal);
    Rhythmen, 1919;
    Rhythmen NF, 1920.

  • Literatur

    O. Fischel, L. v. H., 1903;
    W. Ritter, L. v. H., in: Gazette des Beaux Arts, Dez. 1910;
    E. Redslob, L. v. H., Handzeichnungen, 1918;
    S. Brenner-Kolbe, L. v. H.s graph. Werk, Diplomarb. Leipzig 1958 (ungedr.);
    H. Hofstätter, Gesch. d. europ. Jugendstilmalerei, 1963;
    Eleonore v. Hofmann [Ehefrau], Im Kreis d. Elite, in: Speculum Artis 15, 1963;
    G. Tolzien, in: Kindlers Malerei Lex. III, 1966 (L, Abb.);
    ThB (L);
    Rhdb. (P).

  • Portraits

    Büste v. C. Albiker (Dresden, Staatl. Kunstslgg., Skulpturenslg.);
    Selbstbildnis (in Bes. v. Dr. Carriere, Berlin);
    Bildnis v. O. Hettner, 1928.

  • Autor/in

    Gertraude Lippold
  • Empfohlene Zitierweise

    Lippold, Gertraude, "Hofmann, Ludwig von" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 458-459 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118552708.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA