Lebensdaten
1441 oder 1442 bis 1502
Geburtsort
Zürich
Beruf/Funktion
Dominikaner ; Forschungsreisender im Orient ; Chronist ; Ulmer Geschichtsschreiber
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118531719 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schmid, Felix
  • Faber, Felix
  • Fabri, Felix
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Zitierweise

Fabri, Felix, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118531719.html [10.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus vornehmer Zürcher Fam..

  • Leben

    F. trat in seiner Heimatstadt in den Dominikanerorden ein. Von 1468 bis zu seinem Tode wirkte er als Lektor und Prediger im Kloster zu Ulm, wo er Lehrer von Konrad Köllin war. Seine Stärke lag nicht auf dem Gebiet der Spekulation, sondern in der praktisch-konkreten Darstellungsgabe. Durch den langen Aufenthalt in Ulm wurde ihm diese Stadt zur zweiten Heimat. Sein Werk über die Stadt Ulm ist eine der ersten Stadtbeschreibungen. Wenn auch manches in der Schilderung übertrieben ist und seiner Begeisterung zugeschrieben werden muß, so viel steht sicher fest, daß für Ulm damals eine wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit angebrochen war. Zweimal unternahm er eine Pilgerreise ins Heilige Land, 1480 als Kaplan Georgs von Stein und 1483/84 in derselben Eigenschaft in Begleitung von Johann Truchseß von Waldburg. Seine Beschreibungen dieser Fahrten und des Heiligen Landes, durch die er vor allem bekannt geworden ist (nach Röhricht der wichtigste von allen Reiseberichten des späteren Mittelalters), zeichnen sich aus durch Vielseitigkeit, glänzenden Stil und interessante geographische wie naturkundliche Angaben (Balsamstaude, Zibethkatze, sogenannte heilige Pillenkäfer). Mit gutem Erfolg bemühte er sich um die Reform des Dominikanerordens in Deutschland. 1482 gab er zu Augsburg den ersten deutschen Druck der Schriften Seuses heraus.

  • Werke

    Fratris Felicis Fabri Evagatorium in Terrae Sanctae, Arabiae et Egypti peregrinationem, ed. C. D. Haßler, 3 Bde., 1843/49 (kurze dt. Bearbeitung u. d. T. Eigentl. beschreibung d. hin u. wider Fahrt zu d. Heyligen Landt gen Jerusalem vnd furter durch d. große Wüsteney zu d. Heyligen Berge Horeb Sinay …, Ulm 1556); Gereimtes Pilgerbüchlein Bruder F. F.s, hrsg. v. A. Birliner, 1864;
    Descriptio Sueviae (1489), hrsg. v. M. Goldast, Frankfurt/M. 1606, v. H. Escher, in: Qu. z. Schweizergesch. VI, 1884; Tractatus de civitate Ulmensi, hrsg. v. G. Veesenmeyer, 1889, auch in: Mitt. d. hist. Ver. in Ulm, H. 13/16, 1908/09.

  • Literatur

    ADB VI (unter Faber);
    J. Quétif-J. Echard, Scriptores Ordinis Praedicatorum I, Paris 1719, S. 871 f.;
    D. Haeberlin, Dissertatio sistens, vitam, itinera et scripta fratris Felicis F., Göttingen 1742;
    Dibliographia geographica Palaestinae, hrsg. v. T. Tobler, 1867, S. 53-55;
    G. Veesemeyer, Ein Gang durch d. Kirchen u. Kapellen Ulms um d. J. 1490 nach F. F.s Syonpilgerin, in: Verhh. d. Ver. f. Kunst u. Altertum, 1869, S. 19-44;
    Dt. Pilgerreisen nach d. Hl. Lande, hrsg. v. R. Röhricht u. H. Meisner, 1880, S. 500-02;
    R. Röhricht, Bibl. geogr. Palaestinae, 1890, Nr. 395 (Verz. d. Hss. u. Ausgg.);
    ders., Dt. Pilgerreisen nach d. Hl. Lande, 21900, S. 161-64 u. ö. (W);
    Neue Kirchl. Zs. 20, 1910, S. 1003-19, M. Häußler, F. F. aus Ulm u. s. Stellung z. geistigen Leben s. Zeit, = Btr. z. Kulturgesch. d. MA u. d. Renaissance XV, 1914;
    C. Jedelhauser, Gesch. d. Klosters u. d. Hofmark Maria Medingen v. d. Anfängen im 13. Jh. bis 1606, 1936, S. 10, 90;
    H. Wilms, Der Kölner Univ. Prof. Konrad Köllin, 1941, S. 8, 21 ff., 24 ff.;
    G. Metzger, Der Dominikanerorden in Württemberg am Ausg. d. MA, in: Bll. f. Württ. KG, NF 47, 1943, S. 9 f.;
    H. Tüchle, KG Schwabens, 1954.

  • Autor/in

    Gundolf Gieraths
  • Empfohlene Zitierweise

    Gieraths OP, Paul-Gundolf, "Fabri, Felix" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 726-727 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118531719.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Fabri: Felix F., aus dem adelichen Geschlecht der Schmid in Zürich abstammend, geb. daselbst 1441 oder 1442, in Ulm am 14. März 1502. Er kam 1453 in den Predigerconvent zu Basel, wo er Theologie studirte, und 1473 als Frater in das Predigerkloster zu Ulm. Nachdem er verschiedene Reisen in Geschäften seines Ordens, besonders nach Italien gemacht hatte, reiste er im April 1480 von Ulm nach dem Gelobten Lande ab, von wo er im November desselben Jahres zurückkehrte. Eine zweite Reise dahin unternahm er im April 1483, von der er im Januar 1484 heimkam. Auf dieser zweiten Reise traf er mit dem Mainzer Dechanten Bernhard v. Breidenbach (Allg. d. Biogr. III. S. 285) zusammen. Seine größere, mit vielem Humor geschriebene lateinische Reisebeschreibung ist durch Professor Haßler unter dem Titel „Fratris Felicis Fabri Evagatorium in Terrae Sanctae, Arabiae et Egypti Peregrinationem“ im Auftrag des Stuttgarter litterarischen Vereins (1843—49 in 3 Bänden) herausgegeben worden. Eine deutsche mit dem Titel „Eigentliche Beschreibung der hin und wider Fahrt zu dem Heyligen Landt gen Jerusalem u. s. f.“ war in Ulm 1556 erschienen. Ein „Gereimtes Pilgerbüchlein Bruder Felix Faber's“ hat Dr. Birlinger 1864 zu München veröffentlicht. F. war ein kühner Wanderer und guter Beobachter, dabei freisinnigen Geistes. Man kann ihn unbedingt als den hervorragendsten Pilger des 15. Jahrh. bezeichnen. — Er schrieb außerdem eine, zuerst bei Goldast, Frankfurt 1604, (unvollständig) gedruckte „Historia Suevorum“. Andere nie gedruckte Schriften von ihm verzeichnet Häberlin (s. u.).

    • Literatur

      Häberlin, Dissertatio sistens vitam, itinera et scripta fratris Felicis Fabri, Gött. 1742, 4. Haßler in seiner Ausgabe des Evagatorium. T. Tobler, Bibliographia geographica Palaestinae.

    • Korrektur

      |Fabri (st. Faber), so schreibt er sich selbst in dem autographischen Manuscript seines Evagatorium (Ulmer Stadtbibliothek) im Nominativ und ebenso stand auf seinem jetzt zerstörten, früher aber öfters abgeschriebenen Grabstein.

  • Autor/in

    Wolff.
  • Empfohlene Zitierweise

    Wolff, Philipp, "Fabri, Felix" in: Allgemeine Deutsche Biographie 6 (1877), S. 490 unter Faber [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118531719.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA