Lebensdaten
1839 bis 1911
Geburtsort
Darmstadt
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Archäologe ; Professor der Archäologie in Darmstadt
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 118931504 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kekule von Stradonitz, Reinhard
  • Kekulé von Stradonitz, Reinhard
  • kekule von stradonitz, reinhard
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Zitierweise

Kekulé von Stradonitz, Reinhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118931504.html [22.11.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Karl K. (1802-43), Hofgerichtsadvokat in D., Übersetzer, S d. Wilhelm (1766–1850), GR, Ministerialrat in D., u. d. Sophie Zimmermann;
    M Marie (1803–68), T d. Konrad Philipp Volhard (1771–1806), Advokat u. Prokurator in D., u. d. Sophie Susette Verdier de la Blaquière;
    Ur-Gvv Ernst Wilhelm Zimmermann (1752–1820), Geh.|Staatsrat, Präs. d. Finanzkammer in D.;
    Ov 3. Grades August (s. 1);
    Schw Cornelia ( Karl v. Hofmann, 1827–1910, Minister, s. NDB IX*);
    - Bonn 1877 Anna (1859–1931), T d. Staatsprokurators Rudolf Helmentag in Bonn u. d. Ida Koch;
    1 S, 2 T, u. a. Eleonore ( Ludwig v. Hofmann, 1945, Maler, s. NDB IX).

  • Leben

    K. studierte Klassische Philologie und Archäologie in Erlangen (1857–59), Göttingen (1859) und Berlin (1859–61); Karl Friederichs und Eduard Gerhard waren seine einflußreichsten Lehrer. 1861 wurde er zum Dr. phil. promoviert (Dissertation: De fabula Meleagrea). Nach zwei Jahren als Helfer des halberblindeten Gerhard in Berlin war er 1863-68 am Deutschen Archäologischen Institut in Rom tätig. 1868 habilitierte sich K. für Klassische Archäologie an der Universität Bonn; 1869 war er Konservator des Museums für nassauische Altertümer in Wiesbaden, 1870-89 ordentlicher Professor für Klassische Archäologie in Bonn. 1889 wurde K. zum Direktor der Sammlung antiker Skulpturen und Gipsabgüsse bei den Berliner königlichen Museen berufen; 1896 kam auch die Leitung des Antiquariums hinzu. 1889 wurde er zum Honorarprofessor, 1890 zum ordentlichen Professor für Klassische Archäologie an der Berliner Universität ernannt (1897 Dekan, 1901/02 Rektor).

    K.s Leistung liegt vor allem in der Erforschung der griechischen Plastik. Schon in seiner römischen Zeit hat er mit seinen (erst 1870 und 1874 erschienenen) Arbeiten zur Gruppe des Menelaos und zum Akrolithkopf einer großgriechischen Kultstatue (beide aus der Sammlung Ludovisi, heute Thermenmuseum, Rom) zur Erforschung griechischer Skulpturen wichtige Beiträge geleistet. Aufgrund einer mit seiner römischen Tätigkeit verbundenen Griechenlandreise 1867 hat er Arbeiten zu den „antiken Bildwerken im Theseion zu Athen“ (1869) und zur „Balustrade des Tempels der Athena-Nike in Athen“ (1869, 21881) vorgelegt. Es ist ihm gelungen, durch Zusammenstellungen von verschiedenartigen Skulpturen neue Zusammenhänge zu erschließen, zum Beispiel durch die Zusammenstellung des praxitelischen Hermeskopfes mit dem des Münchner Salbers; er hat damit die Entwicklung der Kopftypen im 5.Jahrhundert geklärt (1883). Als Museumsdirektor in Berlin hat er zumeist die Neuerwerbungen der Antikensammlung vorgestellt und anhand von ihnen maßgebende Beiträge zur Deutung der Werke der großen attischen Bildhauer des 5. Jahrhunderts wie auch zur Entwicklung des antiken Porträts geliefert. 1909 hat er zusammen mit Hermann Winnefeld die 1880-87, besonders aber 1904 erworbenen „Bronzen von Dodona in den königlichen Museen zu Berlin“ vorgestellt. Diese Arbeiten fanden ihre großartige Zusammenfassung in seiner Darstellung „Die griechische Skulptur“ innerhalb der „Handbücher der staatlichen Museen zu Berlin“ (1906, 21907). In der Zentraldirektion des „Deutschen Archäologischen Instituts“, der er seit 1874 angehörte, hat K. die aus dem Brunn- und Jahn-Mommsenschen Kreis stammende Anregung konsequent aufgenommen, daß nämlich ganze Denkmälerklassen einheitlich zusammengefaßt werden sollten; er selbst hat in dieser Weise die Herausgabe der antiken Terrakotten im Auftrag des Deutschen Archäologischen Instituts geleitet (1880-1911). K. hat diesem Unternehmen den Band 2 (Die Terracotten von Sicilien, 1884) beigesteuert; unabhängig von dieser Reihe, jedoch im Auftrag des Instituts hat er die „Griechischen Thonfiguren aus Tanagra“ (1878) veröffentlicht.

    Von nicht geringerer Bedeutung war K.s Tätigkeit als Museumsdirektor; bereits in Bonn galt seine Sorge dem akademischen Gipsmuseum, aber erst in Berlin trug seine museale Tätigkeit bis heute erkennbare Früchte. Er hat die Grabungen des Museums, die in Pergamon ihren Abschluß gefunden hatten, konsequent mit Grabungen in Magnesia am Mäander, in Priene, in Milet und Didyma sowie auf Samos fortgesetzt. Darüber hinaus hat er durch Ankäufe sowohl die Skulpturensammlung als auch die Bestände des Antiquariums vermehrt. Er hat die Neuaufstellung dieser Sammlungen in dem 1830 von Schinkel errichteten Alten Museumsgebäude nach der Eröffnung des von Fritz Wolff erbauten alten Pergamonmuseums (1902) durchgeführt und auch die Aufstellung der Neufunde in letzterem besorgt; doch mußte dieser Bau 1908 wegen Fundamentschäden wieder abgerissen werden. Die Entwürfe Alfred Messels zum Bau des neuen Pergamonmuseums (eröffnet 1930) hat K. mit großem Interesse verfolgt.|

  • Auszeichnungen

    Vorsitzender d. Archäolog. Ges. zu Berlin (seit 1905), Mitgl. d. Preuß. Ak d. Wiss. (seit 1898).

  • Werke

    Weitere W u. a. Hebe, 1867;
    Die Gruppe d. Künstlers Menelaos in d. Villa Ludovisi, 1870;
    Testa di bronzo rappresentante Apollo, in: Annali dell'Istituto di correspondenza archeologica 42, 1870;
    Testa arcaica di Villa Ludovisi, ebd. 46, 1874;
    Röm. Funde in Wiesbaden, in: Ann. d. Ver. f. nassau. Altertumskde. u. Gesch.forschung 10, 1870;
    Das akadem. Kunstmus. zu Bonn, 1872;
    Das Leben Friedrich Gottlieb Welckers n. s. eigenen Aufzeichnungen u. Briefen, 1880;
    Über d. Kopf d. praxitel. Hermes, 1881;
    Zur Deutung u. Zeitbestimmung d. Laokoon, 1883;
    Über d. Anordnung d. Figuren im Ostgiebel d. Zeustempels in Olympia, in: Rhein. Mus. f. Philol. NF 39, 1884;
    Nochmals d. Ostgiebel d. Zeustempels zu|Olympia, ebd. 40, 1885;
    Über d. Bronzestatue d. sog. Idolino, 1889;
    Anakreon, in: Jb. d. Dt. Archäolog. Inst. 7, 1892;
    Die Ausgrabungen in Magnesia am Mäander, ebd. 9, 1894, Anz.;
    Über Kopien e. Frauenstatue aus d. Zeit d. Phidias, 1897;
    Die Bildnisse d. Herodot, in: Γενεϑλιαϰόν zum Buttmannstage, 1899;
    Die Vorstellungen v. griech. Kunst u. ihre Wandlung im 19. Jh. Rede b. Antritt d. Rectorats, 1901;
    Über ein Bildnis d. Perikles in d. kgl. Museen, 1901;
    Die Bildnisse d. Sokrates, 1908;
    Großes Grabrelief in d. kgl. Museen zu Berlin, in: Antike Denkmäler II, hrsg. v. Dt. Archäolog. Inst., 1908;
    Strategenköpfe, 1910.

  • Literatur

    Archäolog. Anz., 1911, Sp. 1-4;
    Woche, 1911, S. 522 (P);
    H. Winnefeld, in: Jb. d. kgl. preuß. Kunstslgg. 32, 1911, S. 4-8;
    E. Reisch, in: Alm. d. Bayer. Ak. d. Wiss. 61, 1911, S. 453-58;
    A. Conze, in: SB d. preuß. Ak. d. Wiss., 1912, S. 614-16;
    H. Schrader, in: Bursian-Jberr. 164, 1913, Nekr. S. 1-40 (W);
    G. Rodenwaldt, in: Jb. d. Dt. Archäolog. Inst. 54, 1939, Sp. 333-40 (Anz.);
    E. Rohde, Griech. u. röm. Kunst in d. Staatl. Museen zu Berlin, 1968, S. 19 f.;
    E. Langlotz, in: Btrr. z. Gesch. d. Wiss. in Bonn, 1968, S. 227-32.

  • Autor/in

    Gerhard Baader
  • Empfohlene Zitierweise

    Baader, Gerhard, "Kekulé von Stradonitz, Reinhard" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 424-426 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118931504.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA