Lebensdaten
1836 bis 1910
Geburtsort
Wülfrath bei Düsseldorf
Sterbeort
Bremen
Beruf/Funktion
evangelischer Theologe ; Volksschriftsteller
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118536850 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Funcke, Otto Julius
  • Funcke, Otto
  • Funcke, Otto Julius

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Weitere Erwähnungen in der NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Funcke, Otto, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118536850.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Carl Wilh. Arnold (1807–92), S d. Carl Heinr. Wilh. (1754–1843), beide prakt. Ärzte in W.;
    M Wilhelmine (1808–72), T d. Predigers Joh. Peter Neumann (1779–1866) in W.;
    1) 1862 Maria (1844–63), T d. Baumeisters Jäger in Krefeld, 2) 1865 Maria Rehmann (1841–67), 3) 1870 Betty (1842–1929), T d. John Meier (1804–71), Dr. iur., Bgm. v. Bremen, u. d. Johanna Kulenkampff; Schwager John Meier (1864–1953), Germanist u. Volkskundler;
    2 S, 5 T aus 3), u. a. Gottlieb (* 1881), Pfarrer, Leiter d. 3 Synoden d. dt. ev. Gemeinden in Brasilien, Johanna (1872–1946), Leiterin d. Flensburger Diakonissenhauses, Kathinka (* 1878, ⚭ Theodor Fliedner, Pfarrer, s. NDB V*), Irmgard (⚭ Gustav Kiepenheuer, 1880–1949, Verleger);
    E Karl-Otto Kiepenheuer (* 1910), Astrophysiker, Bettina K. (⚭ Martin Hürlimann, 1897, Inh. d. Atlantisverlags in Zürich).

  • Leben

    Unter dem Einfluß der tiefinnerlichen, im rheinischen Pietismus verwurzelten Mutter und dem Eindruck einer aufrüttelnden Ansprache Johann Hinrich Wicherns entschloß sich F., Theologie in Halle, Tübingen und Bonn (1857–60) zu studieren. Zeitlebens wußte er sich Johann Tobias Beck in Tübingen zu tiefstem Dank für die erfahrene geistliche Hilfe verpflichtet. Seine ersten Erfahrungen als Pfarrer sammelte er in dem entlegenen Holpe (seit 1862). 1867 wurde er als „Inspektor der Inneren Mission“ nach Bremen berufen. Bereits in Holpe hatte er zu Schriftstellern begonnen (Beiträge im „Volksboten an der Sieg und Agger“) und damit eine ganz ungewöhnliche Gabe volkstümlich eindrücklicher, letzten Endes ganz und gar seelsorgerlicher Wirksamkeit zu entfalten, die während der folgenden Jahrzehnte die reichsten Früchte tragen sollte und ihm eine weltweite dankbare Lesergemeinde von religiös empfänglichen Menschen zuführte. Er verstand es meisterhaft, von den einfachsten Anlässen des täglichen Lebens aus ungesucht wie unterhaltend, in volkstümlich-schlichter, von Humor gewürzter Sprache zu letzten Lebensfragen hinzuführen. Im Mittelpunkt steht ihm dabei letzten Endes immer die leuchtende Gestalt Jesu, der Frieden schenkt und zur Liebe erlöst. Alles methodistisch-treiberische und weltflüchtige Wesen ist F. dabei ebenso fremd wie kirchliche Enge und Streit um dogmatische Formeln. Sein Christentum war praktisch und weitherzig, doch blieb er sozialpolitischen Reformbestrebungen fern. Dem Volk das Evangelium in Einfalt, Reinheit und Freiheit anzubieten und die Pforten der Kirche weiter aufzumachen, das war sein großes Anliegen. Er wirkte als Prediger und besonders als vielbegehrter begnadeter Seelsorger in der von ihm begründeten Friedensgemeinde bis 1904.

  • Werke

    Weiten. W u. a. Reisebilder u. Heimatklänge, 3 Bde., 1869-73;
    St. Paulus zu Wasser u. zu Lande, 1877;
    Willst du gesund werden?, 1882;
    Die Welt d. Glaubens u. d. Alltagswelt, dargelegt nach d. Fußspuren Abrahams, 1885;
    Wie man glücklich wird u. glücklich macht, 1897;
    Die Fußspuren Gottes in meinem Lebenswege, 2 Bde., 1898/1900;
    Ungeschminkte Wahrheiten, 1903;
    Vademekum f. junge u. alte Eheleute, 1905;
    Alltagsfragen im Ewigkeitslicht, aus d. Nachlaß hrsg. v. S Gottlieb F., 1912.

  • Literatur

    Zum Gedächtnis unseres entschlafenen Pastor O. F., Reden v. P. Zauleck u. G. Funcke, 1910;
    Mit O. F. auf Reisen, Erlebte Gesch. daheim u. draußen, hrsg. v. H. Berneck, 1931;
    Der Weg nach Hause, Mit O. F. in Freud u. Leid, hrsg. v. dems.,1933;
    Das Geschl. F. 500 J. Lehensträger u. Gutsbes. auf Funckenhausen b. Hagen i. Westf., hrsg. v. M. Funcke, 1936, S. 244 f. (P);
    PRE (W);
    RGG;
    BJ XV (Tl. 1910, L);
    Kosch, Lit.-Lex. (W).

  • Autor/in

    Hermann Strathmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Strathmann, Hermann, "Funcke, Otto" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 729 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118536850.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA