Lebensdaten
1547 bis 1587
Geburtsort
Elcherait bei Arlon (Belgien)
Sterbeort
Erfurt
Beruf/Funktion
katholischer Theologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 11852979X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Elchard, Nikolaus
  • Elgardius, Nikolaus
  • Elchrod, Nikolaus
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Zitierweise

Elgard, Nikolaus, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11852979X.html [13.11.2018].

CC0

  • Leben

    E., nach seinem Geburtsort Elgardus genannt, studierte in Löwen Philosophie, dann in Trier Theologie und wurde 1568 als Priester zur Vollendung seiner Studien von EB Jakob III. von Trier ans Germanicum nach Rom geschickt. Hier wurde er schon bald zu den Beratungen über die Neugestaltung dieses Collegs herangezogen. Von Kardinal Otto von Augsburg zum Kanonikus bei Sankt Moritz in Augsburg ernannt, sollte er 1572 dessen Bistum visitieren. 1573 wurde er mit Kaspar Gropper von Papst Gregor XIII. mit der Visitation in Franken, Fulda und dem Eichsfeld betraut. 1574 als Weihbischof für Münster vorgesehen, bereiste er als selbständiger päpstlicher Beauftragter vom Sommer 1574 bis ins Frühjahr 1575 das Eichsfeld, Fulda, Bamberg, Würzburg, Halberstadt und Magdeburg, überall um die Reform und die Errichtung von Jesuitenkollegien bemüht. EB Daniel von Mainz erbat sich den eifrigen und fähigen Mann als Weihbischof für Erfurt, doch mußte E. zuvor seine Visitationsreisen zu Ende führen und auf dem Reichstag zu Regensburg (1576) den Kardinallegaten Morone beraten. In Mainz, das E. zum Mittelpunkt der katholischen Erneuerung in Deutschland machen wollte, erhielt er am 2.2.1578 in der Jesuitenkirche die Bischofsweihe. In seinem Amtssitz Erfurt und im Eichsfeld legte er trotz schärfster Anfeindungen die Grundlagen für die katholische Reform, an deren Durchführung ihn sein allzu früher Tod hinderte.

  • Literatur

    ADB VI (unter Elchard);
    Scriptores rerum Moguntiacarum, hrsg. v. G. Ch. Joannis, I, Frankfurt 1722, S. 884;
    A. Steinhuber, Gesch. d. Collegium Germanicum … I, 1895, S. 194-204;
    Pastor IX;
    L. Drehmann, Der Weihbischof N. E., e. Gestalt d. Gegenref., 1958.

  • Autor/in

    Anton Ph. Brück
  • Empfohlene Zitierweise

    Brück, Anton Ph., "Elgard, Nikolaus" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 439 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11852979X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Elchard: Nikolaus E., auch Elchrod, Elscheraid, Elgardus genannt, geb. zu Nobressart, Provinz Luxemburg, im J. 1547, studirte Philosophie zu Löwen und bezog dann die Universität Trier, wo er sich die Liebe und Zuneigung des Erzbischofs in dem Maße erwarb, daß dieser ihn behufs Absolvirung seiner theologischen Studien nach Rom ins Collegium germanicum schickte. Hier promovirte er zum Doctor der Theologie. Gaspard Cropper, der damalige päpstliche Nuntius in Deutschland, ernannte ihn zu seinem Haustheologen und nahm ihn als Rathgeber mit nach Dresden, Berlin, Magdeburg und Münster. Darauf suchte Daniel, Erzbischof von Mainz, den bewährten Mann für sich zu gewinnen; er weihte ihn zum Bischof von Ascalon und ernannte ihn zu seinem Suffragan von Erfurt. E. wurde wiederholt als Unterhändler nach Rom, Trier und in die Schweiz geschickt; er starb am 11. August 1587, im Alter von 40 Jahren, und ward zu Erfurt in der Kirche des h. Sangwin beigesetzt.

    • Literatur

      Neyen, Biographie Luxembourgeoise.

  • Autor/in

    Schoetter.
  • Empfohlene Zitierweise

    Schoetter, "Elgard, Nikolaus" in: Allgemeine Deutsche Biographie 6 (1877), S. 3 unter Elchard [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11852979X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA