Lebensdaten
1888 bis 1954
Geburtsort
Kulm
Sterbeort
Schwangau bei Füssen
Beruf/Funktion
General
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118543156 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Guderian, Heinz Wilhelm
  • Guderian, Heinz
  • Guderian, Heinz Wilhelm
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Zitierweise

Guderian, Heinz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118543156.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich (1858–1914), preuß. Gen.-Lt. (s. Wi. 1911), S d. Heinrich, Rittergutsbes. auf Piechcin, u. d. Emma Freiin Hiller v. Gaertringen (E d. Rudolf Frhr. H. v. G., 1771-1831, preuß. Gen.-Major, s. Priesdorff II, S. 405);
    M Clara (1865–1931), T d. Louis Kirchhoff, Rittergutsbes. auf Niemczik Kr. Kulm, u. d. Anna Puhau;
    Tante-v Anna ( Max Krieger, 1853–1920, preuß. Gen.-Lt.);
    - Goslar 1913 Margarete (* 1893), T d. Ernst Goerne (1856–1936), Generalarzt, u. d. Caroline Becker;
    2 S, u. a. Heinz (* 1914), Gen. d. Bundeswehr.

  • Leben

    Hervorgegangen aus dem Goslarer Jäger-Bataillon Nummer 10 der preußischen Armee und seit 1917 in Generalstabsstellungen verwendet, wurde G. 1920 in die Reichswehr übernommen, wo er zunächst als Kompaniechef im Infanterie-Regiment 17 Dienst tat. Bald darauf eröffnete sich ihm eine Laufbahn, auf der dienstliche Berufung und spezielle persönliche Neigungen in zunehmende Kongruenz gerieten. 1922-24 zur Inspektion der Verkehrstruppen (In 6) gehörend, machte er sich dort Gedanken über den Aufbau und die künftigen taktischen und technischen Verwendungsmöglichkeiten motorisierter Truppen. Seine Vorschläge fanden Anklang und beeinflußten, trotz vielfältiger und sich jahrelang hinziehender Widerstände konservativer Heereskreise, maßgebend die Vorbereitungen zum späteren Aufbau der deutschen Panzertruppe. Diese Zielsetzung ließ er auch während seiner nachfolgenden Dienststellung (Stab 2. Division; Truppenamt der Heeresleitung) nicht|mehr aus dem Auge. Ihr wandte er, 1931 nach einer für ihn entscheidenden Zeit (Kommandeur der Kraftfahrabteilung 3) Chef des Stabes der Inspektion der Verkehrstruppen geworden, seine ganze Arbeitskraft zu. So wurde er zum eigentlichen Schöpfer einer neuzeitlichen Panzerwaffe, in welcher er in raschem Wechsel wichtige Führungsstellen einnahm: 1934 als Chef des Stabes des Kommandos der Kraftfahrkampftruppen, 1935 als Oberst Kommandeur der 2. Panzer-Division, 1936 Generalmajor, 1938 Generalleutnant und Kommandierender General des aus Panzerdivisionen bestehenden XVI. Armeekorps, November 1938 General der Panzertruppe und Chef der Schnellen Truppen.

    An der Spitze des neugebildeten XIX. Armeekorps (motorisiert) zog G. in den Polenfeldzug. 1940 führte er gegen Frankreich während der zweiten Phase der Operation eine eigene Panzergruppe, ebenso 1941 beim Angriff auf die Sowjetunion. Da er jedoch in operativen Fragen vor Kontroversen mit Hitler nicht zurückschreckte, wurde er während der Winterkrise zu Weihnachten 1941 als Oberbefehlshaber der 2. Panzer-Armee abgelöst. Eine Wiederverwendung erfolgte erst nach der mit der Niederlage von Stalingrad zusammenhängenden Kriegswende: im März 1943 berief ihn Hitler in die Immediatstellung eines Generalinspekteurs der Panzertruppen, als der G. diese Waffengattung reorganisierte und sie den Erfordernissen der gewandelten Panzerabwehr anpaßte. Wenn G. sich nach dem 20.7.1944 von Hitler zusätzlich mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Chefs des Generalstabes des Heeres beauftragen ließ, tat er es im Bewußtsein eines persönlichen Opfers und in dem vergeblichen Glauben, auf die das Ostheer betreffenden Führungsmaßnahmen Einfluß nehmen zu können. Doch ständige Reibungen mit Hitler führten schließlich Ende März 1945 zu G.s Beurlaubung. – 1948 aus der Gefangenschaft zurückgekehrt, beteiligte sich G. ab 1950 in den letzten Jahren seines Lebens schriftstellerisch an der Diskussion über die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik.

  • Werke

    Achtung Panzer!, 1937;
    Kann Westeuropa verteidigt werden?, 1951;
    So geht es nicht!, 1951;
    Erinnerungen e. Soldaten, 1951 (P);
    Panzer-Marsch!, aus d. Nachlaß bearb. v. O. Munzel, 1956.

  • Literatur

    M. Plettenberg, Guderian, Hintergründe d. dt. Schicksals 1918–45, 1950;
    W. Görlitz, Der dt. Gen.-stab, Gesch. u. Gestalt 1657-1945, 1950;
    J. W. Wheeler-Bennett, Die Nemesis d. Macht, Die dt. Armee in d. Pol. 1918–45, 1954;
    (Adolf) Hitlers Lagebesprechungen, Die Protokollfragmente s. militär. Konferenzen 1942–45, hrsg. v. H. Heiber, 1962.

  • Autor/in

    Thilo Vogelsang
  • Empfohlene Zitierweise

    Vogelsang, Thilo, "Guderian, Heinz" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 251 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118543156.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA