Lebensdaten
1886 bis 1954
Geburtsort
Flensburg
Sterbeort
Friedrichshafen/Bodensee
Beruf/Funktion
Luftschiffpionier
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118528750 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Eckener, Hugo

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Zitierweise

Eckener, Hugo, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118528750.html [19.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Christoph (1824–80) aus Bremen, Tabakfabrikant in Flensburg, S des Weinküfers Joh. Christoph in Bremen;
    M Anna Maria Elis. (1832–93), T des Schustermeisters Christian Lange in Flensburg u. der Margaretha Friedrichsen aus dänischer Schifferfamilie auf Bornholm;
    B Alex. (1870–1944), Prof., Kunstmaler u. Graphiker in Stuttgart (s. ThB);
    1897 Johanna (1871–1956), T des L. P. H. Maaß (1831–92), Buchdruckereibesitzer in Flensburg;
    1 S, 2 T, u. a. Knut (* 1902), Dipl.Ing., Betriebsleiter im Luftschiffbau Zeppelin, dann Abteilungsleiter im Christiani-Fernlehr-Inst. in Konstanz, Lotte ( Dr. Simon), künstlerische Photographin u. Verlegerin.

  • Leben

    E. begann nach abgeschlossenem Studium der Philosophie (unter anderem bei Wilhelm Wundt; Dissertation über das psychologische Phänomen der Aufmerksamkeitsschwankung bei minimalen Sinnesreizen) und der Volkswirtschaftslehre als freier Schriftsteller. Ausgangs der 90er Jahre ließ er sich aus gesundheitlichen Gründen am Bodensee, in Friedrichshafen, nieder und kam durch Veröffentlichungen in der „Frankfurter Zeitung“ über die ersten Versuche des Grafen Zeppelin mit dem lenkbaren Starrluftschiff mit diesem selbst in Berührung. Das führte dann, etwa um die Jahreswende 1905/06, unter Abkehr von der bisherigen publizistischen Betätigung E.s als Philosoph und Nationalökonom zur engen und schicksalhaften Verbindung mit dem Grafen zwecks Zusammenarbeit an der Weiterentwicklung des Zeppelin-Luftschiffes. Nicht mehr nur mit der Feder, sondern vor allem am Steuer hat dann E. die Lebens- und Leistungsfähigkeit des Starrluftschiffes im Zusammenwirken mit den hervorragenden technischen und wirtschaftlichen Mitarbeitern des Grafen bewiesen. E. und seine Mitarbeiter führten bereits 1910-14, er dabei als Fahrtenleiter und Luftschiffkapitän der Delag, über 2000 Fahrten durch. Dabei wurde ein Stamm von geschulten und später oft bewährten Kommandanten und Steuerleuten gebildet. Bei Kriegsausbruch 1914 wurde E. als Instrukteur zur Ausbildung von Marineluftschiff-Führern verpflichtet. Nach dem Tode Graf Zeppelins 1917 und dem Ende des 1. Weltkrieges war es E., der als „Hüter des Erbes“ und zentrale Persönlichkeit des Zeppelinwerkes die Wiederaufrichtung und Neuentwicklung des Luftschiffes bestimmte. Vor der Weltöffentlichkeit ist er der kaum weniger als der Schöpfer des Zeppelinluftschiffes bekannte und berühmte Exponent des Friedrichshafener Werkes bis zu dessen Erliegen nach der Katastrophe des LZ 129 „Hindenburg“ in Lakehurst 1937 und infolge des Kriegsausbruches 1939 geblieben. Er hat 1924 mit der Überführung des ZR III (LZ 126) nach den USA die erste Überquerung des Atlantiks mit dem Luftschiff gewagt und bestanden; ebenso sind die unvergessene einzige Weltfahrt mit dem LZ 127 „Graf Zeppelin“ 1929, Arktis- und Mittelmeerfahrten sowie zahlreiche Fahrten nach Südamerika mit seinem Namen als Luftschiffpionier verbunden. An seiner ungewöhnlichen Lebensaufgabe reifte er auch, Weltbürger von jeher, zur Persönlichkeit von universellem Format. Musisch gebildet, außerordentlich belesen und nachhaltig der freien Rede mächtig, wirkte er überall im Ausland als vornehmer Repräsentant Deutschlands. Abseits jeder politischen Diplomatie mehrte er nach verlorenem Kriege auch den neuen politischen Kredit und trug besonders zu einer amerikanisch-deutschen Entspannung bei. Als es zu Anfang 1932 eine Zeitlang ungewiß war, ob Hindenburg wieder als Reichspräsident kandidieren würde, sagte E. auf Sondierung aus dem Preußischen Innenministerium einer etwaigen Gegenkandidatur gegen Hitler bedingt zu; Brüning freilich erhob Einwendungen gegen E.s „unpolitische“ Person. Durch den Beschluß Hindenburgs, sich doch wieder aufstellen zu lassen, und seine Wiederwahl (April 1932) entfiel die Chance, die der deutschen Politik jener Zeit im Zeichen einer Reichspräsidentenschaft E.s gegenüber Hitler etwa geboten gewesen wäre. E. hat dann, gefährdet genug, auch im „Dritten Reich“ charakterlich voll bestanden. Er blieb auch von dem Willen und der Überzeugung getragen, mit den völkerverbindenden Fahrten des Zeppelinluftschiffes, symbolhaft und praktisch zugleich, dem Frieden in der Welt zu dienen.– Vielfacher Ehrendoktor, Ehrensenator und Ehrenbürger.

  • Werke

    u. a. Im Zeppelin über Länder u. Meere, 1949.

  • Literatur

    Ph. Nielsen, E., e. Leben f. d. Zeppelin, 1954;
    Rhdb. (P).

  • Portraits

    Ölgem. v. Alex. E. (Rathaus Flensburg).

  • Autor/in

    Walther Reimer
  • Empfohlene Zitierweise

    Reimer, Walther, "Eckener, Hugo" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 288 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118528750.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA